Das digitale Audiomischpult
CANTUS wird vielfach in Rundfunk und Fernsehen eingesetzt. Die Anwendungen
sind dabei vielfältig. RTL Television zeigt, dass sich die Konsole
nicht nur im Produktionsumfeld bewähren kann, sondern auch als
Live-Mischpult.
Live Nachrichten bei RTL
Schon lange stand eine Erneuerung der Live-Regie bei RTL Television
in Köln an. Zu klein und zu abgearbeitet war die alte Regie,
die wegen ihres überlasteten, analogen Tonsteckfeldes extrem
unübersichtlich geworden war. So entschloss sich der Sender
zu einem Neubau der Ton- und Bildregie – in durchgängig
digitaler Technik. Herzstück der Tonregie ist heute ein großes
CANTUS-Mischpult.
Harte Anforderungen
Als Tonmischpult in einem TV-Sender wird dem CANTUS eine Menge
abverlangt. Seit dem 8. November 1997 ist es täglich nahezu
20 Stunden im Einsatz – meistens live, wie etwa bei den Hauptnachrichten.
Deshalb muss das Pult vor allem eins sein: Zuverlässig. Dies
ist um so wichtiger, als dass der Privatsender RTL keine Havarie-Regie
betreibt; wenn das CANTUS ausfallen würde, gäbe es keine
Ausweichmöglichkeit! »Uns hat es schon überzeugt,
dass das Demopult bei einer ersten Vorführung hier im Haus in
nur drei Stunden aufgebaut und betriebsbereit war. Andere Firmen
haben dafür mindestens einen Tag gebraucht, …« meint
dazu Renate Radwan von RTL, die als Audioplanerin des neuen Studios
maßgeblich an der Produktentscheidung mitgewirkt hat. Immerhin
15 Mitarbeiter arbeiten im Rotationsverfahren an dem Mischpult und
müssen es auch noch nach einer längeren Pause sicher bedienen
können. Deshalb war die einfache Bedienbarkeit ein weiteres
wichtiges Kriterium für die Wahl des CANTUS.
Vollbestückt
Der reine Livebetrieb stellt deutlich andere Forderungen an ein
Mischpult als der Produktionsbetrieb. Das fängt schon bei der
Automation an: In der Livesendung hat die statische Automation einen
ganz hohen Stellenwert, die dynamische Automation hingegen kann dabei
nicht benutzt werden. Live will man ständig Zugriff auf alle
Quellen haben. Im Idealfall hat man für jeden Audiokanal einen
eigenen Fader, was allerdings ab einer gewissen Kanalzahl zu einem
sehr großen und damit für den Livebetrieb unübersichtlichen
Pult führen würde. RTL braucht sehr viele Audiokanäle,
weshalb der Sender bei dieser Entscheidung einen Mittelweg wählte.
Die insgesamt 90 Audiokanäle des CANTUS, deren Eingänge
bei RTL auch noch mehrfach belegt sind, werden über 48 Fader
gesteuert. Damit ist der gewählte Mischpultrahmen vollbestückt.
Wollte man noch mehr Fader haben, dann müsste ein zweiter Mischpultrahmen
angedockt werden.
N-1 und Off-Air-Matrix
In Livesendungen wie beispielsweise den Nachrichten arbeitet RTL
mit sehr vielen Schaltungen zu Außenstudios und Ü-Wagen.
Alle Zuspielquellen benötigen dabei eine Programm-Rückleitung.
Um diese Ausspielungen komfortabel vornehmen zu können, wünschte
sich RTL im CANTUS eine N–1-Matrix für 48 Leitungen. Stage
Tec präsentierte eine freikonfigurierbare Matrix, in der zusätzlich
die ersten 16 Eingänge als Off-Air-Matrix dienen. Heute arbeitet
RTL typischerweise mit 30 N-1-Leitungen und hält sich damit
die Ausspielwege am Mischpult für das frei, wofür sie eigentlich
gedacht waren: Für die reine Effektzuspielung. Wie bei so vielen
Speziallösungen profitiert nicht nur RTL von der Neuentwicklung,
denn inzwischen gehört die N-1-Matrix zum Angebotsumfang des
CANTUS.
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