 |
PRINCO’s Projekt:
Claudio Mascis Firma PRINCO ist in Italien eines der bekannten Häuser
für professionelle Studiolösungen. Zusammen mit der SALZBRENNER STAGETEC
MEDIAGROUP erhielt er den Gesamtauftrag zur Umsetzung des Audio- und Kommunika
tionssystems, der Installation, Einarbeitung und Schulung des Personals und
eine Vor - Ort - Betreuung in der Anfangsphase. PRINCO wird außerdem
die Videoinstallation samt Videoregien für die Theater vornehmen.
Pianos Auditorium der Neuzeit
Am 21. April, dem 2.755-sten Gründungstag der Stadt Rom, wird
ein Teilabschnitt eines der größten Konzertgebäude
der Welt eröffnet: das Nuovo Auditorium di Roma mit explizit eingeplantem
guten Ton.
Rom besaß keinen der Stadt angemessenen Aufführungsort
für klassische Musik«, erklärt Renzo Piano, der Stararchitekt
aus Italien, auf die Frage, wie es zu dem Großprojekt »Nuovo
Auditorium di Roma« kam.
»
Mit drei verschieden großen Konzertsälen für 2.700,
1.200 und 750 Zuschauer sowie einem Amphitheater für 3.000 Zuschauer
wird er diese Lücke in Kürze schließen: Unter seiner
Federführung entstand – und entsteht noch – ein architektonisch,
akustisch und technisch wegweisender Komplex aus mehreren Konzertgebäuden.
Architektur und Klang
Im Gegensatz zu anderen Architekten ist sich Renzo Piano nicht
nur seiner optisch-gestalterischen, sondern auch seiner akustischen
Verantwortung bei der Planung von Vortragssälen bewusst. Den
Grundriß und die Ausmaße der großen Halle wählte
er daher gerade so, dass sie noch eine optimale natürliche Akustik
bieten kann. Bei größeren Gebäuden käme man
nicht mehr ohne Elektroakustik aus.
Damit die drei Vortragssäle unabhängig genutzt werden
können ohne sich akustisch zu stören, wurden sie in drei
separate Gebäude, so genannte Container eingebaut, die architektonisch
von außen an Bauten der klassischen römischen Antike erinnern.
Eine genaue Planung und aufwändige Tests, erst mit Laser-Reflexionen
und später in größeren Modellen mit Schall, stellten
von Anfang an sicher, dass die Akustik gelingt.
Zusätzlich sind die drei Räume akustisch weitgehend flexibel
gestaltet worden, wobei der kleinste Raum mit beweglichem Boden und
Decke sowie variablen Wänden die größte Vielfalt
bieten kann. Der mittlere Saal hat immerhin eine bewegliche Bühne
und eine variable Saaldecke, ähnlich einem schon bekannten Saal
in Turin, der vom gleichen Akustiker (Helmut Müller) unter Renzo
Piano gebaut wurde.
Dieser mittlere Saal ist für Kammerkonzerte und Tanzvorführungen
vorgesehen. Lediglich das Amphitheater für Aufführungen im
Sommerhalbjahr sowie der große Saal für Ballett- und Orchesteraufführungen
sind akustisch festgelegt.
Über 30 Einzelrouter
Aufgrund der guten Akustik wird während normaler Aufführungen
keine elektroakustische Anlage notwendig sein. Trotzdem benötigt
das Auditorium eine große Tonanlage, weil es einen ganz besonderen
Auftrag erhalten hat: Es soll ein Archiv von hochwertigen Aufnahmen
berühmter Künstler anlegen, das von der Stadt auch kommerziell
genutzt werden kann.
Dafür sollen interessante Aufführungen mitgeschnitten
werden, wozu pro Saal eine Regie notwendig ist. Eine weitere, gemeinsam
genutzte Regie erhöht die Flexibilität nochmals, z. B.
für eine zweite Aufnahme desselben Konzertes, und bietet Redundanz
für Wartung und Fehlerfälle. In der Ausschreibung zu diesem
Projekt legte Renzo Piano bereits fest, dass ein integriertes Gesamtkonzept
mit Glasfaservernetzung beschafft werden soll. Damit bot sich die
Kombination aus CANTUS, NEXUS und NEXUS STAR an, mit denen das Auditorium
jetzt bestückt wird.
Jede Saalregie sowie die gemeinsam nutzbare Regie erhält ein mehrkanaltonfähiges
CANTUS, das an das NEXUS-Netzwerk im zugehörigen Saal angeschlossen
wird. Die Saalnetze bestehen aus acht bis neun Basisgeräten – womit
schon jeder Saal samt Regien für sich genommen eine Großinstallation
darstellt. Zusätzlich gibt es Anschlussmöglichkeiten für externe Übertragungswagen.
Je drei unabhängige Wagen sollen später an jedes Theater anschließbar
sein, weshalb man nochmals drei Basisgeräte ergänzte. Weitere Basisgeräte
sind für die Uplinks, einen zentralen digitalen Video- und Tonspeicher,
die Probenräume und sogar für die Umkleiden vorgesehen. Insgesamt
sind das 34 NEXUS Basisgeräte – das wird die mit Abstand größte
Installation des Systems sein!
Strenge Regeln
Jeder Bereich, also etwa ein Saal mit zugehöriger Regie, bildet
ein eigenes NEXUS-Netzwerk, von denen es insgesgesamt vier geben
wird. MADI-Leitungen schaffen eine Verbindung zwischen den verschiedenen
Bereichen. Um die Signale flexibel verteilen zu können, erhält
das Auditorium einen NEXUS STAR. Er wird 24 MADI-Ports mit jeweils
64 Ein- und Ausgängen beherbergen und stellt die Grundvoraussetzung
für ein derart großes Audionetz dar.

Diese große Anlage wird nicht nur für Mitschnitte und
Sendungen verwendet, sondern auch als Kommunikations- und Signalisationsnetz
zweit verwertet. Jedem Saal ist ein Inspizientensystem der C.A.S.-Serie
zugedacht, das ebenfalls auf NEXUS aufsetzt. Der Inspizient steuert
darüber den Ablauf einer Vorführung, indem er z. B. die
Schauspieler mit Lichtzeichen oder Tonrufen auf die Bühne holt,
die Einsätze für Einspielungen gibt und die gesamte Kommunikation
während einer Vorführung betreut. Dies erklärt auch,
warum die Probenräume und selbst die Umkleiden an das Netz angeschlossen
wurden – denn genau dort erreicht man die Künstler vor
ihrem Auftritt. Mit integriert ist ebenfalls ein Interkom- und Paging-System
für die technischen Bereiche, das unabhängig vom Inspizientensystem
gefahren werden kann.
Stufenkonzept
Gut Ding will Weile haben – gerade bei technischen Großprojekten
trifft dieses Sprichwort zu. Das Nuovo Auditorium di Roma wird gemäß diesem
Motto in verschiedenen Teilabschnitten realisiert: Zu der Eröffnung
im April 2002 wird der mittelgroße Saal mit der Regie, Übertragungswagen-Anschluss
und Umkleiden fertig gestellt. Die weiteren Spielstätten folgen
kontinuierlich und werden bis Ende 2003 komplettiert sein. Aber zuerst
wird die zentrale Schalttechnik in Betrieb genommen – sodass
neben dem Stararchitekten Renzo Piano schon zur Eröffnung noch
ein zweiter STAR schalten und walten wird!
|