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NEXUS im WM-Fieber
Über 54.000 Fans werden mitfiebern, wenn sich am 8. Juli 2006 in Stuttgart das Spiel um den dritten Platz der Fußballweltmeisterschaft entscheidet – mit einem höchst effizienten NEXUS-Audionetz im Hintergrund.
Wenn sich wieder einmal alles um die Lederkugel dreht, ahnt kaum ein Zuschauer, welch umfangreiche Technik im Verborgenen des Stadions installiert ist. Als einer von zwölf Austragungsorten der Fußball-Weltmeisterschaft muss auch das Gottlieb-Daimler-Stadion einen strengen Anforderungskatalog der FIFA erfüllen.
Mitgewachsen
Schon seit der letzten Grunderneuerung vor fast zehn Jahren verfügte das Gottlieb-Daimler-Stadion über ein großes NEXUS-Audionetz. Die Anlage lief über die Jahre außerordentlich zuverlässig. Die projektverantwortlichen Planer und technischen Betreiber der Anlage, die EnBW Regionalgesellschaft, wünschte sich deshalb für die Erweiterung des Audiosystems weitere NEXUS-Komponenten. Eine auch in finanzieller Hinsicht vernünftige Entscheidung, denn obwohl in der neuen Anlage kein NEXUS-Basisgerät mehr der Erstinstallation entspricht, konnten die alten Komponenten alle weiterhin eingesetzt werden. Drei neue NEXUS-Basisgeräte und über 50 zusätzliche Karten bilden mit den bereits vorhandenen ein völlig neues Gesamtsystem. Sämtliche Basisgeräte erhielten aus dem Pool alter und neuer Karten eine neue Bestückung.
Service mit Datenbank
Zur Erweiterung eines NEXUS-Systems reicht es normalerweise aus, die Karten entsprechend den neuen Anforderungen vor Ort auszutauschen und eine neue Konfiguration einzuspielen. Im Gottlieb- Daimler-Stadion sind allerdings acht der zwölf NEXUS-Basisgeräte in Gestellschränken auf den Wartungsbrücken unterhalb des Daches installiert – nicht der geeignete Ort für umfangreiche Umbauarbeiten! Man entschied daher, die Komponenten auszubauen und zu STAGETEC nach Berlin zu schicken, wo sie leichter überarbeitet werden konnten. Jede Einzelkomponente, die STAGETEC verlässt, ist gründlich getestet, Messprotokolle und Testergebnisse sind in einer Service-Datenbank in Berlin dokumentiert. So war die Revision der Altkomponenten des Gottlieb-Daimler-Stadions eine gute Gelegenheit, ihre aktuellen Prüfdaten mit den früheren Messprotokollen zu vergleichen und sie so auf Verschleiß zu testen. Damit konnte sichergestellt werden, dass das neu aufgebaute System aus vorhandenen und zusätzlichen Komponenten keine Schwachstelle aufweist.
Sicherheit spielt mit
In den letzten zehn Jahren haben sich die Anforderungen an die Sicherheit in Stadien deutlich geändert. Von den zur WM 2006 zugelassenen Stadien wird eine ausfallsichere Evakuierungsanlage gefordert, die sich im Notfall mit bester Sprachverständlichkeit akustisch durchsetzen kann. Im Gegensatz zur früheren Installation wird die Evakuierung im Gottlieb-Daimler-Stadion heute über die normale Beschallunganlage gefahren. Die vorgeschriebene ständige Überwachung der Anlage gewährleistet ein C.A.S. 300, eine Hard- und Software-Lösung der SALZBRENNER STAGETEC MEDIAGROUP, die auf NEXUS aufsetzt. Das C.A.S. 300 im Gottlieb-Daimler-Stadion nimmt eine Erdschluss- und Kurzschlussüberwachung der Lautsprecherzuleitungen vor und prüft die Verstärker auf Funktionsfähigkeit. Im Havariefall veranlasst es eine Umschaltung des Signals im NEXUS, etwa von einem defekten Verstärker auf einen funktionierenden Havarieverstärker, so dass eine Betriebsfähigkeit der Beschallungsanlage gewährleistet bleibt.
Qualifikation geschafft
Fußballspiele werden heute als multimedialer Event zelebriert. Moderation im Stadion, Interviews im hauseigenen Sportstudio und eigens produzierte Video- und Werbeclips auf zwei großen LED-Wänden steigern den hohen Freizeitwert eines Stadionbesuchs. Das neue NEXUS-System speist daher nicht nur die 145 Lautsprecher zur Beschallung und Evakuierung der Ränge und des Innenraums, sondern bindet auch die internen Studios und Produktionsräume sowie externe Ü bertragungswagen in das Audionetz ein. NEXUS dient zudem als kleine Kommando-Matrix mit Sprechstellen für Feuerwehr, Polizei und die Regie. Ein umfassendes System, dessen Technik allein durch überlegte Erweiterung WM-Reife erlangt hat. Wenn die WM-Qualifikation doch immer so einfach wäre!

