Seit dem 30. Juni 2000 sendet der MDR aus seiner neuen Fernsehzentrale in Leipzig. Nicht nur architektonisch zeigt sich der Neubau futuristisch, auch die Produktions- und Sendetechnik wurde zukunftsweisend geplant. Dabei spielen die Produkte von Stage Tec eine wichtige Rolle: In den Produktionsregien geben drei jeweils 96-kanalige CANTUS-Mischpulte den Ton an und der Hauptschaltraum sowie die Anbindung der Studios, Regien und Sendeabwicklungen basiert audioseitig auf einem NEXUS-Netz aus 21 Basisgeräten mit insgesamt um die 1.800 x 1.700 Koppelpunkten.
Trotz der hochwertigen Audiotechnik bleibt in einer Fernsehzentrale natürlich das Bild die wichtigste Größe – weshalb sich das große NEXUS des MDR gemäß der Maxime »Audio follows Video« klein und dezent im Hintergrund hält.
Übertragungswagen Ü2000 des Mobile TV-Produktion Center MPC
Ü-Wagen sind immer zu klein. Eine komplette Fernseh-Regie mit Video, Ton und Redaktion muss auf engstem Raum in einen LKW gepresst werden und dabei noch raumgreifende Parameter wie Klimatisierung und Schallschutz erfüllen. Mit einem neuen Verfahren gelingt es, die engen Grenzen besser auszunutzen. Erstes Beispiel: der Ü2000.
Größer, breiter, leichter
Die Möglichkeiten des Ü2000 lassen an einen Studiokomplex statt an einen Ü-Wagen denken: 13 Arbeitsplätze, 22 Kameras, 10 digitale MAZen, Slomos, 3 LSMs, 3 MAVs, Grafik, Trick, zwei getrennte Bildregien – vollkommen digital natürlich – und zwei getrennte Tonregien mit Mehrkanalton, CANTUS samt Tochterkonsole und NEXUS-Netzwerk.
CANTUS und NEXUS sind aufgrund ihrer kompakten Bauweise, ihres geringen Gewichtes und ihrer Flexibilität schon nahezu als Standardkomponenten im Ü-Wagen-Bau anzusehen, aber ansonsten weicht der Wagen, der von der Mefisto Sonderbau in Reutlingen für das Mobile TV-Produktion Center MPC gebaut wurde, sehr von gängigen Standards ab.
Sandwich macht Platz
Wie zahlreiche große Übertragungswagen beruht der Ü2000 auf einer ausziehbaren Architektur: Für die Fahrt zum Aufnahmeort wird der Wagen zusammengeschoben und erfüllt die für den Straßenverkehr zulässigen Höchstmaße. Vor Ort angekommen, kann man den Wagen sowohl seitlich, als auch nach hinten ausziehen – was schon die erste Besonderheit darstellt.
Eine neue Sandwichbauweise des Ü-Wagen-Aufsatzes bietet im Vergleich zu bisheriger Bauweise eine höhere Stabilität bei gleichzeitig geringerem Gewicht und ermöglicht es dadurch, einen größeren Auszug zu bauen. Der Ü2000 lässt sich dank dieser Technik um ganze 1,35 m seitlich ausziehen und bietet innen umso mehr Platz.
Schweizer Gewichtsklasse
Beim Bau des Ü2000 gab es noch eine Vorgabe: Das Gesamtgewicht sollte 34 Tonnen nicht überschreiten. Zwar sind auf Deutschlands Straßen bis zu 40 Tonnen zulässig – aber nicht in unserem Nachbarland Schweiz. Das Gewicht des Wagens ließ sich ebenfalls mit der Sandwich-Bauweise optimieren. Zusätzlich wurde an allen anderen Stellen mit Gewicht gegeizt, und zwar so effektiv, dass er jetzt auch in die Schweiz einreisen darf. Für einen Wagen in seiner Größe ist das sehr außergewöhnlich! Der Ü2000 wird außerdem von einem Rüstwagen begleitet. Dieser beherbergt je eine weitere Tonkabine und Videoregie, sodass man beispielsweise bei internationalen Sportveranstaltungen zwei völlig getrennte Versionen bearbeiten kann.
Leichter Ton
Auch die Toninstallation spart Gewicht und bietet mit seinem CANTUS samt NEXUS noch weitere Parameter, die besonders im beengten Ü-Wagen-Bau wichtig sind. So zum Beispiel die kompakte und leichte Bauweise sowohl der NEXUS Basiseinheiten, des CANTUS-Racks als auch der Konsole an sich. Die Komponenten erzeugen darüber hinaus nur eine geringe Verlustleistung und wenig Abwärme. Als Folge kann die Gerätekühlung der Tonanlage auf ein Minimum beschränkt und Platz und Gewicht bei der Klimatechnik eingespart werden.
Durch die Installation einer Basiseinheit im vorderen Wagenteil und einer zweiten im hinteren Tonstudioteil ließ sich die Querverkabelung im Wagen auf ein Minimum, nämlich auf eine Glasfaserleitung, reduzieren. Drei weitere, transportable Basiseinheiten werden bei Bedarf vor Ort durch leichte Glasfaser statt durch kupferschweres Multicore installiert. Ebenfalls bei Bedarf wird die zusätzliche Tonkabine im Rüstwagen angeschlossen. Sie ist mit einer CANTUSTochterkonsole ausgestattet, die als mobile Einheit auch extern installiert werden kann.
Größentest bestanden
Seine Flexibilität konnte der Ü2000 Anfang des Jahres auch bei einer Stage-Tec-Veranstaltung beweisen: bei dem Audioseminar im Kloster Banz. Dort war der Ü-Wagen allerdings mit Videoeinspielungen und Tonanbindung aus dem Seminarraum hoffnungslos unterfordert.
Seine schwierigste Aufgabe in Banz lag in einer anderen Dimension – im zentimetergenauen Manövrieren durch das Klostertor. Da hätte der kleine Große aus Reutlingen kein bisschen dicker sein dürfen!
Der Autor Dr. Helmut Jahne ist
einer der Geschäfts-
führer und Chef der Entwicklung von Stage
Tec Berlin. Mit Patenten und Ideen rund um das Thema "Digital
Audio" treibt er bei Stage Tec die Produktgestal-
tung voran.
Besser ohne
Schirm – neue Erkenntnisse zur Schirmung bei analogen Leitungen
Die Abschirmung eines Audiokabels gilt als unverzichtbarer Bestandteil
jeder hochwertigen Signalverbindung, oder? Nicht immer, meinen wir
und behaupten im Gegenteil: Eine analoge Leitung ohne Schirm ist
in einem Audionetz auf NEXUS-Basis weniger störanfällig
Es gab eine Zeit, da galt »digital« als Synonym für »gut«.
Heute weiß man landläufig, dass es auch auf digitaler Ebene
auf Qualität, intelligente Strategien und gute Schaltungslayouts
ankommt; vor allem beim Übergang von analog nach digital und zurück.
