Kontinuität und Zuverlässigkeit als Maxime: Firmengründer Friedrich Salzbrenner wird 70
Schon 1963 legte er den Grundstein zur heute weltweit agierenden SALZBRENNER STAGETEC MEDIAGROUP. Mit der ihm eigenen Kontinuität baute er in fast vier Jahrzehnten einen stabilen Firmenverbund mit Schwerpunkt im Pro-Audio-Business auf, der heute insgesamt etwa 160 Mitarbeitern eine sichere Arbeit bietet. Am 23. Dezember 2002 feierte Friedrich Salzbrenner in Buttenheim bei Bamberg seinen siebzigsten Geburtstag - Anlass für einen Blick zurück.
Sein Start ins Berufsleben sollte nicht einfach sein: Mit 17 Jahren floh er aus der damaligen Ostzone über die Grenze nach Hallstadt in der Nähe von Bamberg, seinem Vater hinterher, der nach einer Enteignung sein Leben in den Westen retten musste. Friedrich Salzbrenner erging es wie vielen seiner Zeitgenossen. Sein Ostabitur wurde nicht anerkannt und so war ihm die Universität zunächst verschlossen. Mit Jobs in der Lebensmittelbranche, als Vertreter für Gewürze, hielt er sich damals finanziell über Wasser und begann mit seinem großen Hobby, dem Amateurfunk. Schon in 1960 experimentierte er mit Erde-Mond-Erde-Funkverbindungen, bei denen der Mond als Reflektor verwendet wurde. Bis heute ist er diesem Hobby treu geblieben - wie all seinen wichtigen Lebensaktivitäten.
Immer noch Gewürzvertreter, begann er, sich mit Beschallung von Prozessionen im näheren Umkreis einen Namen zu machen. Als ihm 1956, mit 24 Jahren, endlich das Abitur anerkannt wurde, lag die Studienrichtung nahe. Er schrieb sich für HF-Technik in Weil am Rhein ein. 1962, mit knapp 30 Jahren und vielen Unterbrechungen zum Geld verdienen, konnte er sein Studium erfolgreich abschließen und gründete nur wenige Monate später seine Werkstätten zur Pflege und Wartung von Übertragungsanlagen.
» ...um halb acht geht der Vorhang auf...«
In der damaligen Zeit ging es vor allem um eines: um die Sicherung des Lebensunterhaltes für sich und seine Familie. So reparierte er Fernseher und Radios, installierte Antennen und bekam einen Wartungsvertrag von Philips für Funkrufgeräte für Ärzte. »Die Situation nach unserer Flucht war sehr schlecht und ich hatte mir fest vorgenommen, dass es uns nie wieder so ergehen sollte,« kommentiert Friedrich Salzbrenner heute seine Anfänge der Selbständigkeit.
Nur ein Jahr später bekam er den Auftrag, für die Bamberger Symphoniker eine neue Inspizientenanlage zu bauen. Schon damals musste jede Anlage vollkommen individuell auf die ganz eigenen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten werden. Standardlösungen gab es nicht und so entwarf Friedrich Salzbrenner eine maßgeschneiderte Inspizientenanlage.
