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Die Baugruppe XSDI macht für das NEXUS-System Audiosignale
verfügbar, die in einem nach SMPTE 259M spezifizierten
digitalen seriellen Videodatenstrom »Serial
Digital Interconnect« eingebettet sind. Weiterhin lassen sich
auch beliebige NEXUS-Audiodaten in einen Videodatenstrom
schreiben. Die Karte stellt sowohl einen Videoeingang als auch
einen Videoausgang zur Verfügung, sodass Videosignale
ohne Verwendung weiterer Hardwarekomponenten durchgeschleift
werden können. Sollen nur Audiodaten aus einem Videosignal
extrahiert werden, ist selbstverständlich auch die Nutzung
als reine Eingangskarte möglich.
Gegenüber anderen Lösungen wurde die XSDI als universelles
SDI-Interface konzipiert. Die Baugruppe wurde vollständig
neu entwickelt, ohne dabei auf Standardapplikationen zugreifen
zu können. Sie bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten,
Audiodaten aus einem Videodatenstrom zu lesen beziehungsweise
dem Datenstrom hinzuzufügen:
›
De-Embedding Audiosignale lassen sich beliebig aus dem Videosignal
extrahieren und können im NEXUS-Audionetzwerk normal genutzt
und übertragen werden. Da der Videodatenstrom dabei
nicht beeinflusst wird, bleiben die Audiodaten für das ausgegebene
Videosignal erhalten.
› Embedding Beliebige Audiosignale des NEXUS-Systems
lassen sich in den Videodatenstrom einbetten. Hierbei sind
die zu schreibenden Datenblöcke und Kanäle frei wählbar.
Audiodaten anderer Blöcke, die zuvor im Videodatenstrom
enthalten waren, bleiben erhalten. Kanäle des gleichen Blocks
können übernommen werden.
› Replacing Aufgrund der Vielzahl möglicher
Datenstrukturen bietet die XSDI auch die Möglichkeit, neue Audiodaten
in bereits vorhandene Datenstrukturen zu schreiben. Hierbei werden
ausschließlich
die reinen Audiodaten neu eingebettet. Dieser Modus erlaubt
eine hohe Kompatibilität zu nicht normgerechten Datenströmen,
etwa wenn innerhalb eines Blocks nur zwei Audiokanäle definiert
sind.
›
Deletion Audioblöcke, die bereits im Videodatenstrom
enthalten oder zur Löschung markiert sind, lassen sich vollständig
entfernen und überschreiben.
Das
Interface XSDI ist optional auch mit optischen Steckverbindern SC
lieferbar, für große Entfernungen bis 40 km auch
mit Single-Mode-Transceiver. Die BNC-Variante bietet serienmäßig
zwei parallele Ausgänge.
Vielfältige Varianten
Die Baugruppe XSDI verarbeitet Signale entsprechend Standard SMPTE 259M
(4:2:2, Component, 270 MBit). Die in den Videosignalen
enthaltene Zeilenzahl kann wahlweise 525 oder 625 betragen;
die Formate werden automatisch detektiert.
Der Standard SMPTE 272M-A,C, der maximal vier Blöcke, bestehend
aus jeweils vier 20/24-Bit-Audiokanälen, vorsieht, wird
von der Karte vollständig unterstützt. Einzelne, aber auch
mehrere Kanäle lassen sich gleichzeitig aus dem Datenstrom
lesen oder ihm hinzufügen.
Die Spezifikation SMPTE 272M-A,C erlaubt unterschiedliche Arten
der Einbettung von Audiodaten in einen Videodatenstrom.
Dies kann in einer weitreichenden Übertragungskette zu
Problemen führen, die unter Umständen ein weiteres
inkrementelles Einbetten von Audiodaten verhindern. Die Baugruppe
ermöglicht es aus diesem Grund, bestehende Datenstrukturen
neu zu ordnen und – gegebenenfalls
mit den hinzuzufügenden Audiodaten – vollständig
neu zu schreiben.
Zur Rekonstruktion des systembedingt isochronen Audiodatenstroms
dient ein FIFO-Zwischenspeicher, dessen Puffer – individuell
angepasst für das empfangene Signal – zwischen
30, 40 und 64 Samples umgeschaltet werden kann.
