(2005)
AURUS-
Referenzen in
Rundfunk und Fernsehen:
BR Bayerischer Rundfunk, Studio 1 (Hörfunk),
München
Deutsche Welle TV Berlin Fuji TV, Tokio, (Japan)
Home Shopping Europe AG, Ismaning (2 Main Consoles)
Italian Broadcast Service RAI "Saxa Rubra TV3" (TV), Rom
(Italien)
MDR Mitteldeutscher Rundfunk, Tonregie im City-Hochhaus,
Leipzig
NDR Norddeutscher Rundfunk, Regie 2, Hannover
RTBF Brüssel, Studio 18 (TV), (Belgien)
RTM Kuala Lumpur, Studio 4 und 5, Kuala Lumpur (Malaysia)
(2 main Consoles)
TVP Telewizja Polska, TV-Studio 5, Warschau (Polen)
WDR Westdeutscher Rundfunk, " Philharmonic Hall",
Köln
WDR, Studio B1/2, Bocklemünd
WDR, Synchronstudio 1 und 2,
Düsseldorf
WDR, Synchronstudio S, Köln

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Kollege Computer ist heute in der Tonproduktion ein allgegenwärtiger
Mitarbeiter. Zu seinen dankenswertesten Fähigkeiten gehört
es, sich unsere Aktivitäten auf einer Mischpultoberfläche
zu merken und sie im richtigen Augenblick wieder parat zu haben: das
entscheidende Wesensmerkmal moderner Mischpult-Automationssysteme
Noch bis gegen Ende der 70er Jahre war eine Mischung meist eine
gänzlich manuelle Angelegenheit – und damit angesichts der
stetig
steigenden Spurenzahlen eine beträchtliche Konzentrationsübung.
Häufig mussten alle im Studio verfügbaren Musiker- und Technikerhände
mithelfen, um an der richtigen Stelle einen Fader zu bewegen
oder eine Taste zu drücken. Ein einziger Flüchtigkeitsfehler – und
alles
begann von vorn. Natürlich hat es nicht an Anstrengungen gefehlt,
diesem
Zustand ein Ende zu bereiten; darunter auch so skurrile Versuche
wie das Abfotografieren der gesamten Pultoberfläche.
Freund Computer
Kein Wunder, dass zu den ersten Aufgabengebieten des Computers im
Tonstudio die Automation der Kanalregler und der Cut-Tasten gehörte.
Die Möglichkeit, zumindest die beiden wichtigsten Bedienelemente
im
Kanal mit Zeitbezug zum Mehrspurband dynamisch zu automatisieren,
hat die gesamte Mehrspur-Produktionstechnik revolutioniert und viele
Arbeitsverfahren überhaupt erst ermöglicht.
Wirklich komfortable Automationen, die alle Mischpult-Parameter erfassen,
wurden allerdings erst mit der Einführung der digitalen Audiotechnik
realisierbar. Die Speicher- und Automatisierbarkeit der Bedienelemente,
vom ersten Tag an Kern aller STAGETEC-Systeme, gehört zu
den Schlüsselargumenten der Digitaltechnik. Erst sie machten es
möglich, alle Mischpulteinstellungen ohne stundenlanges manuelles
Rückstellen zu reproduzieren und so verschiedene Projekte zeitversetzt
im Wechsel zu bearbeiten – ein unschätzbarer betriebswirtschaftlicher
Vorteil. Aber auch die künstlerische Qualität einer Mischung
profitiert
ganz erheblich von einer leistungsfähigen Automation: Nur so kann
der
Toningenieur nacheinander an verschiedenen Details arbeiten und seinen
Mix perfektionieren.