Kurze Zeit später folgte ein ähnlicher Auftrag für das Bamberger Theater. Dieses Projekt war jedoch deutlich umfangreicher und eigentlich hatte Friedrich Salzbrenner noch nie wirklich die Arbeit in einem Theater gesehen. Dankend nahm er deshalb das Angebot an, eine Neuproduktion in diesem Theater von den ersten Anfängen der Proben bis zum ersten Vorhang zu begleiten. Vormittags Proben im Theater, bei denen er sich vor und hinter der Bühne die Abläufe genau ansehen konnte, und nachmittags bis abends Arbeit in der eigenen Firma. Diese Phase sollte sich als tragende Investition in die Zukunft erweisen, als Grundlage zu vielen Folgeaufträgen und zu seiner Spezialisierung auf Theater- und Inspiziententechnik. »Um halb acht geht der Vorhang auf. Die Technik muss bis dahin zuverlässig funktionieren. Das war mit das wichtigste, was ich in dieser Zeit gelernt habe.«
» ...erst ein Kunde, wenn er wiederkommt...«
Ein erster wichtiger Folgeauftrag kam 1964 über das heutige Projektierungsbüro Gerling + Arendt in Berlin zustande, das damals dringend einen Theaterfachmann für eine Sanierung in Ingolstadt suchte. Friedrich Salzbrenner nahm die ELA- und Inspizientenanlage in kürzester Zeit in Betrieb. Noch heute arbeiten Gerling + Arendt und die SALZBRENNER STAGETEC MEDIAGROUP bei vielen Projekten zusammen, denn eine der Prämissen Friedrich Salzbrenners war schon immer die Nachhaltigkeit. »Ein Kunde ist erst ein Kunde, wenn er wiederkommt,« meint der Seniorchef erklärend.
Aufträge für das Theater des Westens bis hin zu Großinstallationen im ICC Berlin folgten und vertieften das Standbein im Bereich der Kommunikationstechnik. Die Firma wuchs kontinuierlich weiter, auch durch die tatkräftige Unterstützung seiner Frau.
Inzwischen war er Vertragshändler und Servicewerkstatt für Philips und baute sich einen großen Marktanteil in Nordbayern auf. Seine Installationen basierten zunächst auf Philips-Komponenten, die jedoch in den 80er Jahren nicht mehr genügend weiterentwickelt wurden. Um weiterhin moderne Technik liefern zu können, begann Friedrich Salzbrenner verstärkt mit eigenen Entwicklungen. Zu Beginn waren dies Zusatzkomponenten, die in Kombination mit Philips-Geräten eingesetzt wurden; ELA-Zubehör etwa oder Vernetzungsapplikationen. Nach und nach wuchs dieser Zweig jedoch zu einer hauseigenen Entwicklungsabteilung, die inzwischen mit den C.A.S.-Linien moderne digitale Kommunikations- und Inspiziententechnik anbietet.
» ...die Last der Verantwortung verteilte sich...«
Heute steht der Firmenbereich der Projektierung und Installation als eines der wenigen universellen Generalunternehmen fest im Markt, sei es in Theater, Schauspiel und Oper oder bei Festinstallationen von Audio-, Video- und Kommunikationsanlagen für Kongresszentren und Mehrzweckhallen. Ein weiteres Betätigungsfelds dieses Zweiges der SALZBRENNER STAGETEC MEDIAGROUP sind Installationen im Sektor der Rundfunktechnik und professionellen Videoproduktion.
Doch bis zur Bildung der Mediagroup war es noch ein weiter Weg. »Als meine drei Söhne Wolfgang, Thomas und Stephan in die Firma eintraten, verteilte sich erstmals die Last der Verantwortung auf mehreren Schultern. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich mich auch anderen Dingen als dem Alltagsgeschäft widmen,« erklärt Friedrich Salzbrenner den Innovationsschub, den die Firma in den Neunzigern erlebte.
1989 wurde eine Vertriebsmannschaft aufgebaut, um zusätzlich Vertriebsprodukte im Bereich der hochwertigen Tonstudiotechnik anbieten zu können. Durch die Übernahme einiger eingespielter Mitarbeiter aus der professionellen Audiobranche erlangte die Vertriebsgesellschaft von Anfang an eine hohe Akzeptanz im Markt und konnte sich ständig weiter ausbauen.
