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Oper Köln

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Auf der Suche nach einem breiteren Publikum gewinnen aufwendige und attraktive Produktionen in der deutschen Kulturlandschaft an Bedeutung. Eine flexible Digitaltechnik ist Voraussetzung für eine kreative technische Unterstützung.

Meisterklasse in Köln

Vorführungen in Theater, Oper oder Multifunktionshallen - ohne CANTUS und NEXUS sind sie vielerorts kaum mehr denkbar. Neueste Installation: Die Oper Köln. Dort ersetzt ein CANTUS das bisherige Digitalpult und bietet die nötige Flexibilität für die modernen Produktionen des Hauses.

Oper Köln + NEXUS
NEXUS in ungewöhnlicher Umgebung

Bei Erstinstallationen wird NEXUS üblicherweise als dezentrales System flächendeckend im gesamten Haus installiert. Bei nachträglichen Installationen kann man häufig nicht so vorgehen, wie am Beispiel der Oper Köln gut zu sehen ist. Hier war eine erst drei Jahre alte, analoge Verkabelung vom Opernsaal, Studio, Probenraum etc. vorhanden, in die NEXUS nun integriert werden sollte. Auch für derartige Anwendungen ist NEXUS dank seiner Flexibilität ideal. Es wurde kurzerhand hinter dem vorhandenen analogen Steckfeld installiert und arbeitet nun als Signalverteiler dem CANTUS-Mischpult zu. Eine ökonomisch sinnvolle Lösung. NEXUS verwaltet alle Eingangssignale des CANTUS. Dies sind Mikrofonsignale, analoge Zuspieler und digitale Signalquellen wie Tascam DA-88 und OMX 8 von Augan.

Formatkonvertierung inklusive

Einmal in die digitale Ebene konvertiert, stehen die Signale sämtlichen angeschlossenen Komponenten zur Verfügung. Dies sind einerseits natürlich analoge und digitale Ausgangskarten, andererseits aber auch eine oder mehrere CANTUS-Konsolen. Damit ist das NEXUS nicht nur eine digitale Kreuzschiene, sondern es erfüllt gleichzeitig die Funktionen einer digitalen Splitbox und eines Formatwandlers. Die Steuerung des NEXUS übernimmt dabei ein handelsüblicher PC unter Windows-Oberfläche. Dieser wird an einer beliebigen Stelle an das NEXUS angeschlossen – auch bei laufendem Betrieb.

Betriebssicherheit an oberster Stelle

Burkhardt Hentschel, Leiter der Abteilung Ton an der Oper Köln, weiß gerade die Zuverlässigkeit von CANTUS und NEXUS zu schätzen, hatten er und seine Kollegen doch bei der ersten digitalen Konsole im Hause noch ganz andere Erfahrungen machen müssen. Stage Tec erzielt die außergewöhnliche Zuverlässigkeit zum einen durch die Konstruktion und Ausführung an sich, aber auch durch eine umfangreiche Systemanalyse. Diese greift in drei Fällen:

  • Beim Ausfall einer externen Sync-Quelle stellt eine der NEXUS-Basiseinheiten diese Information für alle übrigen Komponenten zur Verfügung.
  • Alle Geräte sind mit redundanten Netzteilen ausgestattet. Die Umschaltung erfolgt automatisch. Eventuelle Fehler werden sofort auf dem Bediencomputer angezeigt und für die spätere Ursachenanalyse protokolliert.
  • Zusätzlich kann man alle Glasfaserverbindungen redundant auslegen, sodass beim Ausfall einer der Fasern innerhalb eines Taktzyklus auf einen Ersatzweg umgeschaltet werden kann.

Die Kölner Oper war jedoch auch ohne diese Redundanz voll mit der Zuverlässigkeit des Systems zufrieden und verzichtete deshalb auf doppelte Leitungsführung. Burkhardt Hentschel führt die Betriebssicherheit gerne jedem Besucher vor: Im laufenden Betrieb nimmt er einen Kanalzug aus dem Chassis und entfernt alle elektrischen Verbindungen. Das CANTUS bleibt davon völlig unbeeindruckt und selbst das Audiosignal dieses Kanalzuges ist unverändert in der Mischung vorhanden. Zuverlässigkeit, die auch gestandene Tonmeister begeistert.

104 Signale auf kleinstem Raum

In der Einspielregie an der Oper Köln sind 104 Eingangssignale zu verwalten. Schon aufgrund der räumlichen Enge kommt für diese Aufgabe nur eine digitale Konsole in Frage: Beim CANTUS können bis zu zehn Signale von einem Kanalzug verwaltet werden, was den Platzbedarf enorm verringert. In Köln stehen im Hauptpult vierzig Kanalzüge zur Verfügung. Die benötigte Audioleistung wird von insgesamt 13 DSP-Karten geliefert.

