Bisher waren wirklich
gute analoge Mikrofonverstärker und Aufnahmesysteme einem Digitalsystem
oft noch überlegen. Die A/D-Wandlung und die 16-Bit-Speicherung
schränkten die Qualität ein. Keine Sorgen um derartige Einbußen
muss man sich mit dem neuen Wandler und Mikrofonverstärker von
Stage Tec machen: Er bietet 28 Bit.
Besser als das Mikrofon
Herr Günter Pauler hat in seinem Tonstudio Pauler Acoustics
in Northeim als erster Kunde Erfahrungen mit dem 28-Bit-Wandler
gesammelt. Besonders transparente Aufnahmen konnte er in der Kerk
van de Doopsgezinde Genreente in Haarlem, Niederlande, durchführen;
einer Kirche, die für ihre gute Akustik bekannt ist. Unser
Foto zeigt seine Aufnahmesession in dieser Kirche, bei der das
Ensemble »The Spirit Of Gambo« seine neueste CD einspielt – unterstützt
durch einen TrueMatch RMC von Stage Tec.
Totenstille im Saal. Alles wartet gespannt auf den ersten Ton des großen
Meisters. Die rote Lampe geht an – wir sind auf Aufnahme. »Hoffentlich
singt er nicht lauter, als vorhin bei der Probe! Beim letzten Mal hatten
wir einen kleinen Zerrer drin, vielleicht sollte ich den Pegel doch
noch ein wenig herunterziehen? Aber dann rauscht es wieder …«
Stellen Sie sich jetzt vor, Sie hätten einen Mikrofonverstärker,
der mehr Dynamik hat als ihr Mikrofon, den Sie nicht mehr aussteuern
müssen. Und außerdem hätten Sie einen A/D-Wandler,
der ebenfalls eine höhere Dynamik als ein Mikrofon aufweist.
Dann könnten Sie unbeschwert aufnehmen und sich dem Pegel erst
in der Nachbearbeitung widmen. Mit dem neuen 28-Bit-Wandler von Stage
Tec ist genau dies möglich!
Kaum Eingangsrauschen
Eingangsstufe und Wandler des neuen Systems erzeugen zusammen ein
Eingangsrauschen von nur -134 dBu. Zum Vergleich: Dies entspricht
dem Rauschen eines 60-Ohm-Widerstandes. Und das Mikrofon? Das rauscht – bei
einer Impedanz von z. B. 200 Ohm – mit immerhin -128 dBu; sein
Rauschen überdeckt deutlich das Wandlerrauschen!
In der Kombination aus Mikrofon und Wandler bestimmt damit allein
das Mikrofon die untere Dynamikgrenze. Und wie sieht es bei lauten
Pegeln aus? Stage Tecs neuer Wandler kann Eingangspegel bis zu 22
dBu verarbeiten und liegt damit weit über dem, was ein Mikrofon
an Ausgangspegel liefern kann. In der Praxis kann der Wandler daher
niemals übersteuert werden. Um eine derartige Dynamik von 150
dB erzielen zu können, hat Stage Tec ein neues Verfahren erfunden
und als TrueMatch-Verfahren patentieren lassen.
Schon die »alten« Wandlerkarten des NEXUS arbeiten mit
24-Bit-TrueMatch, die Dynamik entsprach allerdings »nur« 22
Bit im Digitalen. Die neue Wandlergeneration hat hingegen im Prinzip
eine Auflösung von 26,5 Bit, die jedoch auf 28 Bit erhöht
wurde. Diese Erhöhung der Wortbreite bietet zwei Vorteile: Man
vermeidet Quantisierungsgeräusche und kann das Eingangsrauschen
als eine Art »natürliches« Dithering verwenden.
Bei 26,5 Bit ist das Quantisierungsrauschen gleich dem Rauschen des
A/D-Wandlers – es würde sich in der Summe eine Verschlechterung
von 3 dB ergeben. Durch die Vergrößerung der Auflösung
auf 28 Bit liegt das Quantisierungsrauschen etwa 10 dB unter dem
Wandlerrauschen und ist damit praktisch nicht mehr hörbar. Hinzu
kommt das Rauschen des Mikrofons, das mindestens 6 dB über dem
Rauschen des A/D-Wandlers liegt.
Es gibt heute keine Aufzeichnungssysteme, die ein 28-Bit-Signal
abspeichern können. Welchen Sinn macht dann die hohe Auflösung
des Wandlers? Bei der Aufzeichnung auf ein normales 16-Bit-Medium
verbessert sich durch die hohe Wandlerauflösung nur wenig. Hier
macht sich nur die hohe Linearität des Wandlers bemerkbar, aber Über-
und Untersteuerungen kann es immer noch geben. Schon deutlich besser
sieht es aus, wenn Sie – z. B. mit Hilfe eines Datenkomprimierers
auf ihrem 16-Bit-Medium tatsächlich 20 Bit aufzeichnen können.
Damit steht ihnen schon eine Dynamik von 120 dB zur Verfügung,
sodass es selbst bei einem vernünftigen Headroom von 20 dB kaum
noch zu Fehlaussteuerungen kommen kann. Allerdings setzt dies eine
genaue Pegelung des Wandlers voraus, der ja gleichzeitig auch als
Mikrofonverstärker fungiert. Die Verstärkung kann dafür
immerhin zwischen 0 und 70 dB variiert werden.
Dieser Arbeitsschritt fällt weg, wenn man ein echtes 24-Bit-Aufzeichnungsmedium
verwendet. Hier stellt man die Verstärkung grundsätzlich
auf 15 dB bei einem dynamischen bzw. auf 0 dB bei einem Kondensatormikrofon
und nimmt dadurch alles auf, was das Mikrofon anliefert. Besonders
interessant ist der Wandler daher im Bereich des hochwertigen Masterings
sowie bei DVD-Produktionen, wo 24-Bit-Aufzeichnungen durchaus gängig
ist. In Kombination mit einem CANTUS schließlich kommen Sie
in den Genuss der vollen 28 Bit. Wenn es dann noch zerrt, dann war
es Ihr Mikrofon, oder Sie haben versehentlich aus alter Gewohnheit
einen analogen Mikrofon-Preamp vorgeschaltet!
Varianten
Den neuen 28-Bit-Wandler gibt es in zwei Varianten: Als Einschub
für das NEXUS oder als selbständige Einheit. Die vierkanalige
NEXUS-Eingangskarte heißt XMAD, was soviel wie NEXUS-Mikrofoneingangs-A/D-Wandler
bedeutet. Im Zusammenspiel mit CANTUS zeigt der XMAD seine volle
Qualität: Über den Direktausgang des NEXUS werden nämlich
die vollen 28 Bit an das CANTUS weitergegeben und dort auch verarbeitet!
Anders sieht dies bei der Verwendung einer AES/EBU- Verbindung aus:
Sie bietet per Norm maximal 24 Bit.
Ebenfalls nutzbare 24 Bit bietet die autarke Version mit dem Namen TrueMatch
RMC. Sie unterstützt bis zu 24 Eingänge und stellt
vor allem für Aufnahme- und Mastering-Studios ein qualitativ
hochwertiges Frontend dar.
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