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Neue Ideen für den Hauptschaltraum

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(2005)

 

 


Spannend und visionär – bislang waren das keine Begriffe, die sogleich an Hauptschaltraumtechnik denken ließen. Das hat sich nun geändert, mit dem neuen Hauptschaltraumkonzept des tpc und seinen wegweisenden Ideen.

Die Arbeit in einem Hauptschaltraum eines TV-Broadcasters kann ganz schön kompliziert sein. Für jeden Event, beispielsweise eine Ü bertragung des Fußballspiels Basel gegen Bern, müssen zahlreiche Schaltungen vorgenommen werden. Die Videosignale, Tonsignale und Kommunikationsleitungen zwischen verschiedenen Studios und externen Stellen laufen auf unterschiedlichen Kreuzschienen auf und müssen getrennt geschaltet werden. Warum eigentlich? Viel einfacher geht es mit einem Event-orientierten System, das fest programmiert auf einen Tastendruck die notwendigen Schaltungen für die Standardsituation eines Fußballspiels im Baseler Stadion herstellt.

Fremdgesteuert

Signalbündel heißen diese vorab definierten Schaltgruppen, die von dem neuen, Event-orientierten Managementsystem im neuen Hauptschaltraum des Schweizer tv productioncenter zürich geschaltet werden. Neben der Videokreuzschiene ist NEXUS dabei ein Hauptbestandteil der neuen Technik. Über NEXUS laufen nicht nur die Audiosignale für Produktion und Sendung, sondern auch die gesamte Kommunikation. Beides wird per Fernsteuerung durch das Managementsystem geschaltet und bleibt damit auch bei komplizierten Schaltungen denkbar einfach zu bedienen. Neben reinen Koppelpunkten lassen sich auch der Pegel einer Quelle sowie ihr Delay über das zentrale Steuersystem einstellen.

Kommunikativ

Das System bietet noch weitere Automatismen. Beispielsweise werden alle Quellen, die auf einen Kommandoweg aufgeschaltet sind, automatisch gemutet, während ein Mikrofon auf den Weg einspricht. NEXUS summiert zudem verschiedene Kommandosignale auf einen Bus auf, eine Funktion, die wie die ebenfalls genutzte Monobildung von XDSPKarten realisiert wird. Auf diese Weise werden riesige N-1-Matrizen gebildet. Einige der DSPs werden auch als Signalrückführung verwendet. So kann der Hauptschaltraum jedes beliebige Audio- oder Kommunikationssignal von den Studios weiterschalten oder in den DSPs Signalprozessing ausführen. So erreicht man gleichzeitig ein großes Maß an Automation und Flexibilität.

Lokal und zentral

Die Regien und auch die größeren Ü-Wagen von tpc sind schon länger mit NEXUS, meist in Kombination mit CANTUS, ausgestattet. Diese Basisgeräte dienen als lokale Signalrouter. Natürlich ist es sinnvoll, die lokalen NEXUS-Komponenten mit dem zentralen Hauptschaltraum- NEXUS zu kombinieren. Um eine gegenseitige Störung in jedem Fall auszuschließen, verlängerte man deshalb das zentrale NEXUS bis in die Regien, installierte dort je ein neues Basisgerät und verbindet nun von diesem Satelliten der Zentraltechnik über MADI auf das lokale Basisgerät. So lässt sich die Verbindung vom Hauptschaltraum bis ins Studio überwachen. Damit nicht genug: Auch direkt von der Videokreuzschiene erhält das lokale Basisgerät Signale, nämlich SDI mit embedded Audio. Die bis zu 16 Audiokanäle, die in einem SDI-Signal eingebettet sind, werden vom NEXUS aufgelöst, können bearbeitet und wieder in SDI eingebettet zurückgeschickt werden. Mit SDI hat tpc eine elegante Lösung gefunden, die Tonregien zusätzlich mit Bild zu versorgen.

Tausendsassa

Mit diesem Bündel an Funktionen ersetzt NEXUS die bisherige Talkback-Kreuzschiene und die 4-Draht-Kreuzschiene, es fungiert als lokaler Signalrouter mit Audioprozessing für Pegelung, Delaykompensation, Summierer, Monobildner und Konferenzbildung, als hausinterner Signalverteiler und als Anbindung an die externe Audiowelt. Es ermöglicht, die Audio- und Kommunikationswege an jedem Punkt abzuhören, zu messen und zu überwachen. Nicht zu vergessen die neue Schaltungsidee der eventbezogenen Signalbündel, die durch seine umfassende Steuerbarkeit ermöglicht wurde. Und damit ist die Vision von einst nun Wirklichkeit geworden.

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