Referenzen
Starke Partner für die digitale Erweiterung
Systematische Umstellung auf digitalen Studiobetrieb bei TVP
Der polnische öffentlich-rechtliche Sender TVP mit Sitz in Warschau hat seine Produktionstechnik in den letzten Jahren umfangreich modernisiert. Als wichtiger Baustein fungierten dabei die digitalen Audionetze und Mischpulte von STAGETEC. Ein Interview über die Erfahrungen mit der Technikumstellung.
Der Gesprächspartner Przemyslaw Nizynski ist Studioingenieur bei Telewizja Polska TVP AG und verantwortlich für die Planung und Umsetzung der neuen Technik im Funkhaus in Warschau. Das Interview führte Marek Borzykowski von Konsbud Audio, die seit 2001 die Produkte der SALZBRENNER STAGETEC MEDIAGROUP in Polen vertritt.
Telewizja Polska SA ist seit sechs Jahren Anwender von Produkten der SALZBRENNER STAGETEC MEDIAGROUP. TVP hat inzwischen elf digitale Mischpulte, sowohl AURUS als auch CANTUS, installiert und betreibt ein großes NEXUS-Audionetz. Wie kam es zu dieser umfassenden Digitalisierung?
Przemyslaw Nizynski: Vor der Investition in Router und Mischpulte von STAGETEC haben wir im Prinzip nur mit analogen Mischpulten gearbeitet. Sie waren im Betrieb sehr zuverlässig und reichten lange Zeit für Produktion und Sendung aus. In einer modernen Medienwelt sehen wir uns jedoch mit zunehmend komplexeren Sendungen konfrontiert. Damit steigen auch die Anforderungen an die Technik, weshalb wir eine Digitalisierung der Studios planten. Der Übergang zur Audioproduktion mit digitalen Mischpulten war also bereits lange vorgesehen.
Wo liegt der Schwerpunkt in der Anwendung der Mischpulte? In welchen Fernsehproduktionen wird STAGETEC-Technik eingesetzt
Przemyslaw Nizynski: Die neueste Installation mit acht AURUS-Mischpulten befindet sich in unserem Studiokomplex Woronicza. Die dortigen Studios unterscheiden sich in Größe und Art voneinander, jedes ist einem bestimmten Zweck gewidmet. Die größten Studios Nr.1 und Nr.5 werden vor allem für die Produktion großer Shows, oftmals mit Live-Auftritten von Künstlern, genutzt. Hier produzieren wir die technisch aufwendigsten Sendungen, für die flexible, vielseitige Mischpulte benötigt werden. Der letzte Wahlabend im Oktober 2007, den wir im Studio 5 mit einer Wahlsendung begleitet haben, ist ein gutes Beispiel dafür. In derartigen Situationen sind die Erwartungen, die an die technischen Möglichkeiten eines Studios gestellt werden, sehr hoch. Hin und wieder produzieren wir auch Theaterstücke, die die Technik weniger fordern, jedoch aus künstlerischer Sicht sehr interessant sind. In der Produktion von Theaterstücken blickt das polnische Fernsehen auf eine lange und auch sehr erfolgreiche Tradition zurück.
In den kleineren Studios realisieren wir weniger komplizierte Sendungen, verschiedene Talkshows und tägliche Programme, auch so genanntes »Frühstücksfernsehen«. Die kleinen Sendestudios sind Alltagsproduktionen vorbehalten. Dort zählt vor allem die Schnelligkeit. Besonders interessant sind zwei für Themenkanäle reservierte Studios, Studio Nr. 7 für TVP-Sport und Studio C für TVP-Info. Sie sind vollkommen bandlos konzipiert, um schnell und komfortabel produzieren zu können, eine unerlässliche Voraussetzung für Nachrichtenkanäle. Auch in unseren Ü-Wagen findet sich Technik von STAGETEC wieder. Bei der Übertragung großer Musikfestivals, Konzerte oder Sportevents ist hohe Flexibilität unabdingbar. Ein Fahrzeug, das sich auf den Weg macht, muss für alle, wie auch immer gearteten Anforderungen und für dynamisch wechselnde Arbeitsbedingungen vorbereitet sein. Die Installation der digitalen Mischpulte, die wir in den Ü-Wagen schon vor einigen Jahren mit einem CANTUS begonnen haben, hat die Qualität der Arbeit bedeutend verbessert. Hier haben sich besonders die tragbaren Stageboxen und die hohe Kanalanzahl der Pulte als unbestrittene Vorteile erwiesen.
Man kann sagen, dass TVP mit den STAGETEC-Produkten die gesamte Produktionspalette abdeckt, von der kleinen Produktion bis zu den großen Konzertevents. Nutzen Sie da manchmal auch die Möglichkeit der Pulte, in Surround zu mischen?
Przemyslaw Nizynski: Ja, wir haben solche Produktionen schrittweise eingeführt und nun werden sie immer öfter vorgenommen. Surround ist noch kein Standard in der täglichen Produktion, aber wenn sich die Gelegenheit bietet, ein lohnendes Ereignis in Surround- Format festzuhalten, so nutzen wir dies auch. Beispiele dafür sind etwa der Chopin-Wettbewerb oder das Festival für moderne Musik »Warschauer Herbst« – also herausragende kulturelle Ereignisse – sowie auch Sportveranstaltungen wie der Weltcup im Skispringen in Zakopane oder die Europameisterschaft im Eiskunstlauf. In Zukunft wird der Anteil an Surround-Produktionen noch zunehmen. In technischer Hinsicht sind wir darauf schon gut vorbereitet.
