(2004)
AURUS-
Referenzen im
Theater:
Anhaltinisches Theater, Dessau
E.T.A. Hoffmann Theater, Bamberg
Friedrichstadt-
palast (Revue-
theater), Berlin
(2 main Consoles)
Grand Théâtre de la Ville, Luxemburg (2 main
Consoles plus slave Console)
Nationaltheater Bratislava, (Slowakei)
Nationaltheater Tokio, (Japan) (main Console plus slave
Console)
Schaubühne Berlin (4 main Consoles)
Schauspielhaus, Zürich (Schweiz)
Guthrie Theater, Minnesota (USA) (2 main Consoles)
Staatstheater, Stuttgart
(2 main Consoles)

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Nicht jeder bewegt sich
sicher auf internationalem
Parkett.
AURUS
gelingt das gleich zweimal
mit Leichtigkeit.
Diese Woche der Graf von Luxemburg,
nächste Woche Lieder von Tom Waits
und Kurt Weill, danach die Rockoper
Gormenghast – so sieht der Alltag einer
der renommiertesten Gastspielstätten
Europas aus. Im Grand Théâtre de la Ville
in Luxemburg, einem Dreispartenhaus,
treten die angesehensten Ensembles aus
dem französischen, englischen und deutschen
Sprachraum auf.
Ein großer Saal mit beeindruckender
Bühne und klassischer Theaterbestuhlung
für 900 Personen sowie ein kleineres
Studiotheater mit bis zu 400 Sitzplätzen
in variabler Anordnung ermöglichen die
unterschiedlichsten Inszenierungen. Diese
Vielfalt ist es, die das Haus zu einem
Magneten für Ensembles und für das
Publikum macht – seit der Neueröffnung
zur Spielzeit 2003/2004 ist fast jede Veranstaltung
ausverkauft.
Just in Time
Diese Vielfalt verlangt aber auch nach
flexibler Technik. Neue Bühnenbilder,
wechselnde Beschallungssituationen und
unterschiedliche Aufgaben für Ton und
Video fordern bei dieser Aufführungsdichte
eine anpassungsfähige Technik. Da hohe
Flexibilität und kurze Rüstzeiten zu den
eindeutigen Stärken der Digitaltechnik
gehören, stand schon früh fest, dass das
Haus seine beiden Tonregien mit Routerund
Mischtechnik von Stage Tec ausrüsten
wird. Schon die einfache Querverkabelung im Haus mit Hilfe von NEXUS
und die vielen Variationsmöglichkeiten
dank mobiler Basisgeräte waren Gründe
genug für diese Entscheidung.
Ein weiteres Kriterium war die einfache
Handhabung der Technik. Bedienbar am
besten ohne jede Einarbeitungszeit, denn
auch das technische Personal wird bei
Gastspielen überwiegend von den wechselnden
Ensembles gestellt. Das intuitiv
zu handhabende AURUS, das kurz vor Ende
der Realisierung des Umbaus seine Marktreife erlangte, war daher erste
Wahl.
Mittlerweile steht also die erste AURUS Installation
außerhalb Deutschlands an
prominenter Stelle in Luxemburg!
Paarweise
Zwei Säle, zwei Tonregien und zwei fest
installierte AURUS-Mischpulte mit 96 beziehungsweise
64 DSP-Kanälen und 40
beziehungsweise 32 Kanalzügen: Das
Grundkonzept war schnell gefunden. Die
Architektur des NEXUS-Netzwerks hat
sich mit dem Einsatz der STAR-Router als
AURUS-Hosts vereinfacht.
Die Technik im großen Saal und in der Studiobühne
bildet jeweils ein eigenes, für
sich funktionsfähiges und unabhängiges
Audionetz. Beide Netze sind durch MADI-Leitungen
miteinander verbunden, die
einen Parallelbetrieb mit Signalaustausch,
aber ohne gegenseitige Beeinflussungen ermöglichen. Zusätzlich
stehen mobile
Basisgeräte bereit, die je nach Bedarf in
den beiden Sälen als Erweiterung genutzt
werden können.
Mobile Unterstützung
Zu den beiden Mischpulten leistete sich
das Theater auch noch eine kleine, transportable
Konsole mit 20 Fadern, die quasi
als Fernbedienung einer Hauptkonsole
genutzt werden kann. Zieht man an der
mobilen Slave-Konsole einen Fader hoch,
so öffnet sich der entsprechende Faderzug
an der Hauptkonsole – und umgekehrt.
Im Theater Luxemburg soll die mobile
Konsole dazu dienen, direkt aus dem
Saal heraus die Proben zu fahren, um
einen direkten Austausch zwischen Regisseur
und Tonmeister herzustellen. Sämtliche
während der Proben erarbeitete Einstellungen
werden dann bei der eigentlichen
Aufführung vom großen Pult in der
Einspielregie aus eingesetzt.
Aber auch bei Veranstaltungen selbst
benötigt man immer häufiger Technik direkt
im Saal, zum Beispiel bei Musicals oder zur
Beschallung von Bands. Dieser Einsatz ist
häufig in der Studiobühne mit ihren unkonventionellen
Veranstaltungen gefragt.
