(2005)
Autor:
B. Morgan
Martin war
lange Zeit
als tontech-
nischer Berater
für Film- und
TV-Produktio-
nen tätig.
Heute vertritt er
zusammen mit
seinem Partner
Arnie Toshner
STAGETEC in
den USA.
STAGETEC-
Installationen
in den USA:
20th Century
Fox, Beverly
Hills;
CBS, New York;
ESPN, Bristol;
Fotokem Film
und Video,
Burbank;
Guthrie Theater,
Minneapolis;
NBC, New York;
RAI Corp., New
York;
Skywalker
Ranch, San
Rafael;
ABC TV
Network,
Hollywood;
Warner Bros.,
Burbank

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Man stelle sich vor: einen großen privaten TV-Sender, der
im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine neue, riesige HDTVProduktionsstätte
baut. Aus urheberrechtlichen Gründen will er ungenannt bleiben – nennen
wir ihn also das Center. Nicht nur in
urheberrechtlichen Fragen lässt der Sender große Vorsicht
walten, auch die Ausfallsicherheit seiner Technik muss zu 100 Prozent
gewährleistet sein. Die Lösung: Ein riesiges NEXUS Audionetz
mit schlauen Sicherheitskonzepten.
Das NEXUS Audionetz des Centers ist schon heute gigantisch. Die momentanen
Ausmaße von 3.962 Eingängen und 3.472 Ausgängen bilden
das größte bisher installierte NEXUS. Und im kommenden Jahr
werden
vermutlich nochmals 3.000 Eingänge und 400 Ausgänge hinzukommen.
Zwei NEXUS STARs verteilen diese riesige Anzahl an Signalen sternförmig
an die 23 angeschlossenen Basisgeräte. Dabei liegen alle wirklich
wichtigen Signale wie beispielsweise die Mikrofone eines Moderators
redundant auf beiden STARs auf – sicher ist sicher – während
alle anderen
Quellen entweder dem einen oder dem anderen STAR zugeführt
werden.
Redundante Glasfaser
Das Center sendet 24 Stunden täglich in viele Länder dieser
Erde. Ein
Ausfall des Sendesignals käme fast einer Katastrophe gleich. Das
System-Design seiner Audioanlage basiert daher grundlegend auf
Redundanz, nicht nur durch den Einsatz zweier STARs. Jeder Sprecher
im Studio verfügt beispielsweise immer über ein Haupt- und
ein Ersatzmikrofon.
Jedes der Mikrofone ist nicht nur an eine andere Mikrofoneingangskarte
XMAD des NEXUS, sondern auch an ein anderes NEXUS
Basisgerät angeschlossen. Jedes der beiden Basisgeräte ist
wiederum
ü
ber vier Glasfaserpaare mit beiden STARs verbunden. Durch die unterschiedliche
Verlegung der Glasfaserpaare bleibt bei einem Schaden
in einem der Kabelwege der andere noch funktionsfähig. Dank der
automatischen Signalwegumschaltung im NEXUS würde niemand zu
Hause am Fernseher etwas bemerken.
Die beiden Glasfaserpaare zu einem STAR werden natürlich von unterschiedlichen
FOC-Karten im Basisgerät gesendet und im STAR von
zwei unterschiedlichen Karten empfangen.
Das Ersatzmikrofon wird mit ebensolchem Aufwand abgesichert. Auch
jedes Sendemischpult ist doppelt gesichert: Es ist über zwei MADILeitungen
sowohl mit dem Haupt-STAR als auch dem Zusatz-STAR verbunden
und kann parallel in beiden STARS geschaltet werden. Es ist
nahezu unmöglich, sich eine Situation vorzustellen, in der nicht
mindestens
eines der beiden Mikrofone seinen Weg über NEXUS in das
Mischpult findet.
Immer unter Spannung
Eine häufige Fehlerquelle bei jeder Art von Technik ist die Spannungs–
versorgung. Im Center hat man sich daher entschieden, zwei unabhängige
Stromversorgungen an alle Racks anzuschließen, einen so
genannten roten Power und einen blauen Power. Jedes NEXUS Basisgerät
verfügt über mindestens zwei Netzteile, so dass jeweils eines
vom
roten und eines vom blauen Power gespeist werden kann. Bei einem
Ausfall einer der Spannungsversorgungen oder eines der Netzteile
bleibt das Basisgerät ohne Unterbrechung weiter betriebsbereit.
Bei größeren Basisgeräten mit einer größeren
Anzahl von I/O-Karten
findet bei diesen Set-Ups sogar eine Doppelung statt, so dass zwei
Netzteile mit rotem und zwei mit blauem Power gespeist werden.
Darüber hinaus werden die Ausgänge der Netzteile im NEXUS
ständig
ü
berwacht. Ob der Strom ausfällt oder ein Fehler im Netzteil besteht:
In jedem Fall erscheint sofort eine Fehlermeldung auf den NEXUSBildschirmen
mit genauer Angabe der Fehlerquelle.