Ein naheliegendes Beispiel ist NEXUS, bei dem die analogen Ein- und
Ausgangs-Schaltungen für ungewöhnliche elektrische Eigenschaften
sorgen. Ein paar harte Fakten vorab: Im Zusammenhang mit Störanfälligkeit
sind vor allem zwei Parameter interessant: die extrem hohe Unsymmetriedämpfung
und die nur noch wenige Pikofarad große Koppelkapazität
zur Masse – konventionelle Schaltungen weisen einen um ein Vielfaches
höheren Wert auf. Die Folge der niedrigen Kapazität ist praktisch
eine Erdfreiheit auch für Audiofrequenzen und nicht nur für
Gleichstrom. Diese qualitativ außergewöhnlichen analogen
Ein- und Ausgänge führen in der Praxis dazu, dass ein unabgeschirmtes
Line-Kabel bessere Werte als ein geschirmtes Kabel mit sich bringen
kann!
Verschiedene Störungen
Warum kann auf eine Abschirmung beziehungweise eine Masseverbindung
verzichtet werden? Weit verbreitet ist die Auffassung, dass die Masse
als Schirm benötigt werde, um Störungen abzuleiten. Für
unsere Betrachtungen wichtig sind induktiv und kapazitativ eingekoppelte
Störungen und hochfrequente Störsignale.
Induktive Störfelder wirken von einem elektrischen Schirm ungehindert
auf beide Tonadern ein. Hier hilft der Schirm also nicht. Vielmehr
lassen sich die Auswirkungen induktiver Störfelder von je her
nur durch einen sehr kleinen Abstand der Tonadern minimieren und durch
eine Verdrillung der Tonadern kompensieren.
Bei kapazitiven Störungen dagegen kann ein Schirm helfen. Die Störungen
werden gegen Masse abgeleitet und koppeln nicht mehr in die Tonadern ein. Der Nachteil:
Die Masse ist überall etwas verschieden.
Gegen hochfrequente Störungen hilft der Schirm in weit weniger
Fällen, als meist angenommen wird. Ganz im Gegenteil kann er sich
auch – je nach einstreuender Frequenz – als kapazitiv an
die Tonadern gekoppelte Antenne auswirken.
Kapazitive Störungen
Wird bei kapazitiven Störungen der Schirm weggelassen, so kann
die Störung direkt in die Tonadern einkoppeln. Günstig ist
es auch hier, beide Tonadern so eng wie möglich – oder verdrillt – zu
führen, sodass beide Tonadern von der Störung erfasst werden.
So addiert sich die Störung auf beiden Tonadern und erscheint
damit als Gleichtaktsignal. Unser Nutzsignal, als Differenzsignal zwischen
den symmetrischen Tonadern, wird davon nicht betroffen. Voraussetzung
dafür ist: Die Ein- und Ausgänge weisen eine ausreichend
große Unsymmetriedämpfung auf.
Falls eine Störung trotzdem punktuell in eine Tonader einkoppeln
sollte, dann ist es wichtig, dass der analoge Audioausgang eine sehr
niedrige Ausgangsimpedanz besitzt, um diese Störung auch auf die
andere Tonader zu koppeln. Die Störung ist dann auf beiden Tonadern
gleich groß und erscheint somit wieder als Gleichtaktsignal.
Diese Behauptung ist nicht neu; sie wurde bereits von Stephen H. Lampen
(Belden) in seinem Vortrag »Transporting Audio Signals on Category
5 UTP« auf der 109. AES-Convention im Sept. 2000 aufgestellt.
Test mit NEXUS
Soviel zur Theorie. Leider verfügte die Firma Belden nicht über
Audiogeräte mit einer Unsymmetrie-Dämpfung über 80 dB,
sodass der Nachweis dieser Theorie fehlte. Für uns bei Stage Tec
hingegen ist dies kein Problem, denn die NEXUS-Baugruppen besitzen
Unsymmetriedämpfungen von teilweise über 150 dB, der Ausgangswiderstand
liegt bei nur etwa 8 Ohm und die parasitäre Massekapazität
liegt nur bei einigen 10 pF – alle Werte übertreffen bei
weitem die Forderungen des entsprechenden Pflichtenheftes.
Um die Frage nach dem Nutzen des Schirmes unter solchen Bedingungen auch experimentell
zu untermauern, untersuchten wir die Störempfindlichkeiten auf verschiedenen
Kabeln an NEXUS-Baugruppen; und zwar mit einem 120 m langen, geschirmten Kat-5
S-STP-Kabel(1) und einem 300 m langen Kat-5 UTP-Kabel(2).
Unerwartete Ergebnisse
Bei der Messung der Ausgangsspannungs-Unsymmetrie konnte das UTP-Kabel
bis zu 30 dB bessere Werte als das S-STP-Kabel erreichen – trotz
mehr als doppelter Länge. Dies liegt an der viel kleineren Massekapazität
des UTP-Kabels und war zu erwarten. Unerwartet waren die Übersprechmessungen
für benachbarte Kanäle. Hier konnte das ungeschirmte UTP-Kabel
mit bis zu 20 dB besseren Werten aufwarten!
Daraufhin suchten wir gezielt nach Nachteilen von UTP-Kabeln. Dazu
simulierten wir eine unsymmetrische Störquelle und speisten beide
Adern mit einem leicht unsymmetrischen Signal. Auch hierbei waren die Übersprechdämpfungen
auf dem UTP-Kabel besser – und zwar in weiten Bereichen um 35
dB! In dieser Versuchsanordnung wurde jetzt zusätzlich die Symmetrie
auf die vom Pflichtenheft 3/5 verlangten Minimalwerte verschlechtert.
Das führte bei dem S-STP-Kabel zu keiner Veränderung, da
der Schirm dies verhinderte. Bei dem UTP-Kabel zeigten sich dagegen
dramatische Veränderungen: Die Übersprechdämpfungen
entsprachen etwa denen des S-STP-Kabels.
Schlussfolgerung
Mit hochqualitativen Ein- und Ausgängen – und nur dann – lassen
ungeschirmte UTP-Kabel als analoge Signalwege erheblich bessere Übersprechwerte
zu, als ihre geschirmten S-STP-Pendants. Und dabei ist das für
die Messungen verwendete S-STP-Kabel schon ein extrem hochwertiges
Kabel verglichen mit den üblichen Audiokabeln! UTP-Kabel sind
auch dann die bessere Wahl, wenn entweder der Audioeingang oder der
Audioausgang nicht ganz so optimal wie im NEXUS ist, aber immernoch
gerade die Grenzwerte des Pflichtenhefts 3/5 erreicht. Der Einsatz
geschirmter Kabel hingegen wird um so sinnvoller, je schlechter die
Symmetrie der angeschlossenen Geräte oder je größer
die parasitäre Massekapazität ist, beziehungsweise wenn keine
Erdfreiheit gegeben ist.
Zukunft dem RJ45
Dem Einsatz ungeschirmter, analoger Audioleitungen steht also nichts
im Wege – vorausgesetzt, man benutzt in den treibenden digitalen
Systemen ausgesprochen hochwertige analoge Schnittstellen. Man braucht
den Schirm allerdings nach wie vor für phantomgespeiste Kondensatormikrofone.
Konsequenterweise bietet Stage Tec deshalb für alle analogen Baugruppen
wahlweise RJ45-Steckverbinder alternativ zu den gebräuchlichen
XLR-Verbindern an.
