Automation
AURATUS wird durch einen globalen Datensatz definiert, der Projekt
genannt
wird. Ein Projekt umfasst die gesamte Arbeitsumgebung,
d.h. alle Steuerdaten, die die Pultoberfläche definieren, den Schaltzustand
der Eingänge und Ausgänge, die Eingangs- und Ausgangsparameter,
die Einstellungen der Audiosignalverarbeitung sowie 99
Snapshots.
Das Projekt enthält also alle Daten, die für eine funktionsfähige
Anlage erforderlich sind. Die Projektdatei kann auf eine
Speicherkarte
geschrieben werden, sodass ihre Einstellungen
samt
der enthaltenen Snapshots für zukünftige Sitzungen zur Verfügung
stehen.
Die Verwendung von günstigen Speichermedien (SD-Card)
ermöglicht
einen einfachen Austausch und eine problemlose
Archivierung.
Snapshots repräsentieren den gegenwärtigen Zustand der Audioebene
und können auch den aktuellen Zustand der Pult-Bedienoberfläche
enthalten. Das Eingangs- und Ausgangsrouting sowie
die
Daten
der Logiksteuerung NEXUS Logic Control und die Abhöreinstellungen
sind nicht in den Snapshots abgespeichert.
Full Snapshots enthalten die funktionellen Daten aller Audiokanäle.
Full Functional Snapshots enthalten diese Daten von ausgewählten
Funktionen
aller Audiokanäle (z.B. Fader, Panpots usw.).
Steuersystem »Logic Control«
Die NEXUS Logic Control ist ein flexibles, programmierbares Logiksystem
für Schalt- und Steuerfunktionen, die der Anwender entsprechend
seinen individuellen Bedürfnissen definieren kann. Über
die Logic Control können diverse Parameter des NEXUS-Systems
abgefragt
werden, beispielsweise Koppelpunktschaltungen, Faderstartkontakte,
ein- und ausgangsseitige Pegel und systeminterne Fehlerzustände.
In Verbindung mit einem AURATUS-Mischpult lassen
sich auch bestimmte Mischpultfunktionen auswerten, etwa der
Zustand der Fader-Fernstartkontakte oder bestimmter Tasten.
Die verschiedenen Ereignisse können untereinander logisch verknüpft
werden, um eine Vielzahl von unterschiedlichen Ausgängen
und/oder interne Aktionen zu steuern. Anwendungen sind beispielsweise
Rotlichtsteuerungen, Räuspertasten, Sendeschalter, Leitungspegelüberwachungen,
Koppelpunktüberwachungen, Faderstarts,
automatische
Havarie-Schaltungen, Kommandoanlagen und vieles
mehr.
Down-Mix-Matrix
Die eigenständige »Down Mix«-Matrix ermöglicht die Überführung
eines 5.1-Mehrkanalsignals in ein Stereosignal. Die Matrix, deren Ein- und
Ausgänge frei im NEXUS-System verfügbar sind, kann beispielsweise
zur stereofonen Abhörkontrolle einer Mehrkanalmischung
dienen
oder zum Heruntermischen eines Mehrkanalformates eingesetzt
werden. Zur individuellen Anpassung an das Programmmaterial
sind die Ein- und Ausgangspegel getrennt einstellbar.
N–1-System
Mit dem serienmäßigen N–1-System lassen sich auf einfache Weise
komplexe
Einspielschaltungen realisieren, wie sie beispielsweise bei
Sendekonferenzen
benötigt werden. Für jedes Eingangs-/Ausgangspaar
kann festgelegt werden, ob die Ausspielung abhängig oder
unabhängig
von der Mischung erfolgen soll (»Post«-/»Pre«-Fader). Darüber
hinaus lässt sich der Pegel für jeden einzelnen Aufschaltungspunkt
individuell einstellen.
Als Quellen können beliebige Eingangs-, Gruppen- und Summenkanäle
des Mischpultsystems dienen. Die Signalquellen sind innerhalb
der N–1-Matrix beliebig auf die N–1-Busse aufsummierbar. Das
N–1-System bietet mit seinen acht Bussen auch für komplexe Aufgabenstellungen
ausreichend Reserven.
Die zusätzlich aktivierbare »Off-Air-Matrix« ist eine hilfreiche
Arbeitserleichterung:
Alle Teilnehmer, die nicht »On Air« sind, können
miteinander
kommunizieren. Wird einer von ihnen in die laufende
Sendung
geblendet, wird er automatisch in der Vorbesprechung
abgeschaltet.