Signalprozessor
Die XSDI ist serienmäßig mit einem DSP ausgestattet,
der eine Signalanpassung und -bearbeitung unabhängig von
weiteren Baugruppen ermöglicht. Die Ein- und Ausgangspegel
können getrennt voneinander eingestellt werden. »Verpolte« Signale
lassen sich mit dem Phasentausch korrigieren.
Sollen Audiosignale nicht mit der NEXUS-internen 24-Bit-Auflösung,
sondern mit nur 16 Bit oder 20 Bit ausgegeben werden, kann
die Signalqualität durch zuschaltbares »Dithering« deutlich
verbessert werden. Zusätzlich lässt sich durch »Noiseshaping« die
entstehende Rauschenergie in Frequenzbereiche transformieren,
auf die das menschliche Gehör unempfindlicher reagiert; die
erzielte Rauschminderung im Bereich unterhalb von 1 kHz
liegt bei etwa 15 dB.
Fehlererkennung
Für eine zuverlässige Funktionsweise wird der Status
des Eingangssignals mehrfach überprüft: »RX
Video PLL Lock», »Signal Condition OK«, Detektion
der Zeilenanzahl und des Formats, Audio-/Videosynchronizität,
EDH-Status, Verfügbarkeit und Format (20/24 Bit) der Audioblöcke,
FIFO-Fehler (Over-/Underflow), Überprüfung der Checksumme
des Audioblocks und »Parity Check« des Audiokanals.
Drei Leuchtdioden auf der Frontplatte informieren über den Baugruppenstatus.
Angezeigt werden unter anderem Synchronfehler, Bypass-Mode und
der Zustand der Ein- und Ausgangs-PLL.
Der integrierte Testgenerator unterstützt den Anwender bei der
Installation oder Fehlersuche. Das Videosignal kann zwischen
525 und 625 Zeilen umgeschaltet werden, für den Bildinhalt sind
wahlweise Farbbalken oder Schwarzbild wählbar. Der Modus »Pathologicals« ermöglicht
eine weit reichende Fehleranalyse.
Inkompatible Daten
Manchmal ist es wünschenswert, bestehende Datenstrukturen
des Datenstroms beizubehalten, etwa bei inkompatiblen Formaten.
Hierfür bietet die Baugruppe einen »Replacing«-Modus,
bei dem einzubettende Audiodaten unter Beibehaltung
bestehender Strukturen dem Videodatenstrom hinzugefügt
werden. Befinden sich jedoch im Videodatenstrom Datenblöcke,
die mit dem Interface nicht verarbeitet werden können, besteht
dennoch die Möglichkeit, diese transparent an den Ausgang weiterzureichen.
Zusatzdaten
Zusatzdaten im Datenstrom, die zu AES-3 kompatibel sind, werden
von der Baugruppe XSDI übernommen und können innerhalb
des NEXUS-Systems übertragen und über entsprechende Baugruppen
ausgeben werden, etwa mit AES/EBU-Ausgangskarten XET.
Audiodaten, die in den Ausgangsvideodatenstrom eingebettet
werden, lassen sich ebenfalls mit Zusatzdaten versehen. Hierbei
besteht die Möglichkeit, Daten aus AES-3-kompatiblen Quellen
zu übernehmen – etwa von einer AES/EBU-Eingangsbaugruppe
XER – oder vollständig durch die Hauptsteuerkarte
XCPU neu zu generieren.
Steckverbinder
Die Baugruppe wird wahlweise mit BNC oder/und optischem Interface
(LC, Single-Mode, Multi-Mode) bestückt. Die reine BNC-Variante
verfügt über einen Eingang und zwei Ausgänge. Die
Kombinationsvariante wird mit je einem Ein-/Ausgang als BNC und je einem
optischen Ein-/Ausgang geliefert. Als optischer Steckverbinder
wird ein SFP-Modul mit LC-Stecker eingesetzt.
Der Einsatz verschiedener optischer Module ist vor Ort möglich.
Die Verwendung von zwei Interfaces macht eine Formatwandlung
möglich.
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