Aufgrund der mechanischen Eigenschaften der RJ45 Stecker kommen diese allerdings
nur für Festinstallationen in Frage. Aber dann sind die Vorteile eindeutig:
einfachere Kabelkonfektion, niedrigerer Preis und die bessere Audioqualität.
Bei dem Stage-Tec-Seminar im
Kloster Banz gab es zu diesem Thema eine kleine Vorführung mit
300 m ungeschirmten UTP-Kabel und einem angeschlossenen dynamischen
Mikrofon – ein Versuch mit extremen Mitteln zur Verdeutlichung
der Theorie. Auf dem benachbarten Adernpaar lag ein Messton von 1 kHz
und einem Pegel von 22 dBu. Selbst bei maximal möglicher Mikrofonverstärkung
war der Messton nicht zu entdecken. Es gab auch keinerlei Brummstörungen.
Messtechnisch war die Übersprechdämpfung mit etwa 140 dB
bei 1 kHz ermittelt worden.
»Die Zukunft eingeholt« – Gedanken von B. Morgan Martin
Der Autor: B. Morgan Martin war langjähiger Chefingenieur von MetroTape in Los Angeles und Berater weiterer US-Filmstudios. Heute vertritt er Stage Tec in den USA.
Vor etwa zwanzig Jahren noch waren Mischpulte analog. Fünf Jahre später gab es erste große Digitalpulte – die meist noch keine Alternative zu Analogpulten boten. Anders im Jahr 2001, dem Jahr, in dem die Menschheit mit Hilfe des Supercomputers HAL 9000* den Jupiter erreichen sollte: Heute ist Digitaltechnik die einzige mögliche Lösung.
Erinnern wir uns: Vor etwa 15 Jahren investierten viele Fernsehstudios in Los Angeles in neue Technik und ließen sich die speziellen Analogmischpulte notgedrungen maßschneidern. Eine dieser Produktionsstätten war MetroTape, mit sechs Studios, einer Video-Postproduktion und großem Mischstudio. Als Chefingenieur von MetroTape habe ich damals mit der ganzen Toncrew zusammen die Bestückung der neuen Pulte erarbeitet, mit dem nie zu erreichenden Ziel, sowohl die damaligen, als auch die zukünftig zu erwartenden Anforderungen abdecken zu können.
Wandelbare Features
Trotz der ausgiebigen Planungsarbeit reichte uns schon etwa zwei Jahre nach Einbau der neuen Konsolen die Anzahl der Kanäle nicht mehr. Also griffen wir zum Sozius, zu tragbaren Beistell-Mischpulten, die wir bei großen Produktionen mit dem Hauptpult verkoppeln mussten. So zum Beispiel bei der Sendung »Name That Tune«, bei der kurzfristig nicht nur wie geplant ein Orchester, sondern auch noch eine Band auftreten sollte – und schon brauchten wir doppelt so viele Eingänge wie bisher. Wer hätte das ahnen können! Auch reichten die 10 Aux-Wege oftmals nicht aus. Konnten wir uns bei der Anzahl der Kanäle mit einem Sozius noch irgendwie behelfen, so war die Erweiterung der Aux-Wege nahezu unmöglich.
Heutzutage hat sich das für uns dank CANTUS von Stage Tec drastisch geändert. CANTUS erlaubt nämlich eine schnelle Umkonfiguration des Pultes, sobald sich die Anforderungen ändern. Damit muss man einfach nur ein neues, sogenanntes Project definieren, in dem man die Anzahl der Eingänge, Aux-Wege, Subgruppen etc. neu bestimmen kann. Um es auf den Punkt zu bringen: mit einem CANTUS kann sich der Toningenieur das Pult so konfigurieren, wie er es für eine bestimmte Aufgabe haben möchte.
Erweitern der Hardware
Selbstverständlich richtet sich die maximale Anzahl der Mischpultkanäle sowie der anderen Features eines CANTUS nach den installierten ADSP-Baugruppen. Sie stellen die DSP-Power zur Bearbeitung zur Verfügung und können diese Power beliebig auf die geforderten Funktionen aufteilen. Reicht die DSP-Kapazität nicht mehr aus, weil die Anforderungen – siehe oben – sprunghaft gestiegen sind, dann kann man sich heute behelfen: Man schiebt einfach weitere ADSP-Karten in den CANTUS-Audioprozessor, installiert sie softwareseitig – und hat damit eine komfortable und günstige Erweiterung des Pultes vorgenommen!
Selbst die Anzahl der Pegelsteller auf der Konsole kann man schnell und unbürokratisch erweitern. Beispiel: Das unlängst bei ABC TV Network Stages in Los Angeles installierte CANTUS enthält zur Zeit mehrere Blindplatten, die bei Bedarf durch Fader-Baugruppen ersetzt werden. Schnittstellenkarten und Verbindungskabel müssen noch angeschlossen und die Software mit Hilfe eines Programmes aktualisiert werden – ein Kinderspiel.
Ein NEXUS für alle
Nahezu unmöglich war es früher, einem Mischpult zusätzliche Mikrofoneingänge oder gar Schnittstellen in irgendeinem neuen Digitalstandard nachzurüsten. Außerdem waren die Mischpultkanäle und die Pulteingänge mehr oder weniger fest aneinander gebunden; neue Mikrofoneingänge hätten also auch wiederum neue Mischpultkanäle bedeutet – Probleme siehe oben. Wer jedoch mit einem CANTUS arbeitet, kann die Anzahl der Ein- und Ausgänge jederzeit erweitern, unabhängig von den Mischpultkanälen oder gar den physikalischen Faderkassetten. Für die I/O-Sektion ist nämlich der Digitalrouter NEXUS zuständig, den man ebenfalls durch Hinzufügen neuer Steckkarten mit den verschiedensten Audio-Interfaces nachrüsten kann. Und da das NEXUS eine campusweite und vernetzte gemeinsame I/O-Sektion aller angeschlossenen CANTUS-Pulte darstellt, kann jeder beliebige Ein- oder Ausgang auf jedes beliebige Pult des Studiokomplexes geroutet werden.
Wartung: Es war einmal …
Ein anderes technisches Problem bei Analogpulten sind nicht mehr funktionierende Schalter und störanfällige Drehregler. Besonders die nur selten verwendeten Schalter und Potis fangen bekanntlich nach einer Weile an zu kratzen. Wer erinnert sich nicht an die Stunden, die ein hoch bezahlter Servicetechniker mit dem Drehen an allen Reglern und dem Drücken aller Tasten verbrachte, um sie für den Studioalltag gängig zu halten?
Einem CANTUS sind derlei »Wartungsarbeiten« fremd. Es braucht nicht mehr prophylaktisch geschraubt und gedrückt zu werden, weil die Regler und Tasten des CANTUS die Audiosignale nicht mehr direkt selbst bearbeiten. Vielmehr handelt es sich um Elemente zum Steuern bestimmter Vorgänge – die tatsächliche Pegelstellung, Stummschaltung usw. findet auf den ADSP-Karten statt. Tatsächlich haben die vielen CANTUS-Besitzer bis heute festgestellt, dass das Pult verglichen zu analogem Standard wirklich wartungsfrei ist.
