Sitemap downloads home Kontakt E-mail
Stage Tec Entwicklungsgesellschaft für professionelle Audiotechnik Berlin Home
sitemap
Impressum
 
News
Entwicklung
Referenzen
Know-How
Messen
Vertrieb
Kontakt
Links
Downloads

Referenzen

zurück zur Übersicht

 

 

 

 

Der Autor:
Alexander Nemes ist Toningenieur der tpc international und fährt vor allem die großen Produktionen auf dem digitalen tpc-Flaggschiff Ü2


tpc international

tpc international gilt mit seinem großen TV-Übertragungswagen Ü 2 als Spezialist für aufwendige Außenübertragungen mit exzellentem CANTUS-Ton. Die Live-Aufzeichnung der Knoff-Hoff-Show in München bewies, dass das CANTUS im Ü-Wagen noch mehr kann: Es zeigte sich als zuverlässiger Partner für TV-Ton und Beschallung.

Knoff-Hoff: Gewusst wie

Sendeton und Saalbeschallung sind zwei Anwendungen, die denkbar schlecht zusammenpassen. Will man im Saal eine gute Stimmung erzeugen, so fährt man den Pegel hoch und stört den TV-Ton. Nimmt man den Beschallungspegel so weit zurück, wie es für einen sauberen Sendeton hilfreich wäre, so leidet oft schon die Sprachverständlichkeit. Wie man es auch dreht, ohne eine enge Zusammenarbeit zwischen Beschallung und Sendeton und ohne fundiertes Fachwissen der dezentralen Saalbeschallung wird aus der klassischen Doppelaufgabe bei Publikums-TV-Shows die Quadratur des Kreises.

Die Tochter für den Saal

Ü2
Als die Bavaria Film- und Fernsehstudios als Produzentin der Knoff-Hoff-Show auf uns zukam und sowohl die Produktion des TV-Signals als auch die Saalbeschallung für die Neuauflage der Show in Auftrag gab, war schnell klar, dass in dieser ungewöhnlichen Zusatzaufgabe auch eine große Chance für einen guten Ton steckte. Nach der Vorbesprechung entschlossen wir uns, die außerordentlich hochwertige Audiotechnik des Ü 2 auch für die Beschallung zu nutzen: Das CANTUS-Tochterpult des Ü-Wagens, das normalerweise für eine zweite Fernseh-Tonregie verwendet wird, wurde unser Beschallungspult. Dieses Konzept bot zwei Vorteile: einen transparenten Klang der Saalbeschallung und damit auch eine vernünftige Sprachverständlichkeit selbst bei niedrigen Pegeln und ein enges Teamwork zwischen Beschallung und Sendeton.

Das technische Konzept

Zur Erläuterung: Wir haben unseren Ü 2 mit einem NEXUS-Audionetzwerk und einem CANTUS Sendemischpult ausgestattet. Das NEXUS-Netzwerk wird bei Produktionen mithilfe transportabler Basisgeräte bis zum Ort des Geschehens, in diesem Fall also bis zur Bühne oder zu den Publikumstribünen, verlängert. Das ist sehr praktisch, weil es uns die Verwendung schwerer Multicore-Kabel erspart, denn für NEXUS benötigen wir nur dünnes und flexibles Glasfaserkabel. Zusätzlich verfügt der Wagen über eine kleine CANTUS-Tochterkonsole, die auf dieselben Ressourcen wie die Hauptkonsole im Ü-Wagen zurückgreift. Beide Pulte teilen sich die vorhandene Prozessorleistung, weshalb man zu Beginn einer Produktion mit Haupt- und Tochterkonsole zunächst die Anzahl der Kanäle auf die beiden Pulte verteilt. Danach kann man mehr oder weniger unabhängig voneinander an den beiden Pulten arbeiten.

Ü2

Die Tochterkonsole hatte bei dieser Produktion Zugriff auf alle am NEXUS-Audionetz angeschlossenen Quellen. NEXUS diente somit zusätzlich als Splitter, weil jedes Mikrofonsignal im Ü-Wagen und an der Beschallung auflag. Teilweise wurden die Zuspielquellen wie Minidisc, CD oder Video-Festplattenzuspieler allerdings erst im Ü-Wagen gemischt und dann After-Fader mit einem Direct-out an das Beschallungspult weitergegeben. So konnte man in der Beschallung die identischen Fades wie in der Sendeaufzeichnung realisieren, eine Maßnahme, die für den Ablauf der Show wichtig war.

Pult nach Maß

Für die Beschallung an sich konnten wir Mario Obermeit gewinnen, einen der Experten für Beschallungen in der SALZBRENNER STAGETEC MEDIAGROUP. Seine Aufgabe war nicht nur die Bedienung der CANTUS-Tochterkonsole, sondern umfasste auch die Einrichtung der gesamten PA-Anlage. Mario Obermeit richtete zunächst 14 separate Beschallungskreise ein, denn aus den Vorbesprechungen ging die tatsächliche Anforderung an die Beschallung nur grob hervor. Mit diesen Kreisen konnte er die verschiedenen Lautsprecher für das Publikum, die Lautsprecher hinter der Bühne, die Einspielung der Vollplayback spielenden Band, den Bühnenmonitor, den Redaktionsplatz usw. mit unterschiedlichen Signalen anfahren. Im Laufe der Proben verringerte sich diese hohe Anzahl an Kreisen, weil sich herauskristallisierte, welche Kreise die gleichen Signale bekommen konnten. Die Ausspielung auf die einzelnen Kreise erfolgte über die Aux-Wege des CANTUS-Tochterpultes. Hier zeigten sich gleich mehrere Vorteile des Pultes im Beschallungseinsatz: Erstens kann man bei der Planung des Projektes so viele Ausspielbusse wie nötig einrichten, so dass man – genügend DSP-Leistung vorausgesetzt – sich sehr flexibel an jede Anforderung anpassen kann. Zweitens ließen sich auch die Ausspielwege selbst maßschneidern und z. B. mit Notchfiltern, Delay und Kompressoren bestücken. Drittens gibt der große Zentralbedienblock im CANTUS einen direkten Überblick über die Einstellung von 16 Ausspielungen im Kanalzug. Man sieht damit auf einen Blick, auf welchen Ausspielweg das entsprechende Signal wie laut hinausgeht. Viertens lässt sich jeder Signalweg im CANTUS intern beliebig benennen, so dass statt „Aux 14“ dort „Band“ stehen kann. Gerade bei den vielen Ausspielwegen ist das eine wichtige Hilfe.

