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Geyer Synchron

Wunschpult für Film

Als bei Geyer Synchron das in die Jahre gekommene Analogpult im Filmmischatelier durch eine moderne, digitale Filmkonsole ersetzt werden sollte, stand man vor einem ganz unerwarteten Problem: Eine solche Konsole gab es nicht! Überzeugt von den CANTUS-Produktionspulten, gab das traditionsreiche Unternehmen Geyer Synchron deshalb bei Stage Tec ein Filmpult in Auftrag. Heraus kam ein völlig neues Produkt: Das CINETRA

CINETRA bei Geyer Synchron
In dem großen Saal ist es dunkel. Die Augen auf die Leinwand geheftet, ertastet sich der Mann am Pult den Regler. Ein leises Knattern schwillt an, zunächst hinten links, verschiebt sich immer mehr nach vorne, ein altes Auto taucht im Bild auf, fährt von links durchs Bild durch, bis es mit dem Knattern rechts vorne wieder verschwindet.

Vier, sechs oder gar acht Abhörkanäle – je nach Kinoformat – müssen für so eine einfache Szene gespeist werden, müssen via aufwendigem Panoramasteller dynamisch angesprochen und vom Tonmeister fast blind bedient werden. Denn die Augen hängen an der Kinoleinwand …. Nur ein spezielles Filmpult kann in einer solchen Umgebung bestehen. Was genau unterscheidet aber ein Filmpult von einer normalen Produktionskonsole, was bietet CINETRA, was CANTUS nicht kann?

Neue, flexible Busstruktur

Am wichtigsten ist eine Unterstützung aller Mehrkanal-Formate für Kino und TV. Um für die Mischung in Dolby Surround mit vier Tonkanälen, in 6-kanaligem Dolby Digital oder in 8-kanaligem SDDS gerüstet zu sein, benötigt man an einer Filmkonsole ein völlig anderes Bussystem, als man es von Produktionskonsolen her kennt.

Dem CINETRA liegt deshalb ein sehr flexibles, bei jeder Mischung wieder neu konfigurierbares Bussystem mit insgesamt 64 wahlfrei verwendbaren Summierbussen zugrunde, die je nach Bedarf für die jeweilige Mischung als Record-, Reassign-, Aux- oder Monitorbusse eingesetzt werden können. 64 Busse – dies hört sich zunächst sehr üppig an, ist aber durchaus sinnvoll. Bei einer typischen 6-Kanalmischung etwa benötigt man z.B. allein 6 Monitorbusse und vielleicht 24 Record-Busse. In diesem Beispiel bleiben noch 16 Aux-Busse, ein PFL-Weg und 17 Reassign-Busse übrig und die Summierbusse sind alle belegt!

Die Reassign-Busse sind ebenfalls eine Spezialität von Filmpulten. Sie dienen in erster Linie der panorama-unabhängigen Auskopplung von Eingangskanälen, beispielsweise für parallele Monoausspielungen oder zur Bildung von echten Audio-Subgruppen.

Routing-Anzeige statt Metering

Filmpulte benötigen keine präzisen Pegelmesser im Kanalzug, denn in der Filmmischung werden keine Mikrofonaufnahmen mehr vorgenommen. Die Meterbridge des CINETRA unterscheidet sich daher völlig von der einer Produktionskonsole, denn auf die großen Pegelanzeigen wurde schlicht verzichtet. Damit konnte man Platz gewinnen für andere, wichtigere Informationen – für das Routing. Bei den oben erwähnten 64 Summierbussen benötigt der Tonmeister unbedingt eine Rückmeldung darüber, welcher Kanal auf welche Summe geschaltet ist – anders ist das Routing kaum zu überblicken. Diese Rückmeldung ist beim CINETRA in der Meterbridge untergebracht. Ganz muss der Tonmeister aber auf eine Pegelanzeige nicht verzichten. Ein kleines LED-Bogeninstrument zeigt den Kanalpegel, ein weiteres die Aktivitäten der Regelverstärker an.

Pannig- und Routing-Modul

Das Zentralmodul des CINETRA weist ein vollständig neues Modul für Panning und Routing auf. Es erfüllt zwei unabhängige Aufgaben: Zum einen findet man hier zwei motorisierte Joysticks zur Panoramaregelung. Mit ihnen kann ein Ton beliebig im Raum herumgeschoben und auf die vier, sechs oder acht Abhörkanäle verteilt werden. Die Joysticks sind berührungssensitiv und ebenfalls automatisiert.

Eine weitere Aufgabe des Panning- und Routing-Moduls liegt in der Aufschaltung des einzelnen Kanals auf die 64 Summierbusse. Je nach Bus kann man wählen, ob ein Kanal direkt oder über das Panning aufgeschaltet werden soll; nur die Reassign-Busse – das ist ihre Besonderheit – werden grundsätzlich immer direkt unter Umgehung des Pannings angesprochen.

Eine weitere Besonderheit: Im Routing-Modul lässt sich ein Kanal auch direkt auf die acht Abhörschienen aufschalten – so können Eingangskanäle als reine Abhörkanäle z. B. für bereits erstellte Vormischungen als sogenannte Predub-Kanäle verwendet werden.