Die Expansion in Richtung professioneller Tonstudiotechnik ging daraufhin weiter. Zu einer Zeit, da es viel Umbruch und Bewegung in der Pro-Audio-Branche gab, erkannte Friedrich Salzbrenner eine einmalige Gelegenheit: Eine renommierte Entwicklungsmannschaft suchte einen passenden Partner zur Entwicklung digitaler Studiotechnik. Zusammen mit diesem innovativen Team gründete Friedrich Salzbrenner Mitte 1993 in Berlin die STAGETEC Entwicklungsgesellschaft, eine Entwicklungsfirma für digitale Kreuzschienen und Mischpultsysteme. Ihre Forschungen mündeten schon ein halbes Jahr später im ersten serienreifen Produkt, dem NEXUS Audiorouter. Nicht nur die Entwicklungen und Produkte waren von Anfang an innovativ, sondern auch das neue Unternehmenskonzept der finanziellen Beteiligung, bei der die gesamte Entwicklungsmannschaft als Mitgründer und Gesellschafter auftrat. Dieses Konzept garantierte der Entwicklungsgesellschaft sowohl eine personelle Kontinuität - alle Mitglieder von der ersten Stunde sind noch heute bei der Firma beschäftigt - als auch eine ständige Innovation und Weiterentwicklung der Produkte. Letzteres kann man an den seitdem erfolgreich eingeführten Produkten, allen voran CANTUS und dem kürzlich vorgestellten AURUS ablesen.
2001 stieß tpc international zu der Unternehmensgruppe. Ein Anbieter von TV-Außenproduktionen und Ü-Wagen-Bau geriet in finanzielle Schieflage und trennte sich von seiner Ü-Wagen-Flotte und seinem kompetenten Mitarbeiter-Team. Dies bot der inzwischen zur Firmengruppe ausgebauten SALZBRENNER STAGETEC MEDIAGROUP die Gelegenheit zum Einstieg in ein weiteres Segment des Broadcastings. Seit Mitte Januar 2001 kooperiert dieser Firmenzweig als tpc international mit der Schweizer tv productioncenter zürich ag und bedient den europäischen TV-Produktionsmarkt.
» ...von mir eingeführte Werte...«
Die rasante Entwicklung und Vergrößerung fand zunächst still und unauffällig statt. Erst mit dem Bezug des neuen Hauptsitzes im Oktober 2001 wurde die Plattform geschaffen, auch nach außen hin das inzwischen angewachsene Firmenkonsortium zu präsentieren. Bisher externe Firmenbereiche wie z. B. die Entwicklung und Herstellung von Produkten der Kommunikationstechnik, mit ehemaligem Sitz in Gelnhausen, wurden in das heutige Stammhaus nach Buttenheim verlegt. Gleichzeitig bildete sich die SALZBRENNER STAGETEC MEDIAGROUP, unter deren gemeinsamen Label heute vier starke Partner auftreten: die SALZBRENNER STAGETEC Audio Video Mediensysteme in Buttenheim, die STAGETEC Entwicklung professioneller Audiotechnik in Berlin, die tpc international mit Sitz in Pliezhausen und als neuestes Mitglied der Mediagroup die DELEC Audio- und Videotechnik GmbH, ein Hersteller von Kommandoanlagen mit Sitz in Göllheim.
Neue Service- und Vertriebsniederlassungen in Rom, Wien und Brüssel wurden gegründet, die - wie auch die schon länger eingeführten Niederlassungen in Berlin, Löffingen und Chemnitz - vor Ort als Ansprechpartner für alle Einsatzbereiche der Mediagroup zur Verfügung stehen.
Mit dem Umzug in die neue Firmenzentrale und mit der Bildung der Mediagroup hat sich Friedrich Salzbrenner als Seniorchef nach fast 40 Jahren aus vielen Führungsaufgaben zurückgezogen und sie jüngeren Händen anvertraut. »Mir bleibt dabei ein zufriedener Blick zurück und ein zuversichtlicher Blick nach vorne: Denn auch heute, da sich ausgehend von einer familiengeführten Einzelfirma die international tätige Firmengruppe SALZBRENNER STAGETEC MEDIAGROUP entwickelt hat, werden die von mir eingeführten Werte fortgeführt«, erklärt Friedrich Salzbrenner bei seiner Geburtstagsfeier. Nur zwei Dinge wird er Zeit seines Lebens nicht aus der Hand geben: den Amateurfunk und die Prozessionsbeschallung, die ihm schon damals den Weg in die Selbständigkeit geebnet hatten.

