Familienbetrieb: CANTUS
mit Nebenkonsole
Wenn man sich bei einer Installation für ein CANTUS entscheidet,
ersetzt man nicht nur ein analoges Mischpult durch moderne Digitaltechnik – man
kann auch eingefahrene Produktionsabläufe und sogar das gesamte
Teamwork neu und flexibler gestalten. Ein besonderes Maß an
Flexibilität und Effizienz erreicht man, wenn eine CANTUS-Nebenkonsole
an dem Hauptpult betrieben wird. CANTUS unterstützt dabei entweder
einen parallelen Betrieb oder Teamwork.
Ein paar Grundlagen
Mehrere Mischpulte gleichzeitig einzusetzen, ist keine Erfindung
der Digitaltechnik. Schon im analogen Umfeld hat man bei großen
Events mit mehreren Konsolen gemeinsam gearbeitet. Allerdings ging
dies in der Regel nur durch eine Kaskadierung, d. h. dass das eine
Mischpult die Summe des anderen quasi als Zuspielung erhält.
Dies ging auch gar nicht anders, da jedes analoge Mischpult für
sich eine eigene Einheit darstellte.
Anders sieht dies bei CANTUS aus, das den Betrieb von Nebenkonsolen
an einem Hauptpult erlaubt. Zum Verständnis: Beim CANTUS dient
das Mischpult am Arbeitsplatz des Tonmeisters vor allem als komfortable
Fernbedienung; die eigentlichen Audiobearbeitungen werden in einem
abgesetzten DSP-Rack und nicht in der Bedieneinheit vorgenommen.
Deshalb ist es auch möglich, neben dem CANTUS-Hauptpult noch
eine Nebenkonsole auf dieselbe DSP-Einheit zugreifen zu lassen. Das
erlaubt nicht nur verschiedene Arten der Arbeitsteilung, sondern
schont auch den Geldbeutel.
Parallel oder doch lieber Split?
Aber in welcher Form soll nun zusammen gearbeitet werden? CANTUS
bietet für Haupt- und Nebenpulte zwei grundsätzlich verschiedene
Arten an, den Splitbetrieb und den Parallelbetrieb. Die allermeisten
CANTUS-Installationen sind für Parallelbetrieb ausgelegt. Im
nebenstehenden Beispiel von Wakayama entschied man sich allerdings
für Splitbetrieb. Die zwei Pulte im Splitbetrieb greifen auf
dieselbe DSP-Einheit zu, können aber jeweils komplett autark
agieren. In Wakayama benötigt man dies für U-Musik-Events,
wo ein CANTUS – im Saal platziert – der FOH-Beschallung
dient, während das andere gleichzeitig für die Aufnahme
des Konzertes in der Regie verwendet wird.
Der Parallelbetrieb hingegen spielt seine Stärke im Team aus.
Während der Beschaller im Saal den FOH-Mix macht, kann der Kollege
in der Regie z. B. die Zuspieler regeln. Dabei werden sämtliche Änderungen über
Glasfaser in Echtzeit übertragen und können direkt auf
der Gegenseite nachvollzogen werden. Das heißt: Zieht man an
dem einen CANTUS z. B. den Fader des Solistenmikrofons hoch, so geht
er auch auf dem anderen Pult mit auf. Endlich kann der Assistent
dem Tonmeister zuarbeiten, ohne ihm ständig im Weg zu stehen.
Und der Tonmeister freut sich darüber, dass der Assistent nur
diejenigen Eingriffe tatsächlich vornehmen kann, die er auch
wirklich darf.
Der einzige Wermutstropfen: Beim Kauf der Mischpulte muss man bereits
wissen, ob man eine Split- oder Parallelkonfiguration betreiben möchte.
Denn beide Betriebsarten müssen technisch unterschiedlich realisiert
werden.
Familienbande
Eines haben beide Betriebsarten gemeinsam: Es gibt lediglich eine
einzige Hauptkonsole, die direkt mit der DSP-Einheit verbunden ist.
Zusätzlich können bis zu drei Nebenkonsolen an die Hauptkonsole
angeschlossen werden, die dann entweder im Split- oder im Parallelbetrieb
arbeiten. Die Hauptkonsole leitet die Anforderungen dann an die DSP-Einheiten
weiter.
Die Verkabelung von Haupt- und Nebenkonsolen ist einfach. Sie erfolgt – wie
bei allen Komponenten von Stage Tec – über eine einzige
Glasfaser.
Lediglich auf der Hauptkonsole steht eine Software zur Verfügung,
mit der das Teamverhalten der Pulte konfiguriert wird. Somit ist
gewährleistet, dass keine Nebenkonsole unbefugten Zugriff auf
DSP-Ressourcen erlangen kann. Die daraus resultierende Flexibilität
ist derzeit einzigartig auf dem Markt.
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