The show will go on
Ich will nicht verschweigen, dass es bei Digitalkonsolen auch neue, aus der Analogtechnik unbekannte Störungen geben kann; selbst im sagenumwobenen Jahr 2001! Die Rede ist von den berüchtigten Systemabstürzen, von der Stabilität der Software. Wer kennt nicht mindestens eine Story eines Digitalpults, das mitten in einer Live-Veranstaltung plötzlich den Dienst verweigerte? Der Name CANTUS fällt in solchen Geschichten jedoch nie. CANTUS stürzt schlicht nicht ab, und das ist für uns Amerikaner immer wieder unglaublich. Wie kann man ein System trotz der Verwendung von Microsoft Windows (Sorry, Bill!) so stabil halten? Ganz einfach: der Windows-PC hat mit den Mischvorgängen gar nichts zu tun. Er dient lediglich zum Speichern der Einstellungen und zum Aktualisieren bestimmter Konfigurationen. Selbst wenn der PC mal abstürzen sollte – the show will go on. Das CANTUS lässt sich davon nicht beirren.
Wie gewohnt
Vielleicht fragen Sie sich jetzt, ob man mit einem CANTUS überhaupt noch normal arbeiten kann vor lauter Computer, Steckkarten und Setups. Aber selbstverständlich! Der Toningenieur hat nach wie vor den Eindruck, mit einem »echten« Mischpult zu arbeiten – obwohl er an einer hochspezialisierten DSP-Farm sitzt. Die Ära mit reiner Bildschirmbedienung oder gar mausgesteuerter Mischung (haben Sie schon einmal eine Kreuzblende mit nur einer Maus versucht?) hat CANTUS schlicht übersprungen und präsentiert sich statt dessen genau wie eine analoge Konsole. So gibt es beispielsweise echte PFL- und SOLO-Tasten, Faderzüge und hochauflösende Meter. Die zusätzlich von CANTUS gebotenen Vorteile sind allerdings so zahlreich, dass es heute keine Wahl mehr gibt: Die Zukunft ist digital – und zwar mit CANTUS, nicht mit HAL.
NEXUS im Vatikan
Nicht alles, was von oben kommt, ist auch gut. Nicht gut sind etwa die Feldstärken vom Sendemast, der über dem Vatikan das Programm seines Radiosenders ausstrahlt. Diese Feldstärken sprechen in jede analoge Kupferleitung hinein, oder genauer gesagt, sie taten es. Heute wird diese Störung unterbunden mit einem NEXUS im Vatikan.
Himmlische Werte
Bis vor kurzem glich der Schaltraum des Vatikan-Radios einem Museum. An der Wand hing noch das Originalfoto vom Eröffnungstag anno 1931, schon ganz gelblich geworden in all den Jahren. Ein Blick in den inzwischen museumsreifen Schaltraum selbst bewies sogleich, dass sich seine Technik seitdem nicht geändert hatte; sie war identisch mit der Technik auf eben jenem Eröffnungsfoto! Ein weiterer Zeitzeuge von damals, das Originalmikrofon, mit dem Papst Pio XI die erste Rede am Tag der Eröffnung des Vatikan-Radios hielt, steht heute tatsächlich als Ausstellungsstück im Vatikan. Warum hatte das Vatikanradio so lange jeder Erneuerung der zentralen Technik standgehalten?
Kleiner Stadtstaat
Die Frage verlangt nach einer komplexen Antwort, weil das Vatikan-Radio mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen hat. Die Produktionsräume des Radios liegen, unter anderem aufgrund von Platzmangel, außerhalb des Vatikans – in Rom im Palazzo Pio. Hier steht ein modernes computervernetztes Audiosystem für Aufnahme, Schnitt und Sendung bereit. Der Sendemast und auch der Schaltraum des Senders ist aber im Vatikangelände beherbergt, im Palazzina Pio etwa 3 km innerhalb der Stadtmauern. Beide, Sendemast und Schaltraum, liegen in Sichtweite zueinander, denn Platz ist ein kostbares Gut in der Vatikanstadt.
Bisher mussten die fertig bearbeiteten Sendungen vom Palazzo auf Band gemastert, in den Schaltraum im Palazzina gebracht und von dort auf Sendung geschickt werden. Eine Verkabelung der beiden Gebäude via Standleitung war aufgrund der starken Störungen durch den Sendemast nicht möglich – die Feldstärken waren zu groß für eine herkömmliche, analoge Kupferverbindung.
Glauben oder wissen?
Erschwert wurde die Situation noch durch die Tatsache, dass die Antenne je nach Sendegebiet gedreht werden muss. Zirka gegen Mittag zeigt sie genau auf den Schaltraum, über den sämtliche Audiosignale laufen. Mit einer Strahlungsleistung von 1 MW ergeben sich im Schaltraum messbare Feldstärken von 80 Volt/Meter.
Aus der Theorie abgeleitet wusste das Stage Tec-Team schon lange, dass derartige Verhältnisse für NEXUS keine Hürde darstellen. Im Vatikan gab sich die Gelegenheit, diesen Glauben in Wissen zu verwandeln. Mit Hilfe von ausgiebigen Tests, zu denen der Vatikan sich über ganze vier Monate ein NEXUS auslieh, bewies man die Störfestigkeit der Anlage. Es konnten keinerlei Störgeräusche oder Überlagerungen gemessen werden, sondern nur die exzellenten Audiowerte der NEXUS-Eingangsstufen! Der Grund hierfür ist zum einen in der hohen Unsymmetriedämpfung der analogen Ein- und Ausgänge zu sehen, und zum anderen in der Glasfaserübertragung, die prinzipiell nicht elektromagnetisch gestört werden kann.
Vernetzt und integriert
Heute verbindet ein Glasfaserkabel die beiden Gebäude. Hüben
wie drüben sind je zwei NEXUS-Basiseinheiten installiert, die über das
Stage Tec-eigene FOC-Format vernetzt sind. Die fertigen Beiträge werden heute
also nicht mehr physikalisch – und zeitaufwendig – ins Vatikangelände
getragen, sondern via Glasfaser weitergeleitet. Um die Distanz von mehreren Kilometern überbrücken
zu können, setzt der Vatikan Singlemode-Kabel ein.
Neben der Verbindung beider Standorte übernimmt NEXUS noch andere Aufgaben: Es verteilt die verschiedenen Signale und wandelt ihre Formate zum einen innerhalb des Produktionsgebäudes und zum anderen im Schaltraum. Gegenüber der alten Installation hat sich mit NEXUS der Verkabelungsaufwand um etwa 80% verringert. Zusätzliches Bonbon: NEXUS lässt sich vom Sendesystem des Vatikan sekundengenau mitsteuern. Darüber hinaus sind die NEXUS-Steuer-PCs mit in das Produktionsnetzwerk integriert. Die Multiuser-Software samt grafischer Bedienoberfläche läuft auf diese Weise auf den selben Rechnern wie die Aufnahme- und Schnittsysteme des Senders. Und zu guter Letzt übernehmen die XDSP-Karten im NEXUS auch noch die Dynamikbearbeitung der Sendesignale und sparen damit die vorher benötigten 32 Sendebegrenzer ein.
… in Ewigkeit?
