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Stage Tec ist für seine Großsysteme CANTUS und NEXUS bekannt,
die oft in umfangreichen Vernetzungen eingesetzt werden. Eher als unauffälliges
Kleingerät präsentiert sich hingegen der TrueMatch RMC, dessen
Größe im Detail liegt. Jakob Händel, einer der ersten
Nutzer des TrueMatch RMC, über den Wandler.
28 Bit im Handgepäck
Es gibt kein Gerät, über das ich mir während einer
Produktion weniger Gedanken mache als über den TrueMatch RMC.
Auf der Bühne installiert, gehen alle Signale im MADI-Format über
eine BNC-Leitung ohne Umwege in meinen Pyramix-Harddisk-Recorder. Der
einzige noch notwendige Handgriff – das Vorwählen der Mikrofon-Eingangspegel
auf der Bühne – ist nach etwa 150 Studio-Aufnahmen und Live-Mitschnitten
in vier Jahren eine reine Routinesache.
Auch für Überspielungen
Ich hatte zunächst ein Gerät in einer NEXUS-ähnlichen
Version gekauft, d. h. ohne die systemeigene Bedienfrontplatte. Seit
ich sie nachgerüstet habe, setze ich den TrueMatch RMC außer
für Aufnahmen auch noch für andere Aufgaben ein. So etwa
zur Überspielung von Analogbändern auf das Harddisk-System.
Dabei erweist sich die Frontbedienplatte und insbesondere die exakten
Pegelanzeigen als sehr hilfreich. Mehrfach waren auch die kombinierten
XLR/Klinken-Eingänge bei Einsätzen in fremden Studios förderlich.
Spezialausführung
Die oben schon erwähnte Konfiguration mit der MADI-Karte stellt
eine Speziallösung dar, die das Gerät in Richtung NEXUS hin
erweitert. Damit stehen mir parallel zwei Ausgangsformate zur Verfügung – MADI
und AES/EBU bzw. SPDIF, welches wir aus Platzgründen für
unser voll bestücktes Gerät wählten. Indem wir die Audiosignale
vom Schnittplatz über MADI zurückführen, können
wir die AES-Ausgänge beliebig in Studio verteilen. So wird der
TrueMatch RMC zum aktiven Splitter.
Weltweit kompatibel
Für mich ist das System aus dem Studioalltag nicht mehr wegzudenken.
Das Gerät hat sich seit 1997 auf etwa 30 großen wie kleineren
Auslandseinsätzen bewährt, wie zum Beispiel bei einer Produktion
für Countertenor und Orgel in der Nähe von Tokyo.
Mit dem TrueMatch RMC und einem Genex MOD-Recorder in zwei Flightcases
mit nur 26 kg Gewicht und einem Rucksack mit Aluminium-Stativen konnte
ich schon damals, 1998, eine achtkanalige 24-Bit-Produktion realisieren – und
das nur mit Reisegepäck ohne Übergewicht.
Die beiden Geräte sind übrigens in Bezug auf Betriebssicherheit
auch bei verschiedensten Stromversorgungen und Einsatzgebieten bei
mir eine bewährte Kombination.
Extrem rauscharm
Gerade bei meiner japanischen Countertenor-Produktion tritt die außerordentlich
hohe Genauigkeit des A/D-Wandlers in Erscheinung. In Pianissimo-Passagen
werden sehr leise Außengeräusche außerhalb der Holzkirche
hörbar – ganz leises Vogelzwitschern, das nicht wie sonst
gewohnt im Rauschen untergeht. Die CD ist im Berliner Verlag Carpe
Diem unter dem Namen Laudate Domino erschienen.
Stage Tec setzt mit dem TrueMatch RMC neue Maßstäbe für
den mobilen Einsatz von mehrkanaligen Wandlern. Mit den hervorragenden
klanglichen Eigenschaften und extrem hohen Dynamikwerten entsteht sogar
der Wunsch nach noch rauschärmeren Mikrofonen, denn im Moment
ist ihnen der Wandler in dem Punkt überlegen!
Der TrueMatch RMC
Der TrueMatch RMC ist ein hochwertiger Analog-Digital-Wandler mit
einer Signalauflösung von 28 Bit. Er arbeitet nach Stage Tecs
patentiertem True- Match-Verfahren, das eine signalgetreue Quantisierung
erlaubt. Durch seine hohe Auflösung von 28 Bit bildet der Wandler
einen Dynamikbereich von über 150 dB ab. Damit ist der TrueMatch
RMC in der Lage, alle in der Audiotechnik vorkommenden Signale, vom
hochpegeligen Line-Signal bis zum unverstärkten Mikrofonsignal,
direkt zu wandeln. Der Wandler macht damit den Einsatz von analogen
Mikrofon-Vorverstärkern überflüssig. Das Ergebnis ist
ein nochmals rauschfreieres digitales Signal!
Der TrueMatch RMC erinnert vom äußeren Aufbau her an ein
NEXUS: Er ist als Bauträger für maximal neun Steckkarten
konzipiert, der mit verschiedenen Karten wie A/D-Eingängen und
AES/EBU-, Y 2-, ADAT-, S/PDIF- oder TDIF-Interfaces bestückt werden
kann. Im Gegensatz zu NEXUS läßt sich das Gerät nicht
um ein zweites Rack erweitern. Der TrueMatch RMC verfügt über
eine gewisse NEXUS-Funktionalität – wenn auch im Kleinen. Über
ein einfaches Steuerprogramm, das auf jedem PC installiert werden kann,
lassen sich die Eingänge beliebig den Ausgängen zuordnen.
Hat man das Gerät mit verschiedenen digitalen Interfaces ausgestattet,
dann wirkt es als einfacher Formatwandler und Router. Dem TrueMatch
RMC sind zusätzliche Features wie digitale Nachverstärkung,
Trittschallfilterung, Phantomspeisung und Phasentausch implementiert.
Man kann ihn also mit Blick auf das große, ausbaufähige
NEXUS durchaus als kleines Einsteigermodell für Aufnahmestudios
sehen. Nur eine Einschränkung ist prinzipbedingt noch zu beachten:
Eine Glasfaser-Karte für den Anschluss an CANTUS oder NEXUS kann
der TrueMatch RMC grundsätzlich nicht zur Verfügung stellen.
Die dazu notwendigen Ein- und Ausgabeadressen werden bei diesem Gerät – im
Gegensatz zum NEXUS – schon für die Darstellung der Bogenanzeigen
benötigt.
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