Vernetzung
NEXUS STAR wird lediglich über die Glasfaserverbindungskarte
RFOC und Duplex-Glasfaserkabel vernetzt. Verschiedene, der Anwendung
angepasste Netzstrukturen können realisiert werden, beispielsweise
eine sternförmige Struktur – auch mit zusätzlichen
parallelen und redundanten Glasfaserverbindungen zwischen den
NEXUS-Basisgeräten.
Maximal 16 Glasfaser-Baugruppen RFOC können in NEXUS STAR eingesetzt
werden; jede Baugruppe bietet maximal vier Ports.
Das NEXUS-Audionetzwerk ist ein Ganzes: Alle Eingänge, Ausgänge
und Bearbeitungskanäle sind im gesamten Koppelfeldsystem
nutz- und bedienbar.
Glasfaserverbindungen
Die Glasfaserverbindungen zwischen den Basisgeräten sind
immer bidirektional und übertragen je Richtung 128 Audiokanäle
sowie Kommunikations- und Synchrondaten.
Glasfaserkabel sind auch im mobilen Einsatz vorteilhaft: Sie sind dünn
und leicht bei hoher Übertragungskapazität. Die galvanische
Trennung durch Glasfaserkabel vermeidet zudem Erdschleifen zwischen
den Basisgeräten und erhöht die elektrische Sicherheit. Sie
können mehrere Kilometer ohne Qualitätsverluste überbrücken
und sind sicher gegen elektromagnetische und elektrostatische
Störungen. Deshalb können Glasfaser ohne Abschirmung
in vorhandenen Kabeltrassen verlegt werden.
Systemgröße
In einem NEXUS-Audionetzwerk mit NEXUS STAR können maximal 31
NEXUS-Basisgeräte bidirektional verbunden werden (ergibt: 4096
Ein- und 4096 Ausgänge). Damit sind vielfältige Systeme realisierbar:
vom einfachen Formatkonverter im Studio über die Funkhausvernetzung
bis hin zum Gesamtnetz eines Messegeländes.
Die optimale Netzstruktur und die Anzahl der parallelen und redundanten
Glasfaserverbindungen werden bei der Planung eines NEXUS-Systems ermittelt.
Die Netzstruktur ist beispielsweise abhängig von der räumlichen
Anordnung der Basisgeräte und der benötigten Verteilkapazität.
Die vollständige Koppelbarkeit von Eingängen und Ausgängen
des Gesamtsystems – die »uneingeschränkte Gleichzeitigkeit« – ist
auch bei großen Koppelfeldern durch eine angepasste Anzahl von
NEXUS-Basisgeräten und Glasfaserverbindungen erreichbar.
Signalverteilung
Die Aufschaltung der Eingänge auf Ausgänge erfolgt in NEXUS
STAR über eine aktive Schaltmatrix, die Routermatrix RCX. Sie
verwaltet zentral sämtliche Audiokanäle der 16 einsetzbaren
Interfacekarten des NEXUS STAR. Für jede Interface-Baugruppe
stellt die RCX jeweils 256 Ein- und Ausgänge zur Verfügung
(Routingkapazität von 4096 Strecken). Die Glasfaserverbindungen
verteilen die Signale dynamisch zwischen den Basisgeräten. Mehrere
parallele Glasfaserverbindungen von Basisgerät zu Basisgerät
vervielfachen die Übertragungskapazität (je Glasfaserkabel
128 Kanäle) oder können zur Redundanz verwendet werden.
Synchronisation
Auch NEXUS STAR arbeitet – NEXUS-konform – vollkommen
synchron. Dadurch kann die Signalverzögerung für alle geschalteten
Signale konstant und niedrig gehalten werden: Sie beträgt lediglich
sechs Samples. Mit diesem Wert ist NEXUS STAR ideal für zeitkritische
Anwendungen, bei denen es auf eine minimale Signalverzögerung
ankommt, wie etwa Live-Übertragungen.