Es war gewiss keine leichte Entscheidung für die Planer beim Vatikan-Radio, nach solch langer Zeit mit gleicher, erprobter Technik eine derartig umfassende Veränderung umzusetzen. Die Entscheidung wurde entsprechend lange vorbereitet und auf breiter Ebene getragen. Sowohl Florenzo Petitta als technischer Manager der Produktion, Piero Iorio als technischer Manager des Schaltzentrums, als auch Maurizio Venuto als technischer Direktor des Vatikan-Radios haben gemeinsam für das neue NEXUS votiert. Das heißt aber nicht, dass das System jetzt wiederum eine kleine Ewigkeit ohne Veränderung bestehen wird. Ganz im Gegenteil: Die Vorteile der neuen Anlage haben sie dann auch so überzeugt, dass die ersten Erweiterungen – zusätzliche Basiseinheiten im Netzwerk – schon fest eingeplant sind.
Radio Vatikan heute
»Das wesentliche Ziel ist es, (…) das Zentrum der katholischen Welt mit den Ländern der Erde zu verbinden, …« so liest man in dem mehrsprachigen Informationsblatt zum Radio Vatikan. Diesem Ziel war man bei der Eröffnung des Radios am 12. Februar 1931 noch recht fern, denn damals wurde ausschließlich in lateinisch gesendet. Heutzutage überträgt Radio Vatikan in 53 verschiedenen Sprachen und in 32 Zielgebiete. Das große Programmangebot wird von 60 Technikern in 14 Regieräumen zusammen mit unzähligen Redakteuren und Journalisten in den verschiedenen Sprachen produziert. Es ist auf Kurzwelle, Mittelwelle und UKW sowie per Satellit zu empfangen – und verbindet damit wirklich weltweit.
Erfahrungsbericht von Jakob Händel über Stage Tecs 28-Bit-Wandler
Stage Tec ist für seine Großsysteme CANTUS und NEXUS bekannt, die oft in umfangreichen Vernetzungen eingesetzt werden. Eher als unauffälliges Kleingerät präsentiert sich hingegen der TrueMatch RMC, dessen Größe im Detail liegt. Jakob Händel, einer der ersten Nutzer des TrueMatch RMC, über den Wandler.
28 Bit im Handgepäck
Es gibt kein Gerät, über das ich mir während einer Produktion weniger Gedanken mache als über den TrueMatch RMC. Auf der Bühne installiert, gehen alle Signale im MADI-Format über eine BNC-Leitung ohne Umwege in meinen Pyramix-Harddisk-Recorder. Der einzige noch notwendige Handgriff – das Vorwählen der Mikrofon-Eingangspegel auf der Bühne – ist nach etwa 150 Studio-Aufnahmen und Live-Mitschnitten in vier Jahren eine reine Routinesache.
Auch für Überspielungen
Ich hatte zunächst ein Gerät in einer NEXUS-ähnlichen Version gekauft, d. h. ohne die systemeigene Bedienfrontplatte. Seit ich sie nachgerüstet habe, setze ich den TrueMatch RMC außer für Aufnahmen auch noch für andere Aufgaben ein. So etwa zur Überspielung von Analogbändern auf das Harddisk-System. Dabei erweist sich die Frontbedienplatte und insbesondere die exakten Pegelanzeigen als sehr hilfreich. Mehrfach waren auch die kombinierten XLR/Klinken-Eingänge bei Einsätzen in fremden Studios förderlich.
Spezialausführung
Die oben schon erwähnte Konfiguration mit der MADI-Karte stellt eine Speziallösung dar, die das Gerät in Richtung NEXUS hin erweitert. Damit stehen mir parallel zwei Ausgangsformate zur Verfügung – MADI und AES/EBU bzw. SPDIF, welches wir aus Platzgründen für unser voll bestücktes Gerät wählten. Indem wir die Audiosignale vom Schnittplatz über MADI zurückführen, können wir die AES-Ausgänge beliebig in Studio verteilen. So wird der TrueMatch RMC zum aktiven Splitter.
Weltweit kompatibel
Für mich ist das System aus dem Studioalltag nicht mehr wegzudenken. Das Gerät hat sich seit 1997 auf etwa 30 großen wie kleineren Auslandseinsätzen bewährt, wie zum Beispiel bei einer Produktion für Countertenor und Orgel in der Nähe von Tokyo.
Mit dem TrueMatch RMC und einem Genex MOD-Recorder in zwei Flightcases mit nur 26 kg Gewicht und einem Rucksack mit Aluminium-Stativen konnte ich schon damals, 1998, eine achtkanalige 24-Bit-Produktion realisieren – und das nur mit Reisegepäck ohne Übergewicht.
Die beiden Geräte sind übrigens in Bezug auf Betriebssicherheit auch bei verschiedensten Stromversorgungen und Einsatzgebieten bei mir eine bewährte Kombination.
Extrem rauscharm
Gerade bei meiner japanischen Countertenor-Produktion tritt die außerordentlich hohe Genauigkeit des A/D-Wandlers in Erscheinung. In Pianissimo-Passagen werden sehr leise Außengeräusche außerhalb der Holzkirche hörbar – ganz leises Vogelzwitschern, das nicht wie sonst gewohnt im Rauschen untergeht. Die CD ist im Berliner Verlag Carpe Diem unter dem Namen Laudate Domino erschienen.
Stage Tec setzt mit dem TrueMatch RMC neue Maßstäbe für den mobilen Einsatz von mehrkanaligen Wandlern. Mit den hervorragenden klanglichen Eigenschaften und extrem hohen Dynamikwerten entsteht sogar der Wunsch nach noch rauschärmeren Mikrofonen, denn im Moment ist ihnen der Wandler in dem Punkt überlegen!
Der TrueMatch RMC
Der TrueMatch RMC ist ein hochwertiger Analog-Digital-Wandler mit einer Signalauflösung von 28 Bit. Er arbeitet nach Stage Tecs patentiertem True- Match-Verfahren, das eine signalgetreue Quantisierung erlaubt. Durch seine hohe Auflösung von 28 Bit bildet der Wandler einen Dynamikbereich von über 150 dB ab. Damit ist der TrueMatch RMC in der Lage, alle in der Audiotechnik vorkommenden Signale, vom hochpegeligen Line-Signal bis zum unverstärkten Mikrofonsignal, direkt zu wandeln. Der Wandler macht damit den Einsatz von analogen Mikrofon-Vorverstärkern überflüssig. Das Ergebnis ist ein nochmals rauschfreieres digitales Signal!
