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Bayrischer Rundfunk: Herkulessaal

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Ulrike Haub war als Projektleiterin und Planungsingenieurin des BR verantwortlich für die Erneuerung des Studios im Herkulessaal. „ Bei der Neuausstattung im Herkulessaal haben wir uns für eine auf unsere Bedürfnisse angepasste CANTUS-Installation entschieden: ein Mischpult in der Regie, drei kleine NEXUS-Basisgeräte und eine modifizierte Tochterkonsole im Tonbearbeitungsraum. Aus planerischer Sicht war das Projekt für uns auch deshalb spannend, weil es in dem alten denkmalgeschütz ten Gebäude immer wieder Überraschungen gab, so zum Beispiel bei der Suche nach alten Kabeltrassen im Saal. Neu war es für uns auch, sowohl die Technik wie auch die GU-Leistungen aus einer Hand zu bekommen. Die Herangehensweise der SALZBRENNER STAGETEC MEDIAGROUP als Generalunternehmer und Hersteller hat uns positiv überrascht und überzeugt. Das neue Studio wurde sogar zwei Wochen früher als geplant an uns übergeben!“

Klassizismus und Moderne
 

Herkulessaal
Deutlicher können die Unterschiede in den Zeitepochen kaum zutage treten. Unmittelbar neben kunsthistorischen Schätzen präsentiert der BR High-Tech in Perfektion: seine neue Hörfunkregie als CANTUS-Residenz.

Kristall-Lüster an der Decke, kostbare Wandteppiche und vornehm-edles Klassizismus-Ambiente: Der Blick aus der neuesten CANTUS-Regie des BR ist wahrhaft einzigartig. Mit dem Herkulessaal unterhält die Bayerische Schlösserverwaltung einen öffentlichen Saal, der durch sein Ambiente und seine Akustik zu den beliebtesten Konzertsälen der Stadt zählt. Der Saal in der Residenz München, deren Entstehung auf das 13. Jahrhundert zurückgeht, fasst heute bis zu 1.450 Personen. Auch der BR veranstaltet hier regelmäßig Konzerte, so häufig, dass er angrenzend an den Saal ein eigenes Tonstudio mitsamt technischer Infrastruktur betreibt.

Optimale Bilanz

Schon seit über zwölf Jahren arbeitet das BR-Studio in der feudalen Stadtresidenz mit einem digitalen Mischpult. Der BR stieg damals als Pionier auf eine digitale Großkonsole der ersten Stunde um, die schließlich nach einer erstaunlich langen Nutzungsdauer ersetzt werden musste. Wo damals große, vollgepackte Gestellschränke dicht an dicht den Gestellraum einheizten, enthält heute ein einzelnes 19II-Rack die Hardware des neuen CANTUS und des NEXUS. Nahezu frisch geworden ist es im Maschinenraum, in dem die von damals erhalten gebliebene Aircondition nur noch pustet, aber nicht mehr kühlen muss – der Energieverbrauch ist fast auf ein Zehntel des früheren Wertes gesunken.

Leichte Entscheidung

CANTUS

Vom klassischen Konzert über Theateraufführungen bis hin zur TV-Produktion reicht die Palette der Veranstaltungen im Herkulessaal. Ein sehr abwechslungsreicher Arbeitsplatz für die Toningenieure des BR, und eine Vorzeigeanwendung für das flexible und extrem zuverlässige CANTUS. Die Systementscheidung fiel leicht, auch weil der BR schon in je zwei Hörfunk- und TV-Ü-Wagen, in zwei weiteren Hörfunkstudios und in einem TV-Studio mit dem Pult arbeitet. Im Studio 10 des Hörfunks steht sogar die allererste CANTUS-Konsole, die jemals geliefert wurde! Für die Toningenieure, die sowohl im Herkulessaal, im Studio 10 als auch im Gasteig, der dritten CANTUS-Regie des BR-Hörfunks arbeiten, entfällt damit die Einarbeitungszeit und die Arbeit vereinfacht sich.

Anspruchsvolle Tochter

Bei der Erneuerung der gesamten Audiound Videotechnik des Studios im Herkulessaal plante der BR für die Zukunft direkt eine Mehrkanalton-Fähigkeit ein. Mit fünf Geithain-Lautsprechern und einer 5.0-Mischoption im CANTUS inklusive motorisiertem Joystick ist das Studio für eventuelle Formatentwicklungen der nächsten Jahre gerüstet. Jedoch nicht nur die große Konsole sollte Surround-fähig sein, sondern auch die kleine Tochterkonsole im Tonbearbeitungsraum neben der Regie. In der Tonbearbeitung werden nämlich die Aufnahmen kontrolliert, abgehört und geschnitten – was bei einer Mehrkanalproduktion selbstverständlich mehrkanalig vorgenommen werden muss. Im Grunde agiert die kleine Tochterkonsole hier überwiegend als Abhörpult, an dem sowohl alle aus der Regie kommenden Signale als auch die Quellen des Tonbearbeitungsraums abgehört werden sollen. Da bisher sämtliche anderen CANTUS-Tochterpulte ausschließlich in Stereo-Umgebungen eingesetzt werden, musste
Stage Tec für den BR eine Modifikation vornehmen und eine von der Hauptkonsole unabhängige, mehrkanalige Abhörschiene implementieren. Das ist übrigens nicht die erste Neuentwicklung, die Stage Tec auf Anregung des BR vorgenommen hat. Auch die Interkom-Matrix im NEXUS wurde erstmals für den BR entwickelt, für eine CANTUS-Installation im Ü-Wagen.