Fühlbare Automation

Das CINETRA verfügt natürlich über eine dynamische Automation aller Pultparameter, über motorisierte Fader und über alle heute üblichen Automationsfunktionen. Die Automation ist bei einer Filmmischung sehr wichtig, denn immer wieder muss man auf vielen Kanälen gleichzeitig zahlreiche Einstellungen ändern; bei jedem Szenenwechsel nämlich.

Dementsprechend finden sich im CINETRA einige filmspezifische Details und Funktionen innerhalb der Automation, wie z. B. die fühlbare Markierung der 0-Position: Während eines Schreibdurchgangs drückt der Fader ständig leicht in die Richtung der gespeicherten Faderposition, sodass man fühlen kann, ob die aktuelle Faderposition mit dem gespeicherten Wert übereinstimmt. Dadurch weiß man genau, wann man den Schreibvorgang ohne einen Pegelsprung verlassen kann. Für einen Filmtonmeister, dessen Blick auf das Bild und nicht auf das Mischpult gerichtet ist, stellt dies eine willkommene Hilfe dar.

Auch als Dreimann-Konsole

Insbesondere für den amerikanischen Markt kann das CINETRA mit drei Pultsektionen konfiguriert werden. Jede Pultsektion ist dabei im Grunde eigenständig, allen dreien wird jedoch noch eine gemeinsame Datenverwaltung übergeordnet. Dieses Konzept erhöht die Betriebssicherheit ganz erheblich, denn bei einem möglichen Ausfall ist nur eine der drei Pultsektionen betroffen.

Zusammen mit der Möglichkeit, fehlerhafte Module während des Betriebs zu wechseln, kann das CINETRA daher als ausgesprochen betriebssicher gelten. Bei Dreimann-Betrieb sollen manche Audiosignale sektionsübergreifend im Pult vorhanden sein, andere Signale werden aber nur innerhalb einer Sektion benötigt. Um dies zu realisieren, braucht das Pult verschiedene Summierbusse: Für die Kommunikation der Sektionen untereinander stehen im CINETRA die Reassign-Busse zur Verfügung. Auch die Abhörkanäle sind natürlich pultübergreifend ausgelegt. Die Record- und Aux-Busse sind dagegen strikt getrennt. Das unterbindet mögliche Fehlschaltungen und dient der besseren Übersicht über den Signalfluss.

Erste Erfolge

Filmpulte sind anders. Die vielen Besonderheiten, angefangen von der Mehrkanaligkeit bis hin zur Drei-Personen-Ausführung erfordern einige Spezialentwicklungen, die beim CINETRA konsequent angegangen worden sind. Die Voraussetzungen für das Gelingen dieses Projektes waren allerdings auch sehr günstig: Da trafen sich ein Kunde, der genau wusste, was er wollte, und ein Hersteller, der sich nicht nur auf eine kleine Software-Änderung, sondern auf eine wirkliche Neuentwicklung einlassen wollte. Der Mut hat sich jedenfalls auf beiden Seiten gelohnt!

Klaus Wendt, Mischtonmeister
aus Starnberg hat schon vor zwei Jahren bei der Synchron-
mischung von "Titanic" umfangreiche Erfahrungen mit dem CINETRA bei Geyer-Synchron sammeln können.

CINETRA: Ein Mischpult, das begeistert

»Bei einer amerikanischen Produktion wie American History X erhalten wir als Ausgangsmaterial Vormischungen der Musik und der Effekte. Meine Aufgabe ist es dann, die Synchronstimmen in diese Soundlandschaft einzupassen. Und zwar genau nach den klanglichen Vorgaben aus Hollywood.

Da wir unter großem Zeitdruck arbeiten, ist dazu ein modernes Filmmischpult unerlässlich. Modern heißt, dass möglichst viele Parameter durch eine Automation erfasst werden. Hier bietet mir das CINETRA natürlich eine ganze Menge: Neben den Fadern und den Mutes lassen sich auch die Equalizereinstellungen und alle übrigen Parameter des Pultes abspeichern bzw. automatisieren. Besonders gut gefällt mir die Idee, dass bei einem Panorama-Sweep durch Berührung des Panpots die benötigten Busse automatisch angewählt werden. Stage Tec hat hier viele Vorschläge von Hubert Henle als Berater von Geyer Synchron umgesetzt, der das Pult gemeinschaftlich mit Harald Klaus konzeptioniert hat.

Man merkt dem CINETRA außerdem an, daß Stage Tec – im Gegensatz zu anderen Filmpult-Herstellern – mit seinem CANTUS schon viel Erfahrung im Bereich der digitalen Mischtechnik mitbringt: Die Bedienkonzepte sind konsequenter und moderner als bei traditionellen Konsolen. Ein großer Vorteil, wie ich finde.

Was mich bereits bei meiner ersten Produktion auf dem CINETRA begeistert hat, ist der unglaublich gute und saubere Klang des Pultes und der EQs. Niedrigste und höchste Pegel werden immer sauber und unverfälscht wiedergegeben, was für meine Arbeit sehr wichtig ist. Bei American History X werden die Bilder sehr wirkungsvoll durch den Ton unterstützt. So gibt es beispielsweise eine Reihe von Rückblenden, die auch akustisch umgesetzt werden. Der Ton wird schlanker, an einigen Stellen sogar monophon. Es macht Spaß, mit solchen hochwertigen Vorlagen zu arbeiten. Ich freue mich schon auf meine nächste Produktion mit dem CINETRA – auch in SDDS!«
 

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