Der TrueMatch RMC erinnert vom äußeren Aufbau her an ein NEXUS: Er ist als Bauträger für maximal neun Steckkarten konzipiert, der mit verschiedenen Karten wie A/D-Eingängen und AES/EBU-, Y 2-, ADAT-, S/PDIF- oder TDIF-Interfaces bestückt werden kann. Im Gegensatz zu NEXUS läßt sich das Gerät nicht um ein zweites Rack erweitern. Der TrueMatch RMC verfügt über eine gewisse NEXUS-Funktionalität – wenn auch im Kleinen. Über ein einfaches Steuerprogramm, das auf jedem PC installiert werden kann, lassen sich die Eingänge beliebig den Ausgängen zuordnen. Hat man das Gerät mit verschiedenen digitalen Interfaces ausgestattet, dann wirkt es als einfacher Formatwandler und Router. Dem TrueMatch RMC sind zusätzliche Features wie digitale Nachverstärkung, Trittschallfilterung, Phantomspeisung und Phasentausch implementiert. Man kann ihn also mit Blick auf das große, ausbaufähige NEXUS durchaus als kleines Einsteigermodell für Aufnahmestudios sehen. Nur eine Einschränkung ist prinzipbedingt noch zu beachten: Eine Glasfaser-Karte für den Anschluss an CANTUS oder NEXUS kann der TrueMatch RMC grundsätzlich nicht zur Verfügung stellen. Die dazu notwendigen Ein- und Ausgabeadressen werden bei diesem Gerät – im Gegensatz zum NEXUS – schon für die Darstellung der Bogenanzeigen benötigt.
Installation des NEXUS-STAR beim SWR
Riesige Audio-Kreuzschienen und Steckfelder prägten früher das Erscheinungsbild eines Hauptschaltraumes. Der SWR jedoch bringt seine gesamte zentrale Audioschalttechnik in Stuttgart in nur zwei 19"-Gestellen unter. Möglich wurde dies durch einen Griff nach den Sternen …
Kleiner STAR für großen Sender
Die Neuentwicklung von Stage Tec kam für den SWR Stuttgart genau zum richtigen Zeitpunkt. Mit dem Konzept einer Campus-weiten MADI-Verkabelung im Kopf und auf der Suche nach einer großen, zentralen Hauptschaltraum-Kreuzschiene für MADI-Signale erfuhr Marc-Oliver Brehm, der zuständige Planer des SWR, von NEXUS-STAR. Das neue Routing-Element der NEXUS-Familie befand sich zu dieser Zeit zwar noch im Entwicklungsstadium, aber seine Features deckten sich mit den Vorgaben des Senders. Somit war schnell klar: Der SWR wurde erster NEXUS-STAR-User.
Audio vernetzt …
Technisch gesehen entspricht der NEXUS-STAR einem Knoten innerhalb eines dezentralisierten Audionetzes. Lokal installierte, herkömmliche NEXUS-Basiseinheiten und digitale Großgeräte mit MADI-Interface wurden im SWR mit dem NEXUS-STAR verbunden, der nun sternförmig von jeder Quelle im Haus auf jede Senke verteilen kann.
Grundsätzlich stehen am NEXUS-STAR zwei verschiedene Interfaces zur Verfügung: MADI und das NEXUS-eigene FOC-Format. Letzteres wird normalerweise zur Verkopplung mehrerer Basiseinheiten untereinander verwendet. Es ist im Gegensatz zu MADI kein reines Audio-Interface sondern ein Dateninterface, das eine echte Vernetzung aller angeschlossenen NEXUS-Einheiten darstellt. Dazu kennt jede NEXUS-Einheit die genaue Konfiguration jeder anderen Einheit im Netz, sodass man von jeder NEXUS-Einheit aus alle Ein- und Ausgänge fernsteuern kann.
… Steuerung unvernetzt
In vielen großen Audio-Netzen ist diese Funktion ausdrücklich gewünscht – beim SWR traf dies jedoch nur eingeschränkt zu. Eine FOC-Anbindung mit Möglichkeit der NEXUS-Fernsteuerung wählte der SWR lediglich für Teilbereiche des NEXUS-Netzes. So etwa für den Anschluss der externen Leitungen, also all jener Anteile, die vom Hauptschaltraum selbst gemanagt werden. Die Verbindung vom Hauptschaltraum zu den Regien sowie zum sogenannten SWR-Grundnetz, das zentralen Diensten wie der Überspielung, Anbindung des externen Funkstudios Villa Berg etc. dient, erfolgt nicht über ein Datenkabel, sondern über digitale Audioleitungen.
Der Vorteil dieser Anbindung: Aus den Regien kann es keine Rückwirkungen in den Hauptschaltraum geben. Weder kann ein Mitarbeiter in der Produktion aus Versehen eine Sendeleitung kappen, noch haben lokale Wartungen, Umbauten oder Updates einen Effekt auf den Hauptschaltraum. Er ist lediglich über eine einmal festgesetzte Anzahl von MADI-Verbindungen an die einzelnen Unternetze angeschlossen und »kennt« die NEXUS-Konfigurationen vor Ort in den Regien nicht. Die lokalen Netze können daher auch beliebig verändert werden, sich den wandelnden Gegebenheiten anpassen und vor allem mitwachsen, ohne dass bei jeder Änderung im Hauptschaltraum eine neue NEXUS-Konfiguration eingespeist werden müsste.
Verteilung hausintern
Angefangen hat die Digitalisierung des SWR in den Regien. Alte analoge Regien wurden durch digitale ersetzt, die man auch schon mit dem analogen Schaltraum via MADI verbunden hatte. Dieses kompakte Format – bis zu 64 Hin- und Rückwege auf einem Glasfaser-Leitungspaar – wird von den heutigen digitalen Mischpulten sowieso angeboten, sodass es sich als preisgünstige und praktische Lösung in Stuttgart empfahl.
Im Moment verfügt der SWR über insgesamt sechs digitale Regien mit je einer MADI-Verbindung in den Hauptschaltraum; drei MADI-Leitungen sind als Reserve vorgesehen. Auch sieben noch analoge Regien im Hauptgebäude liegen über MADI-Links im Hauptschaltraum an. Die Regien teilen sich zu diesem Zweck zwei NEXUS Basiseinheiten, die zusätzlich zu ihrer Hauptaufgabe noch lokale Routingkapazität zur Verfügung stellen. In gleicher Weise ist das SWR-Grundnetz mit Dreiton, Kenngebern, zentraler Überspielung etc. angebunden.
Zusammen mit der Programmwähl-Anlage (siehe Kasten), einer Besonderheit des SWR, liegen neun Basiseinheiten und sieben Digitalregien mit insgesamt 24 MADI-Leitungen à 64 Kanälen am NEXUS-STAR des Hauptschaltraums an. Dazu ist der NEXUS-STAR mit sechs MADI-Karten bestückt – und damit noch nicht einmal zur Hälfte belegt.
Programmwählanlage
Wie realisiert man in einem großen Haus eine einfache und trotzdem komfortable Abhörmöglichkeit vieler Rundfunkprogramme? Der SWR hat diese Frage auf eigene Weise beantwortet: mit einer Programmwählanlage übers Telefon. An 160 Arbeitsplätzen überall im Haus können die Redakteure durch Tastenkombinationen an ihrem Telefon den Stereoton eines der 40 eingespeisten Hörfunk- und TV-Programme sowie alle anderen im NEXUS-Verbund existierenden Quellen auf ihre lokalen Abhörlautsprecher schalten. Aus Redakteurssicht ist dies eine simple Lösung, aus Sicht der Technik jedoch ziemlich anspruchsvoll. Die Tastenkommandos aus der Telefonanlage müssen von einer speziellen Software aus dem Hause Veith ausgewertet und als Steuersignal an die NEXUS-Audiokreuzschiene weitergeleitet werden. Drei eigens für diesen Zweck installierte Basiseinheiten führen somit Telefon-gesteuert die Signalverteilung auf die schon aus »analogen« Zeiten vorhandene Hausverkabelung aus.