Geschwind geladen
Für die Erfassung und Reproduktion der Mischpultparameter
haben
sich im wesentlichen drei verschiedene Verfahren etabliert: die
Snapshot-, die Szenen- und die dynamische Automation, wobei
letztere am anspruchsvollsten zu realisieren ist. Natürlich sind
alle
Parameter im AURUS dynamisch automatisierbar – aber diese
Tatsache allein sagt noch wenig über die Qualität einer Automation
aus. Der Teufel steckt wie bei vielen komplexen Technologien auch
hier im Detail. Vielleicht das wichtigste Kriterium für ein Automationssystem
ü
berhaupt ist die Schnelligkeit bei der präzisen Reproduktion
gespeicherter Daten.
Dabei zeigt sich AURUS wegweisend: Alle Mischpultparameter, ganz
gleich wie viele es sind, werden im äußerst engen Zeitraster
von 10
ms abgetastet und reproduziert. Gegenüber herkömmlichen dynamischen
Automationen mit Frame-Genauigkeit (40 ms bei 25 Frames pro
Sekunde) arbeitet AURUS also mit der vierfachen Datenmenge. Sehr
wichtig dabei: Die äußerst kurze Reaktionszeit des Mischpults
ist völlig
unabhängig von der Anzahl der zu automatisierenden Kanäle
in jeder
Betriebssituation sichergestellt – unabhängig davon, ob
gerade fünf
oder 200 Signalwege im Spiel sind.
Synchronkünstler
Die Automationsdaten müssen dazu sehr schnell
im Mischpult in die
beteiligten DSPs und Anzeigeninstrumente geladen werden. Diese
hohe Ladegeschwindigkeit sorgt gleichzeitig dafür, dass der Anwender
der STAGETEC-Konsole niemals auf das System warten muss. Auch
nach Sprüngen auf der Zeitachse und selbst im Shuttle-Betrieb
werden
die korrekten Automationsdaten verzögerungsfrei wiedergegeben.
Diese sichere Synchronisation auf die angebundene Mastermaschine
sowohl im Vorwärts- wie auch im Shuttle-Betrieb hat noch einen
anderen
Grund: Neben dem Timecode selbst wertet das Mischpult auch die
Maschinensteuerungsdaten (9-Pin) des angebundenen Recorders oder
der DAW aus und weiß daher, in welche Richtung der Recorder derzeit
läuft. Ein weiterer Vorteil: Auch stehender Timecode wird auf
Wunsch
ausgewertet. Das ist hilfreich, um an einer bestimmten Position
Funktionen in den Write-Modus zu versetzen, ohne dass der Mix beim
Anhalten der Maschine beendet wird. Dabei kann durch Eingabe eines
Toleranzbereichs dafür gesorgt werden, dass auch bei geringfügigen
Positionsänderungen, wie sie etwa beim Ein- und Ausfädeln
von
Kopftrommel-Laufwerken vorkommen, der Stop-Modus nicht verlassen
wird. AURUS unterstützt von Hause aus die 9-Pin-Protokolle und deren
Dialekte der wichtigsten Standardmaschinen; erst bei komplexen
Maschinen-Setups mit Chase-Synchronisation ist der Einsatz eines zusätzlichen
Synchronizers notwendig.
In komplexen Systeminstallationen unterstützt das zum AURUS gehörende
NEXUS zusätzlich das Timecode-Setup. Innerhalb von NEXUS
lassen sich dafür eigene Timecode-Kreuzschienen bilden. Die Timecodesignale
aller vorhandenen Maschinen werden dabei im Maschinenraum
ü ber die transparente Interface-Karte XTI eingespeist und stehen
dann systemweit im Zugriff. Im Pult kann jede Maschine als Timecodequelle
angewählt werden – ganz ohne umständliches Strippenziehen.
Blendend
Ebenso wichtig wie die Schnelligkeit einer Automation ist
natürlich
die
Signalqualität speziell bei Blendvorgängen der Pegel-Parameter.
STAGETEC arbeitet hier durchweg mit aufwändigen Verschleifkurven
und Rampenfunktionen, die eine hohe Rechenleistung voraussetzen
und für das AURUS noch einmal deutlich verfeinert wurden.