Die Installation neuer Technologie in einem so großen Haus wie TVP ist ein schwieriger Prozess, noch dazu bei der Vielzahl von Studios, die bei Ihnen umgebaut wurden. Wer hat den Umbau der Studios vorgenommen?
Przemyslaw Nizynski: Das haben wir in den letzten Jahren auf der Basis unserer Erfahrungen meist in eigener Zuständigkeit sowie mit internen Kräften vorgenommen. Wie ein Studio arbeiten und welche Anforderungen es erfüllen sollte, wissen unsere eigenen Mitarbeiter am besten. Sie haben deshalb verantwortlich die Planung, Installation und Inbetriebnahme übernommen. Es waren unsere Ingenieure, Techniker und Installateure beteiligt, jeder von ihnen ein Fachmann auf seinem Gebiet. Zusammen haben sie ein Team gebildet, das die geplanten Vorhaben hervorragend bewältigt hat.
Welchen Einfluss hatten die STAGETEC-Produkte auf die schnelle Modernisierung der Studios? Bringt diese Technologie Einsparmöglichkeiten während der Installationsphase?
Przemyslaw Nizynski: Ja, da gab es deutliche Vorteile. Gestützt auf die NEXUS-Router konnten wir einzelne Teile der Installation viel einfacher als mit anderen Geräten durchführen. NEXUS vereinfacht durch seine dezentrale Architektur die Verteilung von Audiosignalen deutlich, das macht sich auch in der Installationsphase positiv bemerkbar. NEXUS ersetzt außerdem eine Reihe anderer Geräte, wie zum Beispiel zusätzliche Rangierfelder. Das reduziert den Verkabelungsaufwand in beträchtlichem Umfang.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die Installation und die Systemkonfiguration zwei vollkommen unabhängige Arbeitsschritte sind. Deshalb müssen wir nicht schon in der Installationsphase über detaillierte Anwendungsfälle nachdenken, sondern können zu einem späteren Zeitpunkt die stets variable Konfiguration vornehmen.
Eine der starken Seiten von NEXUS, AURUS und CANTUS ist deren Möglichkeit, ständig erweitert werden zu können. Auf eine ganz einfache Art und Weise bauen wir so das Netz der Audiosignale nach und nach aus. Wir erweitern schlicht das schon existierende und bereits arbeitende System. Der Vorteil: Wir müssen nicht heute schon wissen, wie unsere Installation zukünftig aussehen müsste. Wir wissen jedoch sicher, dass jedes neue Element zu einem Teil des ganzen Systems gemacht werden kann. Das gibt uns eine enorme Planungssicherheit.
Haben die installierten Systeme bereits die bestimmungsgemäße Konfiguration erreicht? Ist zusätzlich ein an neuen Bedürfnissen orientierter Ausbau geplant?
Przemyslaw Nizynski: Wie gesagt, eine für uns sehr wichtige Eigenschaft von NEXUS und AURUS besteht in ihrer Erweiterungsmöglichkeit. Zusätzlichen Bedarf sehe ich in der näheren Zukunft vor allem in den großen Studios und in den Übertragungswagen. Dort soll zum Beispiel die Anzahl der Kanäle ausgeweitet werden, um den Anteil an Surround-Produktionen weiter steigern zu können. Gerade die großen Events werden der Technik in Zukunft immer mehr abverlangen und gleichzeitig die Motivation zur Realisierung neuer Installationen liefern.
Wie erfolgte die Einführung der neuen Technik aus Sicht der Menschen, die unmittelbar mit diesen Geräten arbeiten müssen, aus Sicht der Tonmeister?
Przemyslaw Nizynski: Die Tonmeister bei TVP waren vor Einführung von CANTUS und AURUS hauptsächlich die Arbeit mit analogen Mischpulten gewöhnt. Einige von ihnen hatten hinsichtlich der Bedienung eines digitalen Mischpultes gewisse Bedenken. Dies umso mehr, da sich die ersten Generationen der digitalen Mischpulte doch beträchtlich von den analogen unterschieden und den schnellen Zugang zu gewissen Parametern erschwert haben. Die neuesten Mischpulte, vor allem auch AURUS, erinnern in ihrer Bedienung wieder mehr an analoge Mischpulte. Dies hat sich bei der Einführung unserer modernen Mischpulte als echter Pluspunkt erwiesen. Zusätzlich bieten CANTUS und AURUS in Kombination mit NEXUS viel mehr Funktionen, mehr Flexibilität und ganz allgemein eine größere Bandbreite an Möglichkeiten beim Mischen. Das hat dazu geführt, dass die Tonmeister bereitwillig ihre Zeit für die Einarbeitung in die neue Technik investiert haben. Mit jedem Arbeitstag lernten sie weitere Vorteile des Systems kennen, damit wuchs die Zufriedenheit. Sicherlich war es auch hilfreich, dass wir in so vielen Studios dieselben AURUS-Mischpulte installiert haben. Das erlaubt den Tonmeistern, sich umfassend auf einem einzigen System einzuarbeiten und zunehmend intuitiver damit umgehen zu können.