Doppelstern
Zusätzlich zu den hausinternen Quellen sind auch externe Quellen und Senken zu berücksichtigen; die Sternpunkt-Leitungen etwa, oder vor allem die Sendeleitungen. Sie wurden über eine Basiseinheit mit NEXUS-FOC-Verbindung in das NEXUS-STAR-Netzwerk integriert. Das innere »Herz« des SWR-Audionetzes besteht demnach aus einem NEXUS-STAR und einer Basiseinheit. Aus Sicherheitsgründen, aber vor allem auch um eine größtmögliche Flexibilität bei Umbaumaßnahmen im Hauptschaltraum zu gewinnen, wurde dieser innere Teil vollständig gedoppelt: Zwei Basiseinheiten, die über Passivsplitter mit den angehenden externen Leitungen versorgt bzw.über Prioritätsweichen auf die externen Senken geschaltet werden, und zwei NEXUS-STARs, die auf die MADI-Verbindungen im Haus arbeiten. Im Normalbetrieb ist nur ein Pärchen aus NEXUS-STAR und Basiseinheit im Einsatz, das zweite Pärchen steht auf Tastendruck bereit. Um diese Besonderheit umsetzen zu können, nutzt der SWR eine Neuentwicklung: einen passiven faseroptischen Splitter sowie einen ebensolchen Schalter. Die beiden Elemente nehmen jetzt die Verteilung der eingehenden MADI-Leitungen auf beide NEXUS-STAR-Elemente sowie die Schaltung der vom derzeit aktiven NEXUS-STAR abgehenden MADI-Leitungen vor.
Zeitschiene für NEXUS
NEXUS – ob mit oder ohne NEXUS-STAR – schaltet Audiosignale, und zwar sofort. Im Hauptschaltraum will man aber zeitgesteuerte Schaltungen mit Vorbuchungsmöglichkeit vornehmen; anders ließe sich der stressige Alltag nicht realisieren. Um NEXUS einen Zeitbezug zu geben, setzt der SWR das Routingsystem RoSy von Veith ein, dessen Vorgängermodell sich schon bei der Steuerung der analogen Anlagen bewährt hatte.
RoSy ermöglicht Zeitbuchungen, nimmt bei eingebuchten Schaltvorgängen eine Kollisionsprüfung vor, automatisiert gewisse Schaltvorgänge wie z. B. die Schaltung des Sendesignals auf den entsprechenden Soundprozessor und Sendebegrenzer, bevor es auf die Sendeleitung gegeben wird. Es steuert NEXUS sehr umfassend, indem es beispielsweise Stereoquellen automatisch auf zwei NEXUS-Kanäle routet oder wo nötig auch Mono-Umwandlungen veranlasst. RoSy läuft auf einem eigenen Client-Server- Computernetzwerk. Momentan sind lediglich im Hauptschaltraum Bedien-Clients installiert, während in den Regien nur je ein Bildschirm über den Status der Leitungsschaltung informiert. Falls es zukünftig gewünscht ist, könnte man die Regien nachträglich mit Clients ausstatten. Über diese ließen sich auch außerhalb des Schaltraumes Schaltungen eingeben – man könnte NEXUS dann also doch von jedem Platz aus fernbedienen!
Generationswechsel
Derzeit (Frühjahr 2001) läuft NEXUS-STAR noch parallel zu seinem Vorgänger, der großen analogen Kreuzschiene von Ghielmetti und Siemens. Die komplexe RoSy-Steuerung ist noch im Probebetrieb und gerade im sensiblen Herzen des Senders will man kein unnötiges Risiko wagen. Doch auch jetzt schon zeigen sich die Vorzüge der neuen Installation. Es sind die NEXUS-typischen Vorteile: extrem kurze Verzögerungszeit, kompakte Bauweise, einfache Wartung, hohe Zuverlässigkeit und übersichtliche Bedienung. Neu ist allerdings die außerordentlich hohe Routingkapazität, die den SWR-Planer Marc-Oliver Brehm begeistert: »Wir konnten aasen mit den Regieanbindungen, weil NEXUS-STAR so groß ist!«. Gleichzeitig groß in der Leistung und bescheiden im Auftreten – ein echter STAR eben.
Fakten über den STAR
NEXUS-STAR ist eine extrem leistungsfähige Routing-Komponente für
umfangreiche Audio-Vernetzungen, wie sie beispielsweise im Rundfunk,
bei großen Produktionsfirmen oder auf Messegeländen benötigt
werden. NEXUS-STAR kann mit bis zu 16 Steckkarten ausgestattet werden,
von denen jede für das Routing von 256 Audiosignalen dimensioniert
ist. Daraus ergibt sich eine maximale Ausbaustufe eines vollausgestatteten
NEXUS-STARs von 4.096 Eingängen und 4.096 Ausgängen mit über
16 Millionen Routingpunkten. Um noch größeren Installationen
gerecht zu werden, kann man mehrere STAR-Einheiten kaskadieren. Die Eingänge
lassen sich vollkommen beliebig auf die Ausgänge schalten; von einfachen
Punkt-zu-Punkt- Routings bis hin zu Multipunkt- Verschaltungen. NEXUS-STAR
unterstützt derzeit zwei unterschiedliche Interface-Karten. Neben
der Fibre-Optic-Connection RFOC zur Anbindung an andere NEXUS-Basisgeräte
bietet das System eine Steckkarte mit jeweils vier MADI-Anschlüssen.
Sie ermöglicht es, große digitale Audiosysteme wie Mischpulte
oder Mehrspurmaschinen direkt anzubinden. NEXUS-STAR arbeitet synchron,
wie das gesamte NEXUS-System. Dank der intern verwendeten TDM-Technologie
benötigt das System nur eine sehr kleine und konstante Verzögerung
von lediglich sechs Samples für alle Signale. Das macht das System
ideal für zeitkritische Anwendungen wie beispielsweise Liveübertragungen.
Das gesamte NEXUS-Netz führt während des Betriebs eine Anzahl
von Selbsttests durch. Fällt beispielsweise ein Kabel aus, so kann
das System automatisch und unhörbar auf einen redundanten Signalweg
umschalten. Zusätzlich lassen sich sämtliche Karten im laufenden
Betrieb austauschen, womit ein maximaler Grad an Zuverlässigkeit
gegeben ist. Ein weiterer Vorteil von NEXUS-STAR: Es ist ein äußerst
sparsames System. Nur etwa 160 W benötigt ein vollausgestattetes
System, wodurch es ohne Lüfter auskommt. Auch rein äußerlich
präsentiert sich der Große klein und fügt sich mit lediglich
sechs Höheneinheiten recht bescheiden in jeden Maschinenraum ein.
Konzerthaus Berlin
Ein großes Veranstaltungshaus in der Metropole Berlin, mit drei Hauptsälen und zahlreichen Foyers: Ein solches Haus zieht nicht nur Besucher an, sondern auch Radiosender. Gemeint ist das Konzerthaus Berlin, das mit seiner neuen Tontechnik auch die laufenden Veranstaltungen unterstützt – aber vor allem deren Rundfunkübertragung.