Erst wenn sein Fader geschlossen wird, kann er wieder
an der Konferenz teilnehmen. Die »Pre«-/»Post«-Umschaltung
der
Ausspielung
wird hier durch den Fernstartkontakt des Faders
bestimmt.
Synchronisation
Alle NEXUS-Basisgeräte und AURATUS-Audioprozessoren des Gesamtsystems
synchronisieren sich immer auf eine gemeinsame
Taktquelle.
Die Glasfaserverbindungen verteilen den Synchrontakt im
System,
sodass
eine separate Wordclock-Verteilung entfällt.
AURATUS und NEXUS laufen mit den in der Praxis gebräuchlichen
Abtastfrequenzen
von 44,1 kHz, 48 kHz und 96 kHz.
Die NEXUS-Steuerkarten (XCPU, RCX) sind mit Präzisions-Wordclock-Generatoren
ausgestattet, die als Studio-Masterclock
eingesetzt
werden
können. Auch auf alle gängigen externen Studiotaktquellen
ist eine Synchronisation möglich.
Bei Ausfall einer Synchronquelle
wechselt
das Gesamtsystem
automatisch
störungsfrei auf andere Quellen, die in einer Liste frei
definiert
werden können. Steht keine verwertbare externe
Synchronquelle
zu Verfügung, schaltet
das System selbsttätig
auf den intern
generierten
Takt.
Verteiltes System
AURATUS und NEXUS sind weitgehend als Systeme mit verteilter
Steuerung
und Bearbeitung aufgebaut, sodass Ausfälle normalerweise
auf Teilfunktionen beschränkt bleiben.
Das Mischpultsystem bleibt bei Ausfall des NEXUS-Konfigurations-PCs weiterhin
bedienbar – lediglich die NEXUS-Konfiguration kann
nicht geändert werden. Auch der Audioprozessor läuft bei Ausfall der
Konsole
oder beim Trennen der Verbindung zur Konsole weiter, die
Tonbearbeitung
bleibt in ihrem aktuellen Zustand.
Die Tonbearbeitung selbst ist weitgehend kanalorientiert aufgebaut,
sodass bei Störungen in einem Signalprozessor nur die zugehörigen
Kanäle betroffen sind.
Durch Änderungen in der Konfiguration, z.B. Wechseln der Bedienzugbelegung,
können ausgefallene Komponenten kurzfristig umgangen
werden.
Autarkes Mehrprozessorsystem
Das AURATUS/NEXUS-System basiert auf eigenständigen Stage-Tec-Entwicklungen.
Das System ist aus einer Vielzahl spezieller Prozessoren
aufgebaut, die die anfallenden Aufgaben dezentral rechnen.
Dies erhöht nicht nur die Zuverlässigkeit, sondern ermöglicht auch
einen sehr hohen Datendurchsatz und damit ein Echtzeitverhalten
bei Bedieneingaben. Die gesamte Betriebssoftware ist speziell von
Stage Tec für diese Hardware programmiert und optimiert.
AURATUS benötigt keinen PC und hat demzufolge auch kein
fehleranfälliges
Betriebssystem und keine PC-Software.
Flexibilität
Das modulare Konzept von AURATUS und NEXUS erlaubt kundenspezifische
Konfigurationen des Gesamtsystems, die bei Bedarf um
redundante
Komponenten und Sonderfunktionen erweiterbar sind.
Für die verschiedenen
Audioformate werden vielfältige Interface-Baugruppen
angeboten; auch eine nachträgliche Erweiterung
ist
jederzeit
möglich.
Glasfaserverbindungen
Der Einsatz von Glasfaserkabeln für die Steuerung und Verteilung
von Audiosignalen, Daten und Wordclock vereinfacht die Installation
und macht das Audiosystem unempfindlich gegenüber elektromagnetischen
Störeinflüssen und Erdschleifen. Redundante Leitungen,
die über alternative Trassen geführt und an anderen Schnittstellen
betrieben
werden, erhöhen die Ausfallsicherheit weiterhin.
Die Konsole kommuniziert über eine einfach zu ersetzende, kostengünstige »Netzwerkleitung« mit
dem Audioprozessor, die neben
den Steuerinformationen auch die digitalen Audiosignale für die Kommunikation
und Kopfhörer übertragen.
Geprüfte Qualität
Stage-Tec-Produkte sind für den professionellen Anwendungsbereich
konzipiert
und weisen eine hohe Qualität auf. Dies betrifft sowohl
die Audioqualität als auch die verarbeiteten Hardwarekomponenten
und das auf eine hohe Zuverlässigkeit optimierte Gesamtkonzept.
