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Erfahrungsbericht von Jakob Händel
über Stage Tecs 28-Bit-Wandler

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(2001)

 
 

Jakob Händel arbeitet seit 1995 als freier Tonmeister und setzt schon jahrelang Stage Tecs 28-Bit-Wandler für seine Klassikauf-
nahmen ein, neuerdings auch im Surround-Format.

 

 

 


Stage Tec ist für seine Großsysteme CANTUS und NEXUS bekannt, die oft in umfangreichen Vernetzungen eingesetzt werden. Eher als unauffälliges Kleingerät präsentiert sich hingegen der TrueMatch RMC, dessen Größe im Detail liegt. Jakob Händel, einer der ersten Nutzer des TrueMatch RMC, über den Wandler.

28 Bit im Handgepäck

Es gibt kein Gerät, über das ich mir während einer Produktion weniger Gedanken mache als über den TrueMatch RMC. Auf der Bühne installiert, gehen alle Signale im MADI-Format über eine BNC-Leitung ohne Umwege in meinen Pyramix-Harddisk-Recorder. Der einzige noch notwendige Handgriff – das Vorwählen der Mikrofon-Eingangspegel auf der Bühne – ist nach etwa 150 Studio-Aufnahmen und Live-Mitschnitten in vier Jahren eine reine Routinesache.

Auch für Überspielungen

Ich hatte zunächst ein Gerät in einer NEXUS-ähnlichen Version gekauft, d. h. ohne die systemeigene Bedienfrontplatte. Seit ich sie nachgerüstet habe, setze ich den TrueMatch RMC außer für Aufnahmen auch noch für andere Aufgaben ein. So etwa zur Überspielung von Analogbändern auf das Harddisk-System. Dabei erweist sich die Frontbedienplatte und insbesondere die exakten Pegelanzeigen als sehr hilfreich. Mehrfach waren auch die kombinierten XLR/Klinken-Eingänge bei Einsätzen in fremden Studios förderlich.

Spezialausführung

Die oben schon erwähnte Konfiguration mit der MADI-Karte stellt eine Speziallösung dar, die das Gerät in Richtung NEXUS hin erweitert. Damit stehen mir parallel zwei Ausgangsformate zur Verfügung – MADI und AES/EBU bzw. SPDIF, welches wir aus Platzgründen für unser voll bestücktes Gerät wählten. Indem wir die Audiosignale vom Schnittplatz über MADI zurückführen, können wir die AES-Ausgänge beliebig in Studio verteilen. So wird der TrueMatch RMC zum aktiven Splitter.

Weltweit kompatibel

Für mich ist das System aus dem Studioalltag nicht mehr wegzudenken. Das Gerät hat sich seit 1997 auf etwa 30 großen wie kleineren Auslandseinsätzen bewährt, wie zum Beispiel bei einer Produktion für Countertenor und Orgel in der Nähe von Tokyo.

Mit dem TrueMatch RMC und einem Genex MOD-Recorder in zwei Flightcases mit nur 26 kg Gewicht und einem Rucksack mit Aluminium-Stativen konnte ich schon damals, 1998, eine achtkanalige 24-Bit-Produktion realisieren – und das nur mit Reisegepäck ohne Übergewicht.

Die beiden Geräte sind übrigens in Bezug auf Betriebssicherheit auch bei verschiedensten Stromversorgungen und Einsatzgebieten bei mir eine bewährte Kombination.

Extrem rauscharm

Gerade bei meiner japanischen Countertenor-Produktion tritt die außerordentlich hohe Genauigkeit des A/D-Wandlers in Erscheinung. In Pianissimo-Passagen werden sehr leise Außengeräusche außerhalb der Holzkirche hörbar – ganz leises Vogelzwitschern, das nicht wie sonst gewohnt im Rauschen untergeht. Die CD ist im Berliner Verlag Carpe Diem unter dem Namen Laudate Domino erschienen.

Stage Tec setzt mit dem TrueMatch RMC neue Maßstäbe für den mobilen Einsatz von mehrkanaligen Wandlern. Mit den hervorragenden klanglichen Eigenschaften und extrem hohen Dynamikwerten entsteht sogar der Wunsch nach noch rauschärmeren Mikrofonen, denn im Moment ist ihnen der Wandler in dem Punkt überlegen!

Der TrueMatch RMC

Der TrueMatch RMC ist ein hochwertiger Analog-Digital-Wandler mit einer Signalauflösung von 28 Bit. Er arbeitet nach Stage Tecs patentiertem True- Match-Verfahren, das eine signalgetreue Quantisierung erlaubt. Durch seine hohe Auflösung von 28 Bit bildet der Wandler einen Dynamikbereich von über 150 dB ab. Damit ist der TrueMatch RMC in der Lage, alle in der Audiotechnik vorkommenden Signale, vom hochpegeligen Line-Signal bis zum unverstärkten Mikrofonsignal, direkt zu wandeln. Der Wandler macht damit den Einsatz von analogen Mikrofon-Vorverstärkern überflüssig. Das Ergebnis ist ein nochmals rauschfreieres digitales Signal!

Der TrueMatch RMC erinnert vom äußeren Aufbau her an ein NEXUS: Er ist als Bauträger für maximal neun Steckkarten konzipiert, der mit verschiedenen Karten wie A/D-Eingängen und AES/EBU-, Y 2-, ADAT-, S/PDIF- oder TDIF-Interfaces bestückt werden kann. Im Gegensatz zu NEXUS läßt sich das Gerät nicht um ein zweites Rack erweitern. Der TrueMatch RMC verfügt über eine gewisse NEXUS-Funktionalität – wenn auch im Kleinen. Über ein einfaches Steuerprogramm, das auf jedem PC installiert werden kann, lassen sich die Eingänge beliebig den Ausgängen zuordnen. Hat man das Gerät mit verschiedenen digitalen Interfaces ausgestattet, dann wirkt es als einfacher Formatwandler und Router. Dem TrueMatch RMC sind zusätzliche Features wie digitale Nachverstärkung, Trittschallfilterung, Phantomspeisung und Phasentausch implementiert. Man kann ihn also mit Blick auf das große, ausbaufähige NEXUS durchaus als kleines Einsteigermodell für Aufnahmestudios sehen. Nur eine Einschränkung ist prinzipbedingt noch zu beachten: Eine Glasfaser-Karte für den Anschluss an CANTUS oder NEXUS kann der TrueMatch RMC grundsätzlich nicht zur Verfügung stellen. Die dazu notwendigen Ein- und Ausgabeadressen werden bei diesem Gerät – im Gegensatz zum NEXUS – schon für die Darstellung der Bogenanzeigen benötigt.
 

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