On-Air-Überwachung
Noch weiter lässt sich das Sicherheitskonzept verfeinern, indem
jedes abgehende Sendesignal und auch die tatsächlichen Sendestrecken
vom NEXUS überwacht werden. Dafür lassen sich die neuen Logik–
funktionen unter Matrix 5 nutzen, die sehr flexibel vom Anwender
selbst programmiert werden können. Bei der On-Air-Überwachung
werden die abgehenden Signale sowie die Empfangssignale vom TVTuner
zur Überprüfung ins NEXUS zurückgeführt. Fällt
der Signalpegel
an diesen Eingängen – und damit auch auf dem Sendeweg – unter
einen einstellbaren Schwellwert, wird ein Alarm ausgelöst. Das kann
eine Meldung auf einem PC sein oder ein GPI-Ausgang, der zum Beispiel
eine Warnlampe einschaltet.
Die On-Air-Überwachung ist besonders dann sinnvoll, wenn man eine
große Anzahl von Signalen überwachen will und nicht alle gleichzeitig
abhören kann.
Diese pegelgesteuerte Überwachung kann im Übrigen auf jedes
Signal
im NEXUS angewendet werden, nicht nur auf Eingangssignale. Realisiert
werden derartige Funktionen über das Logikfenster im NEXUS,
das verschiedenste Automatismen und Triggersignale anbietet.
Weitere klassische Einsatzfelder der Logikfunktionen sind die Lautsprecherstummschaltung
im Studio, sobald ein Mikrofon geöffnet wird
oder das „Return Talkback“: Jedes Sprechermikrofon erhält
eine eigene
„
Talk“-Taste, die mit einem NEXUS GPI-Eingang verbunden wird. Bei
entsprechender Konfiguration wird das Mikrofonsignal bei gedrückter
„
Talk“-Taste von der Sendesumme auf den Talkback-Bus geschaltet.
Damit kann jeder Sprecher selbstständig Rücksprache mit dem
Produktionsassistenten halten, ohne Gefahr zu laufen, dass diese
Unterhaltung auf Sendung geht.
Die Galaxie dehnt sich aus
Das neue Center ist eine große Anlage, und es ist nur ein Teil
eines
noch viel größeren Campus. Audioquellen befinden sich überall
verstreut auf dem Terrain, auch in den schon länger existierenden
Produktions- und Bearbeitungsstudios in vielen verschiedenen
Häusern. Weitere Gebäude mit neuen Audioquellen sind in Planung.
Mit seiner dezentral angelegten Systemarchitektur eignet sich NEXUS
gerade für eine solche Umgebung besonders gut.
In jedem der älteren Gebäude dient ein Basisgerät, das über
redundante
Glasfaserstränge mit den STARs verkabelt ist, als Transferstation.
Eine Glasfaser kann bis zu 128 Audiosignale in jede Richtung transportieren;
mehr als genug für die Verbindung zwischen den Häusern. In
den neuen Gebäuden auf dem Campus werden weitere NEXUS Basisgeräte
direkt dort installiert, wo Audiosignale gebraucht werden: in den
Geräteräumen an jedem Studio, im Hauptschaltraum, in den
Regien,
den Videoserver-Räumen. Über Glasfaser wird dann je eine
Verbindung
zum Haupt-STAR und zum Zusatz-STAR im Center gelegt. Diese ökonomische
Sternvernetzung reduziert einen riesigen Verkabelungsaufwand
auf einzelne Glasfaserstrecken. Je größer die Installation
wird, desto
größer wird auch die Einsparung gegenüber traditioneller
Verkabelung.
Himmlisch zuverlässig
Sicher ist sicher – das meinten schon die Entwickler von NEXUS,
und
der Betreiber des Centers in den USA hat dem noch eins draufgesetzt.
Durch eine intelligente Systemarchitektur und unter Ausnutzung aller
internen Sicherheitsfunktionen ließ sich die sprichwörtliche
Betriebssicherheit
des NEXUS-Systems bis ins kleinste Detail einbauen. Ein
Ausfall ist nahezu undenkbar. Eine Beständigkeit, die himmlischen
Vergleichen standhält!
Glasfaserredundanz in NEXUS
In vielen NEXUS-Installationen sind die Kabelverbindungen von den
NEXUS Basisgeräten zum NEXUS STAR doppelt ausgelegt, um einen
redundanten Kabelweg zur Verfügung zu stellen. Bei solchen redundanten
Verbindungen sendet NEXUS jedes Signal vom Basisgerät an
den STAR grundsätzlich parallel auf beiden Wegen. Im STAR wird
dann
entschieden, welches der beiden ankommenden Signale weiter
verwendet wird. Das zweite, redundante Signal ignoriert NEXUS im
Normalfall. Beide Signale werden ständig mittels Checksummenprüfung
auf Bitfehler getestet. Tritt ein Fehler im genutzten Signal auf,
während das parallel gesendete Signal fehlerfrei ist, so schaltet
NEXUS
automatisch innerhalb eines Abtasttaktes auf den anderen Port um.
Das Ergebnis ist eine unterbrechungsfreie, unhörbare Umschaltung
auf das noch anliegende Signal – eine echte Redundanz. Gleiches
gilt
natürlich auch für den Rückweg vom STAR zum Basisgerät. |