Eine digitale Tonbearbeitung mit 40-Bit-Gleitkomma-Arithmetik
und exzellenten Analog-Komponenten im NEXUS-Koppelfeldsystem
sichern
höchste Klangtreue und große Übersteuerungssicherheit
bei Aufnahme, Abmischung und Beschallung.
AURATUS erfüllt
alle Anforderungen
der IRT-Pflichtenhefte
3/2 und 3/5, auch
für analoge Ein- und Ausgänge. Die digitalen und analogen
Audioschnittstellenkomponenten
wurden erfolgreich durch die Rundfunk-Betriebstechnik
(RBT) in Nürnberg, die RAI in Italien,
die Evaluation
Labs des ABC in New York und CCTV in China geprüft.
Qualitätssicherung
Alle Baugruppen werden vor Auslieferung ausführlichen Tests
unterzogen.
Ziel der Testläufe und Messungen ist es, sowohl die
Funktionalität
zu gewährleisten, als auch die in den Datenblättern
beschriebenen
technischen Daten zu verifizieren. Es werden computergestützte
hoch effiziente Testverfahren mit den einzelnen Baugruppen
durchgeführt, ergänzt durch manuelle Prüfungen sowie
einen Langzeittest,
die im Verbund der Gesamtanlage realisiert
werden. Komplexe Baugruppen müssen sich darüber hinaus in intensiven
Dauer- und Einzeltests bewähren.
Stromversorgung
Das AURATUS-Mischpultsystem zeichnet sich unter anderem durch
seine
geringe Verlustleistung aus. Es eignet sich dadurch sehr gut für
den mobilen Einsatz und heizt auch kleine Regien nicht unnötig auf.
Die AURATUS-Konsole und die NEXUS-Basisgeräte werden üblicherweise
von Netzteilen mit automatischer Versorgungsübernahme
gespeist.
Werden die Netzteile aus getrennten Netzstromkreisen
versorgt,
läuft das Mischpultsystem bei Ausfall eines Netzkreises
unterbrechungsfrei
weiter.
Handlichkeit
Das AURATUS/NEXUS-System ist für Übertragungswagen und
Live-Einsätze
hervorragend geeignet: Die Konsole ist sehr flach, hat
eine geringe Tiefe und zeichnet sich durch ein niedriges Gewicht
aus;
der Audioprozessor benötigt samt I/O-Baugruppen nur Platz für 3
HE im Geräteschrank.
Das Koppelfeldsystem ist skalierbar und nutzt bei Bedarf weitere
dezentrale
Basisgeräte. Der Energieverbrauch aller Einzelkomponenten
ist sehr niedrig; der Verschleiß und die Wärmeentwicklung sind
entsprechend
gering – alle Geräte kommen im Normalfall ohne Lüfter
oder Klimatisierung aus.
Einschaltverhalten
Die NEXUS-Basisgeräte und damit auch das gesamte Koppelfeldsystem
sind nach dem Einschalten oder nach Stromausfällen innerhalb
weniger
Sekunden betriebsbereit und nehmen ihren letzten Zustand
wieder
ein (Datenerhalt). Systemeinstellungen und Signalverteilung
sind Teil dieses Datenerhalts.
Das AURATUS-Mischpult ist ebenfalls für beliebig lange Stromausfälle
mit einem Datenerhalt ausgestattet. Die Konsole
nimmt nach
dem Stromausfall innerhalb weniger Sekunden ihren letzten
Zustand
wieder ein und erlaubt dann schon eine volle Bedienbarkeit.
Wartung
Die Wartung des AURATUS-Mischpultsystems wird auf vielfältige
Weise
unterstützt.
So können die Betriebsprogramme
von NEXUS-Basisgeräten
und AURATUS-Audioprozessoren über den NEXUS-Konfigurationsrechner
mit neuen Versionen aktualisiert
werden.
Der Audioprozessor und die NEXUS-Baugruppen können im laufenden
Betrieb ausgetauscht werden (Hot Swap), ebenso die Bedienkassetten.
Ausfallmeldungen und die Position betroffener Baugruppen
werden
individuell in unterschiedlichen Dialogfenstern auf dem
NEXUS-Konfigurations-PC angezeigt. Probleme werden vom System
protokolliert,
um eine nachträgliche Fehlerdiagnose zu erleichtern. |