Live oder aus dem Radio?
Das reichhaltige Programm des Konzerthauses Berlin am Gendarmenmarkt wirkt selbst in Deutschlands größter Kulturstadt als Publikumsmagnet. Und so wollen auch die Radiohörer teilhaben an dem Kulturangebot des öffentlich getragenen Hauses.
In großem Umfang – fast täglich – kündigt sich deshalb einer der Radiosender Berlins zum Mitschnitt oder zur Liveübertragung an.
Manchmal wollen sogar zwei Sender gleichzeitig dieselbe Veranstaltung mitschneiden, der SFB und das Deutschlandradio zum Beispiel, welches einen Großteil seiner Musikmitschnitte aus dem Konzerthaus bezieht.
Bei der Neuplanung der Tontechnik, die dann schließlich zur Jahreswende 2000/2001 komplett erneuert wurde, ging man auf diese Besonderheit ein. Herausgekommen ist dabei ein großes NEXUS-Audionetzwerk mit CANTUS-Konsolen, die sehr flexibel genutzt werden können!
Postübergabe inklusive
Mit großem Saal, kleinem Saal und Musikclub verfügt das Konzerthaus über drei Hauptbühnen, die mit insgesamt fünf NEXUS-Basiseinheiten audioseitig erschlossen sind. Alle Mikrofone können so über kurze Wege direkt ins NEXUS eingespeist und im Hausnetz verteilt werden.
Der Mitschnitt erfolgt dann in einem der beiden hauseigenen Tonstudios, die beide ebenfalls mit je einer Basiseinheit bestückt sind. Alternativ dazu kann der Rundfunk auch mit einem Ü-Wagen vorfahren und findet dafür einen Audioanschluss mit eigener Basiseinheit, die bei Live-Übertragungen auch als Sendeausgang vor der Postübergabe eingesetzt wird.
In diesem schon recht großen Audionetzwerk ist eine weitere Basiseinheit als Sternverteiler konfiguriert. Dazu wurde sie ausschließlich mit XFOC-Karten bestückt und verbindet darüber die verschiedenen Basiseinheiten miteinander.
Zusammen mit einer mobilen Basiseinheit mit drei Anschlussmöglichkeiten im Haus sowie einer rein für die Beschallung genutzten Einheit präsentiert sich das Audionetzwerk mit 11 Basiseinheiten außerordentlich umfangreich.
Zwei Hauptkonsollen mit einer Nebenkonsole
Die zwei Produktionsstudios sind für den Rundfunk komfortabel mit je einem CANTUS ausgestattet worden – einem großen Pult mit 64 Kanälen im Hauptstudio und einer 48-Kanal-Konsole am kleineren Produktionsplatz. Diese Arbeitsplätze werden überwiegend für Produktionen genutzt und sind keine Einspielregien. Trotzdem hat man sie mit einer Videokontrolle an die Bühnen angeschlossen, sodass zumindest ein indirekter Sichtkontakt möglich ist. Aufwändigere Beschallungen und Einspielungen lassen sich im Konzerthaus aber sinnvoller direkt aus dem Saal vornehmen.
Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten: Zum einen kann der Tontechniker im Saal via Laptop eine Fernsteuerung der DSP-Ressourcen des NEXUS vornehmen. Für kleinere Sprachbeschallungen bietet sich dieses Verfahren an, bei dem man sogar neben Lautstärkeregelung auch noch Verzögerung und Filterung einstellen kann. Reicht die simple, mausgesteuerte Regelung einzelner Parameter nicht mehr aus, dann lässt sich eine Nebenkonsole an drei verschiedenen Stellen im Haus installieren, und zwar mit einer Besonderheit: Die Nebenkonsole kann im Splitbetrieb wahlweise an einer der beiden Hauptkonsolen betrieben werden! Das vereinfacht die Disposition der beiden Studios deutlich und erhöht die Flexibilität des Hauses gegenüber den eingemieteten Rundfunksendern.
Um den Anschluss der Tochter auch im manchmal stressigen Arbeitsalltag so problemlos wie möglich zu gestalten, verfügt das Konzerthaus über OMUX-Einheiten. Dabei handelt es sich um optische Multiplexer mit mehreren optischen Anschlüssen, die automatisch den gerade verwendeten Anschluss auf das dazugehörige Hauptmischpult schalten.
Das Konzerthaus
Der Name des Konzerthauses leitet etwas in die Irre, denn außer Konzerten hat das Haus noch verschiedenste andere Veranstaltungen zu bieten. Der Musikclub, der kleinste Saal des Hauses, wird zum Beispiel auch als kleine Studiobühne genutzt, auf der schon ab dem Nachmittag ein umfassendes Programm für Kinder und Familien läuft. Der große Saal mit eingebauter Orgel wird ebenfalls sehr variabel eingesetzt, allerdings überwiegend für Konzerte. Vom Klavierabend bis zum großen Orchester reicht seine Palette an Veranstaltungen. Der kleine Saal, der mit 450 Plätzen gar nicht so klein ist, eignet sich mit seiner Akustik für Kammermusik und kleines Orchester bis etwa 20 Musiker.
Gleichzeitig in drei Räumen
So kann die Tontechnik im Konzerthaus auf drei Arbeitsplätze zurückgreifen: auf das große Studio, das kleine Studio und auf das lokal installierte Tochterpult als Einspielplatz. Alleine mit dem normalen, hausinternen Betrieb wäre diese Anlage vermutlich kaum ausgelastet. Mit dem hohen Interesse des Rundfunks kann jedoch auch dieses Setup noch eng werden. So zum Beispiel, wenn mehr als eine Station mitschneiden möchte. Auch schon bei nur einer Radiostation im großen Studio und zwei Veranstaltungen im Haus,
die beide tontechnische Unterstützung benötigen, braucht man die Flexibilität der Nebenkonsole. Sie wird dann quasi als unabhängiges Mischpult betrieben, was dank ihrer Splitkonfiguration problemlos möglich ist. Dadurch kann im Konzerthaus gleichzeitig an drei verschiedenen Projekten gearbeitet werden. Wenn das noch nicht ausreicht, lassen sich notfalls auch zwei kleinere Veranstaltungen auf einem Pult fahren.
Dienstleistungsbetrieb
Inzwischen sind die Mitarbeiter der häufig anwesenden Rundfunkanstalten schon gut mit den CANTUS-Regien vertraut. Das Deutschlandradio, der Sender, der das Mietstudio des Konzerthauses am intensivsten nutzt, hat dafür sogar einige Toningenieure bei Stage Tec schulen lassen. Aber auch ohne diese Schulung kommen die externen Kollegen gut zurecht, denn die Tonabteilung des Konzerthauses bereitet jedes Projekt gründlich vor.
Das Abhängen der Mikrofone, das Setzen der Koppelpunkte im NEXUS und die Vorkonfiguration des CANTUS übernehmen grundsätzlich die Mitarbeiter des Hauses – und haben dieses damit zu einem echten Dienstleistungsbetrieb nicht nur für die Zuschauer im Saal, sondern auch für den Rundfunk gemacht.