Die Oper hat Tradition
in Hannover. Das heutige Opernhaus ist fast 150 Jahre alt – Georg
V. ließ es damals erbauen. Für sich selbst sah er darin – mit
bestem Blick auf die Bühne – eine höfische Loge vor.
Doch die Zeiten ändern sich: Wo einst der Adel einer Opernvorführung
beiwohnte, ist heute ein CANTUS beherbergt. Die höfische Loge
ist zum Einspielstudio des Opernhauses umfunktioniert worden.
Königliches CANTUS
Dem Ambiente entsprechend kann die Installation im Opernhaus Hannover
mit zu den interessantesten zählen. Zwei große CANTUS-Pulte
mit je 90 Audiokanälen und 44 Fadern, ein transportables Nebenpult
sowie ein großes NEXUS mit drei Basisgeräten und zwei Audioracks
unterstützen den täglichen Probenbetrieb und die abendlichen
Aufführungen.
Zuspielungen auch aus dem Saal
Die kleine Nebenkonsole für den Probenbetrieb im Saal kann
an sieben verschiedenen Stellen installiert werden. Einer der Anschlüsse
befindet sich am Proben-Regieplatz, von dem aus der Tonmeister Zuspielungen
im Saal starten und Einstellungen vor Ort ausprobieren kann. Weitere
Anschlüsse sind eher für Live-Zuspielungen bei Veranstaltungen
gedacht; sie befinden sich hinten im Saal sowie im Rang und auch
im Orchestergraben, denn nicht immer kann eine Vorführung ausschließlich
aus dem Einspielstudio heraus gefahren werden! Vorproduktionen werden
nicht im Einspielstudio, sondern in einem zusätzlichen Produktionsstudio
vorgenommen. Es ist mit dem zweiten CANTUS dieser Installation bestückt,
das an das gleiche NEXUS-Audionetz angeschlossen ist wie das Zuspielpult.
Dadurch hat es ebenfalls Zugriff auf alle Mikrofone und Audioquellen.
Derartig komplexe Signalverteilungen sind störungsfrei erst
mit der Digitaltechnik möglich geworden: Alle Audiowege des
CANTUS/NEXUS-Systems sind dank der Glasfaserübertragung unempfindlich
gegen die im Theater problematischen Störeinstreuungen durch
die vielen gedimmten Lichtleitungen der Bühnenbeleuchtung.
Glasfaser für historische Gemäuer
Die Mikrofon- und Leistungsverstärker im Opernhaus Hannover
stehen deshalb gut abgeschirmt in Bühnennähe; mit kurzen
Kupferkabeln am Endgerät angeschlossen, aber über lange,
verlustfreie Glasfasern mit NEXUS verbunden. Die Glasfasertechnik
hat noch einen weiteren Vorteil, auch wenn er in Hannover keine tragende
Rolle gespielt hat: Die Kabel sind dünn und können damit
auch bei hohen Denkmalschutz-Auflagen noch verlegt werden. Diese
Besonderheit fällt vor allem bei historischen Gebäuden
ins Gewicht und war z. B. im Akademietheater Wien, aber auch bei
einer NEXUS-Installation im Schauspielhaus Dresden von großer
Bedeutung.
Fünfstunden-Werk zum Einstieg
In Hannover standen eher die Features des CANTUS im Vordergrund: »Das
Einrichten des Pultes für eine Vorstellung geht mit dem speicherbaren
CANTUS viel bequemer«, begründet Herr K.-H. Löffler,
leitender Tonmeister der Oper Hannover, die Entscheidung zu dem Digitalpult.
Die erste Vorführung mit CANTUS und NEXUS war übrigens
gleich ein Bühnenmarathon: Wagners fünfstündige »Meistersinger
von Nürnberg« – eine wahrhaft meisterliche Feuertaufe!
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