Digital überlegen

Bei der Knoff-Hoff-Show war extrem wenig Zeit für technische Einstellungen vorgesehen. Die Stellproben begannen am Aufbautag und sollten schon ohne jede Vorlaufzeit oder Probe durch die drahtlosen Mikrofone und die Beschallung als Monitoring unterstützt werden. So wurde die Anlage dann nachts nach Ende der offiziellen Proben eingerauscht. Hier zeigte sich ein weiterer Vorteil des CANTUS: Einmal eingestellt und gespeichert, konnten alle Einstellungen dort, wo es sinnvoll war, von einem Kanal auf einen anderen oder auf alle anderen kopiert werden.

Vollauslastung

Insgesamt waren knapp 40 Signale auf dem Beschallungspult aufgelegt. Da es sonst eher für kleinere Aufgaben verwendet wird, ist es lediglich mit 24 Faderzügen bestückt. Wir nutzten daher die Möglichkeit, im CANTUS zehn verschiedene umschaltbare Ebenen zu definieren. Auf Ebene A lagen alle 22 drahtlosen Mikrofone auf, sie war damit nahezu voll. Auf Ebene B hatten wir alle Ausspiel-Mastersends als Fader aufliegen, die die Lautstärken der Beschallungskreise kontrollierten. In Ebene C lagen die Zuspielungen vom Ü-Wagen, also die Knoff-Hoff-Band, Videozuspielungen usw., sowie der Direktausgang des Live-Musikers und Geräuschemachers, daneben noch einige Hilfssignale z. B. zum Einrauschen. So war das Pult trotz seiner geringen Anzahl von Fadern noch sehr übersichtlich.

Service während der Proben

Das Thema Sicherheit ist bei Live-Anwendungen immer sehr wichtig. Ein Ausfall des Pultes während der Aufzeichnung mit Publikum könnte die gesamte Produktion zum Stillstand bringen. Das ist auch bei anderen Anwendungen des CANTUS so, beispielsweise im Theater, bei Live-Auf-zeichnungen im Ü-Wagen oder bei der Produktion mit teuren Künstlern. Deshalb hat das Pult ein ausgeklügeltes Sicherheitspaket, das von der ständigen Überwachung der einzelnen Karten und Glasfaserstrecken bis hin zum redundanten Netzteil reicht. Und da das Pult genau genommen nur eine Fernbedienung des DSP-Racks ist, kann man es sogar im Betrieb ausschalten und der Ton läuft trotzdem weiter. Bei dem recht hektischen Aufbau hat sich diese Funktion bewährt: Auf der Suche nach einem Verkabelungsfehler konnten wir im Probenbetrieb den Strom vom Beschallungspult nehmen – die beiden Moderatorenmikrofone und die Ausspielwege zu den Beschallungsboxen waren offen und blieben es auch, so dass wir in Ruhe den Verkabelungsfehler suchen konnten.

Viele Möglichkeiten

Für mich war diese Produktion auch deshalb interessant, weil ich als langjähriger CANTUS-Nutzer sehen konnte, wie schnell sich ein Beschallungsprofi auf dem Pult einarbeitet. Mario Obermeit und sein Assistent Heiko Hannig hatten bis dahin nur mit analogen Konsolen Erfahrungen gesammelt. Aber schon nach kurzer Zeit diskutierte er mit uns über die beste Konfiguration des Pultes, wünschte sich noch ein Notchfilter hier oder einen Direct-Out da und hätte am liebsten die Programmierung selbst vorgenommen. Beim nächsten Mal – wer weiß – werden wir ihm diese Möglichkeit auch geben, und zwar über NEXUS. Wir könnten ihm dazu seinen Laptop ins NEXUS-Netz integrieren, so dass er sich über den Audiorouter seine Rufkreise selbst verteilen und schalten und zum Beispiel die Verzögerungen der Beschallungskreise im NEXUS eingeben kann. Wenn das NEXUS mit der entsprechenden DSP-Karte ausgerüstet ist, erlaubt ihm diese Konfiguration sogar die Entzerrung der Lautsprecherkreise über NEXUS. Das Tochterpult bräuchte er dann nur noch zur dynamischen Lautstärkeregelung und zur Entzerrung der Mikrofone.
 

  zurück zur Übersicht II nächste Referenz II   nach oben

Stage Tec Entwicklungsgesellschaft für professionelle Audiotechnik mbH, D-12459 Berlin, Tabbertstr. 10
Phone: +49 30 639902-0, Fax: +49 30 639902-32, , © 2002-2008 Stage Tec Berlin

Home / Datenschutzerklärung / Impressum / Sitemap