Schnellstart

NEXUS-Gestell

Der Studioumbau musste sich streng nach dem Veranstaltungsplan im Haus richten. Der Großteil der Arbeiten konnte nur in den wenigen Wochen der Sommerpause abgewickelt werden. In dem verwinkelten, historischen Gemäuer gestaltete sich schon der Abtransport des alten Equipments problematisch und auch alle neuen Komponenten mussten über eine Treppe ins Studio getragen werden. Während für die Verkabelung vom Studio in den Saal nur eine Erweiterung nötig war, wurden die Regie, die Tonbearbeitung und natürlich der Gestellraum vollständig neu erschlossen. Die SALZBRENNER STAGETEC MEDIAGROUP hat eine langjährige Routine bei derartigen Projekten etabliert, vor allem im Theaterbereich, wo jeder Umbau von einem hohen Zeitdruck während der kurzen Spielpausen begleitet ist. Auch bei der ersten BR-Installation der SALZBRENNER STAGETEC MEDIAGROUP als Generalunternehmer hat sich diese Routine bemerkbar gemacht: Der gut vorbereitete Umbau ging schnell und ohne technische Probleme voran. Das war auch gut so, denn die erste Produktion mit der neuen Technik, die Live-Übertragung des ARD-Musikwettbewerbs, war dann auch gleich ein Renommierprojekt.

Für die Ewigkeit

So interessant der Blick auf die Technik ist und so sehr die Funktionalität und Zuverlässigkeit überzeugen – den stärksten Eindruck hinterlässt bei dieser Installation die prachtvolle und gleichzeitig geschichtsträchtige Umgebung. Die Faszination des jahrhundertealten Bauwerks zieht alle in ihren Bann; Künstler, Techniker und Besucher. So gerät jeder Event im Herkulessaal zu einem einmaligen Ereignis, festgehalten für die Ewigkeit durch die ausgefeilte Technik im Hintergrund.

Sprechen mit festen Regeln

Ein NEXUS als Bestandteil des CANTUS bietet eine große Funktionsvielfalt, zum Beispiel mit der kleinen, kompakten Kommando- und Einspielmatrix. Ihre 32 Quellen und Senken, die mit externen Sprechstellen oder mit den Kommandoeinheiten des CANTUS genutzt werden, ersetzen häufig eine externe Interkom-Anlage. Jede Matrix wird genau an die Bedürfnisse angepasst und mit komplexen Schaltkriterien und Hierarchien versehen. Dazu gehört etwa bei einer Reportage die Umschaltung des Rücktons: Zur Vorbereitung hört der Reporter den Sendeton, während er auf Sendung ist jedoch sein eigenes Signal. Die Kommando- und Einspielmatrix entstand auf Anregung des BR als erstem CANTUS-Nutzer und wird heute als Option angeboten.
 

 

XET mit Parallelausgängen

In Rundfunkanstalten ist es ein Muss: das Monitoring des Systemausgangs eines Sendeweges. Die bisherige Lösung bestand meist darin, mit Hilfe eines externen Verteilverstärkers den NEXUS- Ausgang sowohl auf die Sendeleitung zu schicken, als auch das Signal zu Abhörzwecken ins NEXUS zurückzuführen. Einfacher geht es mit der neuen digitalen Ausgangskarte XET (NEXUS aes/ Ebu Transmitter): Sie ermöglicht es, für einen bestimmten Ausgang weitere parallele Anschlüsse zu implementieren. In der einfachsten Form wird die XET-Karte mit je einem Toslink- und einem RJ45-Anschluss pro Kanal bestückt. Weitere Parallelausgänge stellt ein zusätzliches XETS-Modul bereit, das im NEXUS-Inneren über ein Flachbandkabel mit der entsprechenden XET-Karte verbunden wird. Die parallelen Ausgangsanschlüsse werden separat getrieben und entkoppelt. Neben der Anwendung als Sendeausgangskontrolle lässt sich diese Option für einen Sendemitschnitt oder zum Anschluss mehrerer paralleler Aufzeichnungsgeräte an einem Ausgang verwenden.
 

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