Zusammen mit der hohen zeitlichen Auflösung erreicht man so bei
Pegelfahrten eine perfekte Annäherung an die ursprünglich geschriebene
Bewegung ohne Störungen wie die gefürchteten Fahrradketteneffekte.
Sehen, was geschieht
Funktionsumfang und technische Leistungsdaten einer Automation
sind wichtig. Mindestens genauso entscheidend ist allerdings ein gelungenes
Ergonomiekonzept. Und das zeigt sich eben an den vielen
kleinen Details, die den Bedienungsaufwand im Arbeitsalltag so weit
wie möglich reduzieren. Ganz oben auf der Liste steht dabei die
optische
Rückmeldung: Je mehr Parameter in einem Mischpult automatisiert
werden können, desto wichtiger wird es für den Anwender, jederzeit
sehen zu können, was passiert. Auch in dieser Hinsicht ist AURUS
mit seiner Kombination aus Motorregler, TFTs in der Meterbridge und
LED-Bogenanzeigen für jeden seiner 22 berührungsempfindlichen
Drehgeber pro Kanal kaum zu schlagen. Dazu kommen aussagekräftige,
interaktive Dialogfenster des Automationssystems im Zentralbereich
des Mischpults. Beispielsweise das Mix-Path-Fenster, in dem die unterschiedlichen
Mischungsversionen nach Art eines Blockschaltbilds
ü bersichtlich dargestellt und verwaltet werden. Soll ein Mix gespeichert
werden, so drückt man einfach die Taste „To Keep“ und
die Mischung
erscheint als neuer Block in der Darstellung. Die Hierarchie der gespeicherten
Mischungen bleibt dabei jederzeit transparent.
Für den Kanal-Fader sind Motorregler zweifellos die eleganteste
Lösung.
Allerdings nur dann, wenn wie beim AURUS auch die Ansteuerung
professionell gelöst wurde. Sonst stören unschöne Zappeleffekte
mit
der damit verbundenen Geräuschentwicklung bei der Arbeit. Das
Geheimnis liegt hier neben einer hohen Auflösung über den gesamten
Regelbereich vor allem in den aufwändigen Steueralgorithmen. Der
Fader muss einerseits schnell sein, sich dabei aber asymptotisch an
seinen Endwert annähern, um Überschwingen zu vermeiden – keine
ganz leichte Aufgabe.
Automation im Einsatz
Christoph Gronarz, Produktionsingenieur beim WDR, kennt das
WDRStudio in der Philharmonie Köln seit seiner Eröffnung
vor 19 Jahren wie
seine Westentasche. Das Studio, das seinerzeit mit der Installation
der
ersten großen Digitalkonsole Audiogeschichte geschrieben hatte,
wurde im letzten Sommer im Rahmen einer Kompletterneuerung mit
einem AURUS von STAGETEC ausgestattet. Gronartz zu dieser Investitionsent-
scheidung:
„
AURUS ist nach meiner Überzeugung zur Zeit das
modernste Digitalpult auf dem Markt.“
Ein wichtiges Argument waren auch die vorzüglichen 28-Bit-Wandler
der STAGETEC-Konsolen. Während unseres Besuchs im Frühjahr
begannen
gerade die Mischungen für eine SACD-Surroundproduktion der
„
Daphne“ von Richard Strauss mit dem WDR-Sinfonieorchester unter
Semyon Bychkov. Für das umfangreiche Projekt mit bis zu 44 Spuren
war die dynamische AURUS-Automation ein unverzichtbares Gestaltungselement,
da viele Bewegungen der Solisten mit dem Joystick begleitet wurden.
Traumpartner
Schnell, kommunikationsfreudig und präzise – das Automationssystem
im AURUS bringt ideale Voraussetzungen für eine perfekte Partnerschaft
im Regieraum mit. Nicht zu vergessen natürlich ein phänomenales
Gedächtnis. Wer wünscht sich nicht solche Eigenschaften für
seinen
Assistenten ... |