Die Baugruppe XHDI macht für das
NEXUS-System Audiosignale verfügbar, die in einem nach SMPTE 259M
(SD) und SMPTE 292M (HD) spezifizierten digitalen seriellen Videodatenstrom »Serial
Digital Interconnect« eingebettet sind. Weiterhin lassen sich
auch beliebige NEXUS-Audiodaten in einen Videodatenstrom schreiben.
Die Karte stellt sowohl einen Videoeingang als auch einen Videoausgang
zur Verfügung, sodass Videosignale ohne weitere Hardwarekomponenten
durchgeschleift werden können. Sollen nur Audiodaten aus einem Videosignal
extrahiert werden, ist aber auch die Nutzung als reine Eingangskarte möglich.
Gegenüber anderen Lösungen wurde die XHDI als universelles SD- und HD-Interface
konzipiert. Sie bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, Audiodaten
aus einem Videodatenstrom zu lesen beziehungsweise dem Datenstrom hinzuzufügen:
›
De-Embedding Audiosignale lassen sich beliebig aus dem Videosignal
extrahieren und können im NEXUS-Audionetzwerk normal genutzt und übertragen
werden. Da der Videodatenstrom dabei nicht beeinflusst wird, bleiben die
Audiodaten für das ausgegebene Videosignal erhalten.
› Embedding Beliebige Audiosignale des NEXUS-Systems lassen sich
in den Videodatenstrom einbetten. Dabei sind die zu schreibenden Datenblöcke
und Kanäle frei wählbar. Audiodaten anderer Blöcke, die zuvor
im Videodatenstrom enthalten waren, bleiben erhalten. Kanäle
des gleichen Blocks können übernommen werden.
› Replacing Aufgrund der Vielzahl möglicher Datenstrukturen
bietet die XHDI auch die Option, neue Audiodaten in bereits vorhandene Datenstrukturen
zu schreiben. Dabei werden ausschließlich die reinen Audiodaten
neu eingebettet. Dieser Modus erlaubt eine hohe Kompatibilität
zu nicht normgerechten Datenströmen, beispielsweise wenn innerhalb
eines Blocks nur zwei Audiokanäle definiert sind.
›
Deletion Audioblöcke, die bereits im Videodatenstrom
enthalten oder zur Löschung markiert sind, lassen sich vollständig entfernen
und überschreiben.
Vielfältige Varianten
Die Baugruppe XHDI verarbeitet Signale entsprechend den Standards SMPTE 259M (4:2:2,
Component, 270 MBit) und SMPTE 292M (4:2:2,
Component, 1485/1483.5 MBit). Der Standard und die darin möglichen
unterschiedlichen Formate werden automatisch erkannt.
Folgende Video-Formate werden unterstützt:
| Video-Norm |
Video-Format |
SD/HD |
Testgenerator |
| SMPTE 296M |
1280x720 / 60p |
HD (SMPTE 292M)
|
ja |
| 1280x720 / 30p |
- |
| 1280x720 / 50p |
ja |
| 1280x720 / 25p |
- |
| 1280x720 / 24p |
- |
| SMPTE 274M |
1920x1080 / 60i |
HD (SMPTE 292M) |
ja |
| 1920x1080 / 30p (PsF) |
- |
| 1920x1080 / 30p |
ja |
| 1920x1080 / 50i |
ja |
| 1920x1080 / 25p (PsF) |
- |
| 1920x1080 / 25p |
ja |
| 1920x1080 / 24p (PsF) |
- |
| 1920x1080 / 24p |
ja |
| SMPTE 260M |
1920x1035 / 60i |
HD (SMPTE 292M) |
- |
| SMPTE 125M |
1440x487 / 60i |
SD (SMPTE 259M) |
ja |
| 1440x576 / 50i |
ja |
|
Betriebsart SD
Der Standard SMPTE 272M-AC (Audio, SD), der maximal vier Blöcke vorsieht
und aus jeweils vier 20/24-Bit-Audiokanälen besteht, wird von der Karte vollständig
unterstützt. Einzelne oder mehrere Kanäle lassen sich gleichzeitig
aus dem Datenstrom lesen oder hinzufügen.
Die Spezifikation SMPTE 272M-AC erlaubt unterschiedliche Arten der Einbettung von
Audiodaten in einen Videodatenstrom. Das kann in einer weitreichenden Übertragungskette
zu Problemen führen und unter Umständen das weitere inkrementelle
Einbetten von Audiodaten verhindern. Deshalb ermöglicht die XHDI-Baugruppe,
bestehende Datenstrukturen neu zu ordnen und – gegebenenfalls
mit den hinzuzufügenden Audiodaten – vollständig neu zu
schreiben.
Zur Rekonstruktion des systembedingt isochronen Audiodatenstroms dient
ein FIFO-Zwischenspeicher, dessen Puffergröße – individuell angepasst
an das empfangene Signal – zwischen 30, 40 und 64 Samples umgeschaltet
werden kann.
Das NEXUS-System kann auf das Videosignal synchronisiert werden.
Betriebsart HD
Der Standard SMPTE 299M-AC (Audio, HD), der maximal vier Blöcke vorsieht
und aus jeweils vier 24-Bit-Audiokanälen besteht, wird ebenfalls von der XHDI
vollständig unterstützt. Einzelne oder mehrere Kanäle lassen
sich gleichzeitig aus dem Datenstrom lesen oder hinzufügen.