Zusätzlich zum Hauptpult steht in Köln ein CANTUS-Nebenpult. Es ist mit 20 Kanalzügen und einer kompletten Zentralbedienung bestückt und kommuniziert über eine Glasfaserverbindung mit dem Hauptpult. Die zunehmende Nachfrage nach modernen Musiktheater- und Musicalproduktionen macht den Einsatz eines solchen zweiten Pultes im Saal notwendig: Im Gegensatz zur klassischen Oper stehen dort nicht selten neben ausgebildeten Opernsängern auch Laiendarsteller und Rockmusiker gemeinsam auf der Bühne, deren Sprachverständlichkeit mit Hilfe von Mikroport-Anlagen erzielt wird. Die Abmischung dieser Signale erfolgt dabei sinnvollerweise live vom Saal aus.

Gemeinsam stark

Haupt- und Nebenpult können beim CANTUS auf zwei grundsätzlich verschiedene Arten betrieben werden: Im Split- oder im Parallelbetrieb. Im Splitbetrieb wird jedes der anliegenden Signale jeweils einer der beiden Konsolen fest zugeordnet. Weitaus häufiger wird der Parallelbetrieb gewählt. Hierbei greifen die Pulte gemeinsam auf alle Signale zu. Diese sehr flexible Betriebsart wird auch in Köln bevorzugt und hat sich bereits nach kurzer Zeit bewährt. Denn das Nebenpult wird nicht nur im Saal eingesetzt: Es dient darüber hinaus als Aufnahmepult im Produktionsstudio.

Insgesamt vier Stellen wurden in der Oper Köln für den Anschluss des Nebenpultes vorbereitet. So kann die Arbeit in jeder Situation optimal zwischen den beiden Konsolen aufgeteilt werden. Die Möglichkeiten gehen jedoch noch weiter. Durch einen speziellen Umbau kann sogar das Hauptpult in den Zuschauerraum gestellt werden. Stage Tec hat dazu beim Kölner Pult die Netzteile, die serienmäßig in die Pultfüße eingebaut sind, in die Pultwanne verlagert. Sie kann jetzt ohne großen Aufwand auf- und abgebaut werden und wird gelegentlich als »großes Saalpult« eingesetzt. Eine elegante und effektive Lösung.

Spielpause unter Zeitdruck

Die Installation von CANTUS und NEXUS musste in kürzester Zeit erfolgen. Obwohl die Arbeiten in die Spielpausen gelegt wurden, wurde der Ton dringend für die Probenarbeit benötigt. Aufgrund der guten Vorplanung waren alle Systeme nach nur zwei Tagen einsatzbereit. Im Anschluss wurden Burkhardt Hentschel und seine Mitarbeiter vor Ort geschult und waren nach weiteren vier Tagen fit.

Premiere feierte das CANTUS in der Oper Köln bereits sechs Wochen später – nicht ganz unpassend – mit »Meisterklasse«, einem Stück, das der einzigartigen Maria Callas gewidmet ist. Nomen est Omen.
 

 

Höhere Betriebssicherheit durch optische Multiplexer OMUX

OMUX

Haupt- und Nebenpult sind durch zwei Lichtwellenleiter miteinander verbunden. Üblicherweise – und so ist es auch an der Oper Köln – kann das Nebenpult an verschiedenen Stellen im Hause aufgestellt werden. Dort befindet sich jeweils ein LWL-Anschluss. Auf der Gegenseite musste die Verbindung bisher manuell gesteckt werden. Der zum erstenmal in der Oper Köln installierte LWL-Splitter übernimmt diese Aufgabe jetzt automatisch. Er erkennt, an welchem Anschluss das Nebenpult angeschlossen ist und verbindet es mit der Hauptkonsole und dem NEXUS-System. Dadurch entfällt eine mögliche Fehlerquelle, und die Tonregie wird entlastet. Der optische Multiplexer OMUX bietet in der Grundversion vier Eingänge und einen Ausgang. Im Fall der Oper Köln wurde eine dieser Grundeinheiten installiert; diese gestattet es, das Nebenpult an vier verschiedenen Stellen im Hause zu betreiben.
Die vier Eingänge des OMUX stehen an verschiedenen Stellen im Saal und im Probenstudio für den Anschluss der Nebenkonsole zur Verfügung, der Ausgang ist fest mit dem Hauptpult verbunden. Eine größere Anzahl von Ein- und Ausgängen kann durch die Kaskadierung mehrerer OMUX realisiert werden.
 

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