05/2007

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Eine glasklare Sache
Kongresszentrum der Superlative mit NEXUS und Glasfaser
Eine Stadt im Aufbruch: Hanoi, die an Sehenswürdigkeiten reiche,
quirlige Millionenmetropole und Hauptstadt Vietnams, wartet mit einer neuen Attraktion
auf. In einer weitläufigen Parkanlage öffnete
Ende 2006 das National Convention Centre NCC seine Tore, eines der größten
und modernsten Tagungszentren in Vietnam. Für einen
exzellenten Ton und eine deutliche Sprache vertraut das
Haus auf ein Glasfasernetz mit vielen Satelliten
Große, glänzende Limousinen fahren vor, Hubschrauber ziehen ihre
Kreise, Sicherheitspersonal wacht allerorten, eine knisternde Spannung
liegt in der Luft. Hochrangige Staatsgäste, unter ihnen Wladimir Putin
und George W. Bush, haben sich im Tagungszentrum NCC eingefunden.
Anlass ist die alljährliche APEC-Gipfelkonferenz, die im November
2006 erstmals in Vietnam stattfand. Ein für das Land enorm wichtiger
Event, hatte Vietnam doch kurz zuvor die für die aufstrebende Wirtschaftsnation
so bedeutsame Zusage über die Aufnahme in die Welthandelsorganisation
WTO erhalten. Somit bot sich dem Land mit
seiner rasant wachsenden Wirtschaft die einmalige Chance, sich als
Gastgeber der APEC-Konferenz der gesamten Welt zu präsentieren.

Hohe Ansprüche – nicht nur an den Ton
Vietnam hat sich ein anspruchsvolles Entwicklungsziel gesetzt. In 2010
soll die Hauptstadt Hanoi den Status einer Industriestadt erreicht haben.
An dieser Vision wird mit Nachdruck und mit modernsten Mitteln
gearbeitet. So verwundert es nicht, dass das neu erbaute NCC nach
höchsten internationalen Standards und mit Beteiligung vieler ausländischer
Firmen geplant und gebaut wurde. Nicht nur die Architektur,
die Bauleitung und die Klima- und Gebäudetechnik stammen dabei aus
deutscher Hand, sondern auch die digitale Audiovernetzung. Gefordert
war die Einrichtung eines integrierten, zuverlässigen Systems, das neben
der erforderlichen Flexibilität auch herausragende Tonqualität und
ein hohes Maß an Redundanz bietet. Anforderungen, denen NEXUS
mit seiner flexiblen Audionetz-Topologie besonders gut entsprach.
Ein anspruchsvolles Netzwerk
Es sind die klassischen Vorteile des NEXUS, die auch bei einer Installation
in einem Kongressgebäude punkten. Als System, das rein via
Glasfaser kommuniziert, treten bei NEXUS-Netzwerken die bei Kupferverkabelungen
typischen Probleme wie Störeinstrahlungen oder eine
Verschlechterung der Signalqualität bei langen Kabelwegen schlichtweg nicht
auf. Zudem ist das modular aufgebaute Glasfasernetzwerk
ausgesprochen installationsfreundlich und ermöglicht – verglichen mit
kupferbasierten Lautsprecher- und Mikrofonnetzen – erhebliche Arbeitseinsparungen.
Lediglich vier dünne Glasfasern übernehmen im NCC
die Übertragung von 128 Audiokanälen in beide Richtungen, inklusive
Steuerdaten und Kabelredundanz! Ein weiteres gewichtiges Argument
für NEXUS waren die Wandler der TrueMatch-Mikrofonkarten, da sie
mit einer Auflösung von 28 Bit und einem Dynamikumfang von 153 dB
beste Audioqualität bieten. Insgesamt 64 XMAD TrueMatch-Mikrofoneingangskarten
stehen im NCC zur Verfügung.
Das Herz des Audiosystems
In den wichtigsten Sälen wie dem Plenarsaal, dem Bankettsaal, dem
International Conference Room und anderen Sitzungssälen steht
jeweils ein eigenes NEXUS Basisgerät für komfortable Anschlussmöglichkeiten
an das Audionetz bereit. Die derart dezentrale Platzierung
gestattet es beispielsweise, Audiosignale von der Bühne im
Plenarsaal in NEXUS einzuspeisen und über eine MADI-Schnittstelle
zur Abmischung an ein Mischpult weiterzuleiten.
Auch die Beschallungssysteme werden von NEXUS angesteuert, das
somit als Basis der gesamten Audioanlage dient. Die DSP-Module des
NEXUS übernehmen in diesem Zusammenhang übrigens auch Aufgaben
wie Summierung, Entzerrung, Verzögerung und eine Steuerung
des Eingangspegels in jedem vorgesehenen Beschallungsbereich des
NCC. Um noch flexibler auf spezielle Anforderungen einer Veranstaltung
reagieren zu können, verfügt das NCC-Netzwerk über zwei zusätzliche,
transportable NEXUS-Racks.
Das digitale Audionetz im NCC umfasst etwa 700 Eingänge und 700
Ausgänge, die von 13 Basisgeräten, kombiniert mit zwei NEXUS-STAR-Routern,
zur Verfügung gestellt werden. Die Installation wurde mit
einer Sterntopologie konfiguriert, in deren Mittelpunkt die beiden
verlinkten NEXUS STARs stehen.