Mit der mobilen Konsole ist dies kein Problem,
denn sie lässt sich in beiden Sälen
gleichermaßen betreiben. Die Hardware eines
jeden AURUS, genauer gesagt, dessen RMC-Karte im NEXUS STAR, bietet nämlich
schon einen zweiten Mischpultanschluss an.
Die mobile Konsole muss also lediglich per
Glasfaser an die AURUS-RMC-Karte eines
der beiden Pulte angesteckt werden, eine
Umprogrammierung ist nicht notwendig.
Klein und extravagant
Was wirklich in ihm steckt, wird AURUS in
der Studiobühne zeigen. Hier werden vermehrt
experimentelle Projekte in Szene
gesetzt, die der Tontechnik grundsätzlich
mehr abverlangen als eine klassische
Oper oder ein Theaterstück. Verstärkte
Musikinstrumente, Mikrofonierung bei
Sprache und Gesang und auch Experimente
mit Surroundsound kommen in der
Studiobühne durchaus zum Einsatz, kombiniert
mit außergewöhnlicher Anordnung
von Bühne und Bestuhlung. Entsprechend
variabel ist dort die Technik: Beleuchtungsbrücken
erlauben die Anbringung
von Beschallungslautsprechern an zahlreichen
Punkten der Saaldecke. Die Lautsprecher
sind nicht direkt, sondern variabel
über ein Steckfeld mit den Endverstärkern
verkabelt. In Verbindung mit AURUS,
das bis zu 128 Busse – zum Beispiel zur
Ansteuerung der Lautsprecher – und Ausspielungen
in Surroundsound erlaubt,
sind einer Inszenierung in der Studiobühne
kaum Grenzen gesetzt.
Auf Maß
Die Umgestaltung des gesamten Theaters,
ein echtes Großprojekt in der europäischen
Theaterwelt, ist durchweg gelungen. Dazu
beigetragen hat sicher der Umstand, dass
die neue Technik genau an die Bedürfnisse
der Nutzer vor Ort angepasst wurde. Dies
war nur möglich, weil das Theater sein technisches
Stammpersonal während der Umbauphase
weiter beschäftigte und es stark
in die Planung der neuen Anlagen einbezog.
Auf dieser Grundlage entstand eine enge
und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen
dem Theater, dem Planungsbüro Gerling +
Arendt und der SALZBRENNER STAGETEC
MEDIAGROUP als Planer und Lieferant. Das
spiegelt sich in vielen Details wieder, wie etwa
der Maßanfertigung von Versatzkästen
oder bei der Ausstattung der Tonregien mit
speziell entworfenen rollbaren Racks und
Einrichtungsgegenständen. Das Ergebnis:
ein stimmiges Gesamtkonzept mit AURUS
im Mittelpunkt.
Das AURUS-Konzept
Jedes AURUS besteht
aus einer Hauptkonsole,
die als Fernbedienung
der eigentlichen
DSP-Einheit dient. Bei
AURUS werden die
DSP-Karten für das
Mischpult in einen
NEXUS STAR Router
installiert, ebenso wie
die Mischpult-Steuerkarte
RMC. An diese
RMC-Karte lassen sich
zwei Bedienkonsolen
anschließen. In Luxemburg wird darüber die mobile Mischeinheit
entweder im
Großen Saal oder in der Studiobühne in Betrieb genommen.
Zusätzlich dient der NEXUS STAR in einer AURUS-Installation als Audiorouter,
sowohl für mischpultinterne Signale, als auch für das externe
Routing. Die
RMX-Karte stellt dabei den Knotenpunkt des sternförmigen Audionetzes
dar.
NEXUS-Basisgeräte werden über das NEXUS-eigene Glasfaserformat
FOC an
den STAR angebunden. Das Theater Luxemburg legte zwei getrennte Audionetze
mit je einem NEXUS STAR, einem AURUS Mischpult und einem bzw. vier NEXUS
Basisgeräten an. Allerdings ist ein Signalaustausch über MADI
möglich. Zwei
mobile Basisgeräte lassen sich wahlweise im Audionetz am Großen
Saal oder in
dem der Studiobühne anschließen.
Umfangreiche Neuinstallation
Nach einer Pause von fünf Spielzeiten
und einer grundlegenden Neugestaltung
der Räume und der Technik feiert
das Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg
seine Wiedereröffnung. Neben
zwingend notwendigen Modernisierungsmaßnahmen,
unter anderem
beim Brandschutz und der Klimatechnik,
nutzte man den Umbau unter
Leitung von Gerling + Arendt als Planungsbüro
zur völligen Neugestaltung,
die die technische Infrastruktur und
Bühnentechnik mit einbezog. Die SALZBRENNER
STAGETEC MEDIAGROUP war
dabei für die Feinplanung, Lieferung und
Installation der neuen Anlagen für die
beiden Bühnen des Hauses verantwortlich.
Mit dabei: außer der AURUS Mischpulte
die kompletten Ton- und
Videoanlagen inklusive der Beschallung
und der Tonregien, die Verlegung von
83,5 km Kupferkabel und 2,5 km Glasfaser,
die Intercom- und Inspizientensysteme,
das Niederspannungsnetz und
die Elektroverteilung. |