Der Synchrontakt wird von der Steuerkarte RCX aufbereitet, um einen
jitterarmen Basisgerätetakt sicherzustellen. Dieser aufbereitete
Takt steht am Wordclock-Ausgang des STAR-Routers zur Verfügung
und kann beispielsweise als Studio-Masterclock oder für externe
Maschinen benutzt werden.
Eine separate Wordclock-Verteilung ist nicht mehr notwendig. Damit
vereinfacht sich die Installation bei weiträumigen Systemen und
im mobilen Einsatz.
Abtastfrequenzen
Das NEXUS STAR-Koppelfeldsystem läuft mit den
in der Praxis gängigen
Abtastfrequenzen von 44,1 kHz und 48 kHz sowie 88,2 kHz und 96 kHz.
Die Abtastfrequenz des NEXUS-Netzes wird von einem Bedienrechner aus
mit dem grafischen Bedienprogramm eingestellt.
Synchronquellen
Folgende Taktquellen von NEXUS STAR und den NEXUS-Basisgeräten
können das NEXUS-Netz synchronisieren:
- ein beliebiger Wordclock-Eingang
- ein beliebiger digitaler Eingang
- der interne Taktgenerator
- eine Glasfaserverbindung
- die optionale RSYNC-Karte (Video, WCLK, AES/EBU)
- falls vorhanden, eine MADI-Karte (RMF)
Das Taktsignal einer externen Quelle wird auf der
Steuerkarte des NEXUS STAR (RCX) oder eines entsprechenden Basisgeräts (XCPU)
aufbereitet, bevor es als jitterarmer Synchrontakt verwendet und im
NEXUS-System verteilt wird.
Generator
Der Taktgenerator auf den Steuerkarten ist mit Präzisionsquarzen
ausgestattet und kann als Studio-Masterclock eingesetzt werden. Die
Standardausführung erreicht eine Frequenzgenauigkeit von besser
als ±10 ppm und erfüllt damit die Anforderungen gemäß AES
11, Grade 2.
Automatische Quellenwahl
NEXUS STAR und das NEXUS-Netzwerk wechseln
bei Ausfall einer Synchronquelle automatisch auf eine andere Quelle.
Der Wechsel erfolgt gleitend und
unterbrechungsfrei. Ist keine passende externe Synchronquelle verwendbar,
beispielsweise aufgrund falscher Abtastfrequenzen, so wechselt das
System auf den internen Taktgenerator von NEXUS STAR oder eines Basisgeräts.
Eine frei definierbare Prioritätsliste legt fest, in welcher Reihenfolge
bis zu acht externe Synchronquellen bei der automatischen Quellenwahl
berücksichtigt werden.
Hot Swap
Alle Steckkarten in NEXUS STAR (außer RCX) können
im laufenden Betrieb ausgetauscht werden, was einen direkten Service
ohne Arbeitsunterbrechung ermöglicht. Versehentlich falsch gesteckte
Baugruppen führen nicht zu Beschädigungen. Ausgefallene,
falsch gesteckte oder fehlende Baugruppen werden über die Benutzeroberfläche
angezeigt.
Stromversorgung
NEXUS STAR ist ein sehr energieeffizientes System. Es benötigt
auch bei voller Ausbaustufe lediglich 160 Watt. Für die Stromversorgung
werden Weitbereichs-Schaltnetzteile an der Rückwand des Routers
montiert. Der Betrieb mit redundanter Versorgung und automatischer
Versorgungsübernahme ist fester Systembestandteil; an die Router-Backplane
können hierfür bis zu vier Netzteile angeschlossen werden.
Die Übernahme der Versorgungsspannung bei Ausfall eines Kreises
erfolgt automatisch und unterbrechungsfrei.
Während alle NEXUS-Basisgeräte lüfterfrei arbeiten,
ist bei NEXUS STAR bei hoher Bauteildichte auf eine ausreichende Luftzufuhr
und -zirkulation zu achten. In thermisch problematischen Umgebungen
sollte eine Klimatisierung in Betracht gezogen werden. |