Sicherheit im Netz
Aus Gründen der Redundanz und Betriebssicherheit ist jedes Basisgerät
mit zwei Glasfaserkarten versehen, die parallel zu den NEXUS
STARs im Hauptschaltraum laufen. Sollte eine Glasfaserverbindung
ausfallen, kann auf die Zweitverbindung geroutet werden. Die Wahrscheinlichkeit,
dass beide Glasfasern oder beide Karten gleichzeitig
ausfallen, kann in der Praxis vernachlässigt werden. Für alle Basisgeräte
und STARs sind zudem redundante Netzteile vorhanden. Damit
ist das gesamte Audionetzwerk im NCC so sicher ausgelegt, dass keinerlei betriebsgefährdenden
Ausfälle entstehen können.
Zusätzliche Sicherheit liefert das interne Überwachungsprogramm von
NEXUS: Sobald eine Komponente im Audionetz ausfällt, gibt es sofort
eine Meldung heraus. Diese Nachrichten – wie auch alle anderen Hinweise
und Anzeigen im NCC-NEXUS – erscheinen übrigens in vietnamesischer
Sprache. Ein kleines, aber sehr hilfreiches Detail, das den
Anwendern vor Ort den Umgang mit der neuen Technik leichter macht.
Flexible Lösung
Das NEXUS-System wird im NCC vom Technikraum aus über einen PC
administriert und bedient. Allerdings will man in einer derart großen,
weitläufigen Installation auch lokal, im Veranstaltungsraum, Zugriff auf
das Audionetz haben. Dies trifft ganz besonders für das Metering-Fenster zu,
das man bei jeder Aufnahme im Blickfeld haben sollte. Nun
kann man in einem NEXUS-Netz grundsätzlich an jedem Punkt im
Netzwerk einen PC mit NEXUS-Steuersoftware anschließen, selbst
während schon andere PCs im Netz aktiv sind. Im NCC nutzt man diese
Möglichkeit und kann in den Sälen mit bis zu vier weiteren NEXUS-Bediencomputern
arbeiten. Gegen unerwünschte Fehlbedienung
wurden diese NEXUS-Satelliten passwortgeschützt und mit eingeschränkten
Zugriffsrechten versehen. Damit ist eine außerordentlich
flexible Lösung entstanden, gerade für ein so vielfältig genutztes
Tagungszentrum.
Ende gut – alles gut
Zu den kritischsten Bauphasen von Großprojekten wie dem NCC gehören
immer die letzten Monate und Wochen, in denen die beteiligten
Firmen – meist unter großem Zeitdruck – um die Fertigstellung ihrer
Installationen wetteifern. Dabei ist eine Baustelle mit ihrem allgegenwärtigen
Staub und Schmutz wahrhaftig keine ideale Umgebung für
die Installation von Glasfasersystemen und deren Prüfung! Allerdings
wurden alle Verbindungen des Audionetzes vor der Inbetriebnahme
sorgfältig gereinigt und nochmals auf Herz und Nieren geprüft –
schließlich sollte die APEC-Konferenz, mit der gleichzeitig die feierliche
Einweihung des neuen Kongresszentrums einherging, störungsfrei über die
Bühne
gehen. Am Ende war die Feuerprobe bestanden: Dank bestens eingespielter Technik und
exzellenter Datenübertragung konnte das Gipfeltreffen in der „Stadt innerhalb
der Flüsse“ als
voller
Erfolg verbucht werden.

NCC kurz gefasst
Das NCC beherbergt auf einer Gesamtfläche von 60.000 m² einen
Konferenzsaal für 3.500 Teilnehmer, einen Bankettsaal für 1.000 Gäste,
zwei Sitzungssäle für hochrangige Staatsgäste sowie mehrere kleinere
Konferenzräume für 100 bis 200 Teilnehmer. Daneben sind
Seminar-, Arbeits- und Ausstellungsräume, ein Pressezentrum und andere
Service-Einrichtungen vorhanden.
Die Architekten Meinhard von Gerkan und Nikolaus Goetze vom Architekturbüro
gmp in Hamburg schufen einen Gesamtkomplex, der eingebettet
in einer Parklandschaft liegt, die symbolhaft Bezüge zur
vietnamesischen Kultur und Tradition herstellt. Mehrere Hotels und
ein Museum vervollständigen das architektonische Ensemble.
Das einer Wellenform nachempfundene, expressive Dach des Konferenzzentrum
begleitet den Besucher auf seinem Weg durch das
Foyer. Prominenten Gästen ist der Zutritt über den Hubschrauberlandeplatz
auf dem Dach des Gebäudes vorbehalten.
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