Bei SMPTE 299M (Audio, HD) gibt es in Bezug auf Embedding keine Einschränkungen.
Es sind keine Kompatibilitätsprobleme als Folge unterschiedlicher
Embeddingalgorithmen zu erwarten.
Die XHDI hat im HD-Modus eine Sonderfunktion: Sie versucht im Embedding/DeEmbedding-Modus
(nicht Replace) eine identische Laufzeit für alle Blöcke zu erreichen.
Das setzt jedoch eine identische Struktur des bereits eingebetteten Audios voraus.
Sinnvoll ist diese Funktionalität bei Mehrkanalanwendungen,
die die maximale Kanalzahl von 4 pro Audioblock überschreiten. Wenn nur das
Embedding verwendet wird, ist eine identische Laufzeit immer garantiert.
Das NEXUS-System kann auf das Videosignal und bei asynchronem Audio auf den im Datenstrom
enthaltenen Audio-Wordclock synchronisiert werden.
Die in den Audiodaten enthaltenen
Zusatzdaten (kompatibel zu AES-3) werden für
die Auswertung durch die Software zur Verfügung gestellt. Beim Sender können
Zusatzdaten transparent von AES-3-kompatiblen Signalquellen übernommen
oder durch die XCPU neu generiert werden.
Signalprozessor
Die XHDI ist serienmäßig mit einem DSP ausgestattet, der eine Signalanpassung
und -bearbeitung unabhängig von weiteren Baugruppen ermöglicht.
Die Ein- und Ausgangspegel können getrennt voneinander eingestellt
werden. »Verpolte« Signale lassen sich mit dem Phasentausch
korrigieren.
Sollen Audiosignale, statt mit der NEXUS-internen 24-Bit-Auflösung, nur mit
16 oder 20 Bit ausgegeben werden, kann die Signalqualität durch zuschaltbares »Dithering« deutlich
verbessert werden. Zusätzlich lässt sich durch »Noiseshaping« die
entstehende Rauschenergie in Frequenzbereiche transformieren, auf die das
menschliche Gehör unempfindlicher reagiert; die erzielte
Rauschminderung im Bereich unterhalb von 1 kHz liegt bei etwa 15 dB.
Fehlererkennung
Für eine zuverlässige Funktionsweise wird der Status des Eingangssignals
vielfach überprüft: »Video PLL Lock», »Signalqualität«,
Detektion der Video-Formate, Audio-/Videosynchronizität, EDH-/
CRC-Status, Verfügbarkeit, Fehler und Format der Audioblöcke etc.
Zwei Leuchtdioden auf der Frontplatte informieren über den Baugruppenstatus.
Angezeigt werden unter anderem Synchronfehler, HD/SD-Mode, Test-Mode und der Zustand
der Ein- und Ausgangs-PLL.
Beim Ausfall des Eingangssignals schaltet die Karte automatisch in den Testgenerator-Modus.
Das Format des ausgegebenen Signals kann in der Bediensoftware vorgegeben werden.
Es kann ein festgelegtes Format sein oder das Format entspricht, wenn möglich,
dem zuletzt verfügbaren Eingangssignal. Als Bildinhalte stehen
Farbbalken oder BlackFrame zur Auswahl.
Beim Ausfall zentraler Systemkomponenten wie der XCPU schaltet die Karte automatisch
in einen Bypass-Mode, sodass zumindest das Videosignal nicht unterbrochen
wird.
Inkompatible Daten
Bei inkompatiblen Formaten sollen bestehende Datenstrukturen eines Datenstroms
oft erhalten werden. Dafür bietet die XHDI den »Replacing«-Modus
an. Hier wird die Struktur der Audioblöcke beibehalten, nur die reinen
Audio-Samples werden ausgetauscht. Diese Strategie kann insbesondere
bei SD-Anwendungen hilfreich sein, bei denen Inkompatibilitätsprobleme
durchaus auftreten können.
Befinden sich im Videodatenstrom Datenblöcke, die mit dem Interface
nicht verarbeitet werden können, werden diese transparent an den Ausgang
weiter geleitet.
Zusatzdaten
AES-3-kompatible Zusatzdaten im Datenstrom werden von der Baugruppe
XHDI übernommen, innerhalb des NEXUS-Systems übertragen und über entsprechende
Baugruppen ausgegeben (Beispiel: mit AES/EBU-Ausgangskarten XET).
Auch in den Ausgangsvideodatenstrom eingebettete Audiodaten lassen sich mit
Zusatzdaten versehen. Dabei können Daten aus AES-3-kompatiblen Quellen übernommen
werden (Beispiel: von der AES/EBU-Eingangsbaugruppe XER) oder durch die Hauptsteuerkarte
XCPU vollständig neu generiert werden.
Steckverbinder
Die Baugruppe XHDI wird mit BNC und optischem Interface (LC, Single-Mode) bestückt.
Es gibt einen BNC-Eingang und zwei gleichberechtigte BNC-Ausgänge. Als
optischer Steckverbinder (Eingang und Ausgang) wird ein SFP-Modul mit LC-Stecker
eingesetzt.
Verschiedene optische Module können vor Ort eingesetzt und ausgetauscht
werden.
Auch Formatwandlungen sind möglich.
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