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Referenzen

Staatstheater Wiesbaden

Ein selbst erstelltes Konzept, viel Engagement und kompetente Anwender – das Hessische Staatstheater Wiesbaden erhielt eine maßgeschneiderte Tonanlage ganz nach eigenen Vorstellungen.

Ute Schatz, Leiterin der Tonabteilung im Staatstheater Wiesbaden, standen mit Christian Peters und Walter Giebel kompetente Mitarbeiter zur Seite, um die Planung und Umsetzung der neuen Anlage zu realisieren. »Wir haben uns in anderen Häusern umgeschaut und festgestellt, dass es nicht viele Alternativen zu CANTUS und NEXUS gab. Die Integrationsmöglichkeit aller Funktionen in das NEXUS-Netzwerk war für uns sehr wichtig. Heute muss nichts mehr manuell gesteckt werden, auch wenn wir als Havarielösung noch ein Steckfeld vorgesehen haben. Im Normalfall werden alle Parameter der Anlage von NEXUS gesteuert, inklusive der Einstellungen für die Beschallungsendstufen und der Signalverzögerung für die Lautsprecherlinien.«

In Eigenregie

cantus-wiesbaden1Entweder vorübergehend schließen oder in kürzester Zeit eine neue Technik einbauen: Vor dieser Entscheidung stand das Hessische Staatstheater Wiesbaden, als seine alte Tontechnik zusehends unzuverlässiger wurde. Ein echtes Dilemma, denn eine öffentliche Beschaffung braucht ihre Zeit. Erst im April, drei Monate vor Umbau der Tonanlagen der ersten der drei Bühnen, wurden die dafür notwendigen Gelder freigegeben – zu spät, um den üblichen Weg mit externer Fachplanung zu beschreiten. Als Ausweg aus der drohenden Zeitnot nahm das dreiköpfige Team der Tonabteilung schon frühzeitig die Konzeptionsplanung selbst in die Hand. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Eine Installation, in der viele Extras realisiert wurden.

Getrennt und doch vernetzt

Den Auftakt zur technischen Erneuerung machte in der Sommerpause 2001 das Große Haus, Spielstätte für Oper und Ballett. Ebenso wie die ein Jahr später modernisierten Schauspielbühnen im Kleinen Haus und in der Studiobühne verfügt es in der Einspielregie über ein CANTUS mit NEXUS-Netzwerk. Ein mobiles NEXUS-Basisgerät sowie ein Slave-Pult für die Saalbeschallung lassen sich beliebig in einem der drei Häuser verwenden.
Die drei NEXUS-Netze wurden absichtlich getrennt voneinander gehalten, um Service und Updates unabhängig voneinander durchführen zu können. Zusätzlich gewährleistet eine solche Netzarchitektur, dass sich Vorstellungen und Proben in den unterschiedlichen Spielstätten nicht gegenseitig behindern. Trotz der Trennung können Signale zwischen den Häusern ausgetauscht werden: Ein viertes NEXUS in der ELA-Zentrale verbindet die Bühnen sternförmig miteinander und kann sich via Ethernet-Netzwerk von jeder der drei Einspielregien aus fernbedienen lassen. Auch Live-Einspielungen aus dem Orchesterprobenraum oder die Mithörsignale für die Inspizientenanlage werden über das zentrale NEXUS-Netz in die Vorstellung gespielt.

Fester Ablauf

Als Haus mit vielen unterschiedlichen Veranstaltungen von Oper über Schauspiel und Ballett bis hin zum Kindertheater stellt das Staatstheater Wiesbaden hohe Anforderungen an den Ton. Schon mit der alten analogen Anlage gehörte es damals, Mitte der 70er Jahre, zu den bestausgestattetsten Theatern Europas. Entsprechend motiviert und technisch wie künstlerisch interessiert sind die Mitarbeiter der Tonabteilung. Sie nutzen die drei CANTUS-Konsolen intensiv und reizen die Möglichkeiten der Systeme bis an die Grenzen aus. Das gilt besonders für die Sequenzautomation, in die wirklich alle Elemente aufgenommen werden – bis hin zu den Zuspielern, die über MIDI gestartet werden. Nach einer Probe wird dazu jeder Status der Automation entsprechend angepasst und editiert, bis man am Ende der Probenarbeit schließlich den weitgehend automatisierten Ablauf einer Vorstellung im CANTUS eingespeichert hat. Die Vorbereitungszeit für die einzelne Vorstellung reduziert sich dadurch enorm und die Vorstellungen – den Ton betreffend – werden gleich umgesetzt. Dieser hohe Grad der Automation, kombiniert mit der deutlich besseren Tonqualität und den Surround-Möglichkeiten der CANTUS-Pulte ermöglicht neue gestalterische Elemente. Inzwischen sind auch die Regisseure auf den Geschmack moderner, mehrkanaliger Beschallung gekommen und planen die Möglichkeiten fest in ihre Inszenierungen ein!

Wiesbadener Wünsche

cantus-wiesbaden2Die automatisierte Arbeitsweise ließ jedoch bald neue Wünsche aufkommen, denn selbst ein so ausgereiftes Produkt wie CANTUS kann noch um zusätzliche Funktionen ergänzt werden. Die Wiesbadener Tonmannschaft wünschte sich eine Erweiterung der Sequenzautomation, die übrigens schon in ihrer ursprünglichen Form auf Kundenanregung entstanden war. In Wiesbaden wollte man einen Status komfortabler editieren können – bei der komplexen Nutzung der Automation ein verständlicher Wunsch – dem Stage Tec auch nachkam. Bei dieser Gelegenheit wurde zudem die Anzahl der möglichen Statuseinträge wesentlich erweitert. Gleichzeitig wurde die Möglichkeit geschaffen, nur ausgewählte Funktionsgruppen wie z. B die Filtereinstellungen als Status zu speichern. Auch die von verschiedenen Seiten angeregte Reverse-Routing-Anzeige konnte verwirklicht werden. Es gehört zur Produktstrategie von Stage Tec, spezielle Einzellösungen in der Software zu vermeiden. So flossen die neuen Funktionen alle in die Standard-Software des CANTUS III ein und stehen jetzt auch allen anderen Kunden zur Verfügung.

Hand in Hand

Die enge Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Kunden war bei diesem Projekt nicht auf die Produktweiterentwicklung beschränkt, sondern erstreckte sich auch auf die Planung. Die SALZBRENNER STAGETEC MEDIAGROUP griff als Generalunternehmer die vom Staatstheater Wiesbaden selbst entwickelte Grundkonzeption der Gesamtanlagen auf. In einer seltenen Kombination aus kompetenten Anwendern sowie präziser Planung und Ausführung entstand so in kürzester Zeit ein sehr leistungsfähiges und maßgeschneidertes Werkzeug für den Theaterbetrieb. Ganz einfach die optimale Lösung für alle Vorstellungen!

Das Hessische Staatstheater Wiesbaden ist ein Fünf-Sparten-Haus mit rund 600 Beschäftigten. Mehr als 20 Neuinszenierungen in Oper, Schauspiel und Ballett bieten zusammen mit den vielfältigen Aufführungen des Repertoires in jeder Spielzeit ein großes kulturelles Spektrum, das sowohl klassische Werke als auch modernes Musiktheater und Stücke der dramatischen Gegenwartsliteratur umfasst. Da alle drei Bühnen des Hessischen Staatstheaters parallel bespielt werden können, finden an manchen Tagen bis zu vier Vorstellungen statt.